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Kurz vor den Pfingsttagen wollen wir die Gelegenheit nochmal nutzen und einen aktuellen Stand zu den europäischen Bemühungen um Digitale Souveränität geben. Nachfolgend findet ihr wie immer den entsprechenden Überblick, aus mit Meldungen von der nun beendeten re:publica in Berlin.
HateAid als Beispiel für fehlende Souveränität
Dass der Bannstrahl der aktuellen US-Administration auch bis nach Deutschland reicht, wenn es um die Bekämpfung der europäischen Digitalgesetze geht, zeigte das Beispiel HateAid kurz vor Weihnachten 2025. Die Kollegen bei n-tv hatten kürzlich einen längeren Beitrag zu den Sanktionen der beiden Führungsfiguren Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon gebracht, letztere gab Netzpolitik zudem noch ein aktuelles Interview.
Schweizer Bundesamt will US-Anbieter ausschließen
Das berichtete Golem bereits vor einiger Zeit unter Berufung auf die NZZ. Demnach sollen die US-Clouddienste keine Rolle bei einer etwaigen Digitalisierung von Gesundheitsdaten spielen. Die Einschätzung der Schweizer Behörden folgt damit einer ähnlichen Beurteilung des Bundesinnenministeriums von Alexander Dobrindt, welches bereits im Dezember 2025 ein entsprechendes Rechtsgutachten vorgelegt hatte.
Opendesk laut Stadt Zürich noch kein vollwertiger Ersatz für Microsoft 365
Kritisiert werden neben höheren Kosten die fehlende Integration von Makros von Microsoft Excel und die von Fachanwendungen. Auch fehlende mobile Apps sind ein Negativpunkt, die durch Apps von Drittanbietern überbrückt werden müssen. Zudem braucht Zürich eine Möglichkeit zur weitreichenden Automatisierung, die mit Opendesk noch nicht möglich ist.
Die Stadt will die Erprobung von Opendesk nun deutlich ausweiten und auch mit internationalen Partnern wie dem Bundesland Schleswig-Holstein zusammenarbeiten, um die noch vorhandenen Mängel zu beheben, Synergien zu heben und von deren Erfahrungen zu profitieren.
Anderer Umgang mit europäischer KI gefordert
Das forderte die Autorin und Journalistin Karen Hao auf der re:publica. Demnach sollte Europa zumindest nicht alleine den Ansatz der USA und China verfolgen, sich alleine auf allgemein arbeitende LLMs zu fokussieren, sondern kleinere und spezialisierte KI-Modellen entwickeln, die konkrete Probleme bestmöglich in Zusammenarbeit mit Fachleuten lösen können.
Thales und Google gründen neues Joint Venture
Ähnlich wie bei Delos, wo Microsoft mit SAP als Partner zusammenarbeitet, möchten beide Unternehmen eine souveräne Cloud für die deutsche Verwaltung anbieten. Inwieweit das verfängt, bleibt allerdings abzuwarten. Schon Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CDU) bezeichnete Delos für die Umstellung im Parlament bestenfalls als Übergangslösung, entsprechend fällt auch das hier in die gleiche Kategorie.
Bundeskabinett bringt EUDI-Wallet auf den Weg
Der entsprechende Gesetzentwurf von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) wurde an diesem Mittwoch verabschiedet. Anfang 2027 soll die freiwillige Nutzung damit ermöglicht werden, Pilotprojekte sind bereits angelaufen.
Europäische Chips-Werte profitieren vom aktuellen KI-Boom
Das spiegelt sich vor allem an den Aktienkursen von Infineon und STMicroelectronics wieder. Derweil will auch die EU-Kommission bereits Anfang Juni ein neues IT-Gesetzespaket vorlegen, dessen Teil auch der neue Chips Act 2.0 sein wird. Daneben wird das Paket auch eine neue Open Source-Strategie, den Fahrplan für die Digitalisierung und KI im Energiebereich sowie das Gesetz über die souveräne Entwicklung bei Cloud und KI (CADA) umfassen.
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Über den Autor

Kevin Kozuszek
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.
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