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Schwimmender Gigant: Vor 80 Millionen Jahren gab es auch im Meer einen T. rex, wie Fossilanalysen enthüllen. Es handelt sich um Tylosaurus rex, eine neu entdeckte Art von riesigen Meeressauriern. Der marine Raubsaurier besaß Zähne wie ein Steakmesser, besonders starke Kiefer- und Nackenmuskeln – und schreckte auch vor Angriffen auf Artgenossen nicht zurück, wie die Paläontologen berichten. Der bis zu 13 Meter lange Tylosaurus rex gehörte damit zu den Top-Prädatoren der Kreidezeitmeere.
Während Dinosaurier wie Tyrannosaurus rex das Land dominierten, waren große Meeressaurier die Top-Prädatoren im Ozean. Vor allem die bis zu 17 Meter langen Mosasaurier entwickelten sich zu urzeitlichen Herrschern der Meere. Typisch für diese Meeresechsen waren lange, zahnbewehrte Schnauzen, zu Flossen umgewandelte Beine und lange Schwänze mit haiähnlicher Schwanzflosse. Die ersten Mosasaurier, die zu enormen Größen heranwuchsen, waren die Tylosaurier.

„Einzigartige Kombination von Merkmalen“
Jetzt haben Paläontologen eine neue Tylosaurier-Art identifiziert, die zu den größten und möglicherweise aggressivsten ihrer Zeit gehörte. Die rund 80 Millionen Jahre alten Fossilien dieser Meeressaurier wurden schon vor mehr als 40 Jahren in verschiedenen ehemaligen Meeressedimenten in Texas entdeckt. Einige dieser Exemplare sind zudem schon seit Jahrzehnten in Museen ausgestellt. Doch erst jetzt enthüllen Vergleichsanalysen, dass diese bis zu 13,20 Meter langen Tylosaurier eine eigene Art darstellen.
„Unsere neue Spezies zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination von Merkmalen aus, darunter eine verstärkte Kiefer- und Nackenmuskulatur“, berichten Amelia Zietlow vom American Museum of Natural History in New York und ihre Kollegen. Zusammen mit der enormen Größe und den sägeblattartig eingekerbten Zähnen machte dies den Meeressaurier zu einem furchteinflößenden Raubtier der Meere. Das Team hat die neue Art deshalb Tylosaurus rex getauft – den König der Tylosaurier.
Aggressiv auch gegen Artgenossen
„Der neue T. rex war aber nicht nur riesig, er scheint auch aggressiver gewesen zu sein als andere Mosasaurier“, berichtet Co-Autor Ron Tykoski vom Perot Museum of Nature and Science in Dallas. „Unsere Analysen der gut erhaltenen Fossilien aus Nordtexas haben ein Ausmaß der innerartlichen Gewalt enthüllt, das von anderen Tylosaurus-Arten bisher nicht bekannt war.“
Ein Beispiel dafür ist das im Perot Museum ausgestellte Fossil eines Tylosauriers, das den Spitznamen „The Black Knight“ trägt. Ihm fehlt die Spitze der Schnauze, außerdem ist sein Unterkiefer gebrochen. Wie die Paläontologen erklären, können diese schweren Verletzungen nur von einem Angehörigen seiner eigenen Art verursacht worden sein.

Neue Sicht auf Evolution und Vielfalt der Mosasaurier
Spannend ist die Entdeckung der neuen Tylosaurier-Art jedoch auch im Hinblick auf den Stammbaum dieser Meeressaurier. Bisher gingen Paläontologen davon aus, dass sich die Tylosaurier über Jahrmillionen kaum verändert hatten. „Von allen Untergruppen der Mosasaurier zeigen die Tylosaurier die konservativste Anatomie: Obwohl sie über fast die gesamte Geschichte der Mosasaurier hinweg existierten – vor 94 bis 66 Millionen Jahren – unterscheiden sich ihre Arten nur minimal voneinander“, erklärt das Team.
Unklar war bisher zudem, ob die auffallenden Größenunterschiede zwischen den Tylosauriern auf das individuelle Alter der Exemplare zurückgehen oder ob es sich um artspezifische Unterschiede handelt. Die neuen Analysen zeigen nun, dass nicht wenige Fossilien, die bisher der Art Tylosaurus proriger zugeordnet wurden, in Wirklichkeit vom marinen T. rex stammen. „Unsere Entdeckung identifiziert daher nicht nur eine neue Art, sie unterstreicht auch die Notwendigkeit, einige lang bestehende Annahmen über die Evolution der Mosasaurier zu revidieren“, sagt Zietlow.
Nach Ansicht der Paläontologen könnten sich unter den schon bekannten Fossilien noch weitere zuvor nicht erkannte Arten verbergen. „Denn wir gehen davon aus, dass die Tylosaurinae und die Mosasaurier insgesamt wahrscheinlich artenreicher waren als bisher angenommen“, schreiben sie.
Quelle: Amelia Zietlow (American Museum of Natural History, New York) et al., Bulletin of the American Museum of Natural History, 2026; doi: 10.1206/0003-0090.482.1.1
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