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Das legendäre DDR-Filmstudio hat so einige Klassiker hervorgebracht. Dieses unterschätzte und verloren geglaubte Werk könnt ihr jetzt kostenfrei streamen.
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1946 gegründet und seit 1998 von der DEFA-Stiftung verwaltet, hat das Studio nicht nur die DDR, sondern auch die ganze deutsche Filmwelt geprägt. Dabei hat die Produktionsstätte viele Werke hervorgebracht, die bis heute Kultstatus genießen. Mit „Sommerwege“ ist nun auf YouTube ein DEFA-Geheimtipp streambar, der lange als verschollen galt.
Ihr möchtet euch „Sommerwege“ anschauen? Per YouTube-Kanal „DEFA Filmwelt“ könnt ihr das Video in voller Länge sehen.
Worum geht es in „Sommerwege“?
Der Berliner Parteisekretär Ernst Wollni (Bruno Carstens) bekommt im Spätsommer 1958 einen besonderen Auftrag: Er soll im Dorf Schwarzwalde eine LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) aufbauen. Doch sein Jugendfreund Fritz Grimmberger (Johannes Arpe) widersetzt sich gegen die staatliche Zwangs-Maßnahme, die Privatbauern in kollektive Großbetriebe drängt – was die Freundschaft der beiden Männer auf den Prüfstand stellt.
Wie sehenswert ist „Sommerwege“?
Tatsächlich genießt „Sommerwege“ keinen Kultstatus. In Schwarz-Weiß gedreht und 1960 fertiggestellt, verschwand das Werk in der Versenkung. Der Grund dafür: Die Kommission, die die Filme damals abnahm, attestierte dem Regiedebüt von Schauspieler Hans Lucke „gravierende künstlerische Schwächen, die sein gesellschaftliches Anliegen“ beschädigen würden. Zur Aufführung kam es nie, und schließlich verschwand der Film im Staatlichen Filmarchiv der DDR.
Zur Uraufführung 2014 bescheinigte Ralf Schenk von der Berliner Zeitung dem Werk, „dass der Film kein Meisterwerk der DEFA, aber als Zeitdokument aussagekräftig“ sei – was ihn dann doch sehenswert macht. Denn „Sommerwege“ zeigt authentisch auf, wie der Staat Menschen auseinanderbringen konnte. Auch wenn sich Grimmberger am Ende einsichtig gibt und das Vorgehen der Regierung damit als legitim dargestellt wird.
Als DEFA-Kenner*innen könnt ihr euch im Quiz auszeichnen:
Dass „Sommerwege“ eine Sichtung wert ist, zumal er auf YouTube nun kostenlos zu sehen ist, liegt nicht nur an DDR-Stars wie Rudolf Ulrich, der hier als LPG-Vorsitzender auftritt, sondern vor allem an seiner realistischen Darstellung, die das DDR-Leben authentisch abbildet. Wie das Regime mit seinen Zwangsmaßnahmen nicht nur die Wirtschaft bestimmte, sondern auch das Privatleben der Menschen maßgeblich beeinflusste, lässt sich aus diesem lange verschollenen Werk eindeutig ablesen.
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