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Auch in dieser Woche hat sich im Bereich der Digitalen Souveränität und der europäischen Digitalpolitik wieder einiges getan. Einige Meldungen sind hierbei bisher unter den Tisch gefallen, deswegen fassen sie euch an dieser Stelle wieder kompakt zusammen.
DeepL startet große Entlassungsrunde
Das kündigt Gründer und CEO Jarek Kutylowski in einem Post auf LinkedIn an. Insgesamt 250 Stellen werden damit beim auf Übersetzungen spezialisierten KI-Unternehmen aus Köln gestrichen. Als Ersatz kündigt er den Einsatz und die Übernahme der Kontrolle durch Künstliche Intelligenz in fast allen Bereichen des Unternehmens an. Das betrifft vor allem Routineaufgaben.
Generell verändere KI die Art und Weise, wie ein Unzernehmen aufgebaut sein muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Fortan sollen kleine Teams eigenverantwortlich arbeiten und KI dafür Entscheidungen beschleunigen und den Abstimmungsaufwand reduzieren.
EU-Kommission plant deutliche Einschränkungen für US-Anbieter
Das berichtet CNBC unter Berufung auf Beamte aus dem Brüsseler Umfeld. Voraussichtlich am 27. Mai wird die EU-Kommission ihr neues Tech Sovereignty Package vorstellen, was als Gesetzespaket etwa den Chips Act 2.0 und den Cloud and AI Development Act (CADA) umfassen wird. Derzeit wäre die Nutzung von US-Anbietern in Privatunternehmen nicht erfasst, allerdings steigen die Anforderungen für den Einsatz in Regierungen und öffentlichen Verwaltungen spürbar an.
Kernidee des aktuellen Vorhabens sind unter anderem die Definition von sensiblen und strategischen Sektoren wie Finanzen, Justiz und Gesundheit, die zwingend auf vollständig europäischer Infrastruktur gehostet werden müssten. Auch Konstrukte wie Delos, wo SAP im Auftrag von Microsoft den Betrieb übernimmt, werden künftig mit Einschränkungen rechnen müssen. Hier spielt auch der jeweilige Sensitivitätsgrad eine Rolle.
Zusätzlich werden europäische Anbieter in Bereichen wie Cloud und Ki weiter gefördert. Zuletzt wurden bereits Verträge im Wert von etwa 180 Millionen Euro unterzeichnet.
EU-App zur Altersverifikation weiter in der Kritik
Wie die Kollegen bei Netzpolitik berichten, basiert die Kryptografie der offiziellen EU-App auf einem Verfahren, welches von Google entwickelt wurde und dabei auch noch nicht ausreichend erforscht ist. Führende Sicherheitsforscher warnen deshalb vor dem Einsatz der App, ehe keine gründliche Untersuchung und Überarbeitung stattgefunden hat. Zudem warnen sie vor neuen Abhängigkeiten und Risiken für den Datenschutz, die auch die EUDI-Wallet betreffen.
Für Deutschland ist dieser Punkt eher nebensächlich. Die Bundesregierung plant eine nationale Entwicklung zur Umsetzung, die voraussichtlich ab dem 2. Januar 2027 in den Appstores verfügbar sein soll.
Google geht juristisch gegen Bundesregierung vor
Das berichtet die FAZ (Paywall, via Golem) und bezieht sich dabei auf einem 250 Millionen Euro schweren Vergabeauftrag, bei dem SAP und die Deutsche Telekom den Zuschlag zur Errichtung einer souveränen Cloud erhalten haben. Ein Konsortium um Google und den IT-Dienstleister Adesso erreichte im Eilverfahren nun eine Überprüfung bei der Vergabekammer. Digitalminister Karsten Wildberger droht nun ein erheblicher Zeitverzug bei der Modernisierung der Bundes-IT.
KI-Regulierungen für Industrie werden gelockert
Darauf einigten sich der Europäische Rat und das EU-Parlament. Während ein Verbot von KI-Anwendungen, die sexualisierte Deepfakes erstellen können, hinzukommt, werden andere Regulierungen für die Industrie abgeschwächt und/oder zeitlich nach hinten verschoben.
Wero kämpft weiter gegen starke Konkurrenz – vor allem nationale
Das ergab eine aktuelle Umfrage von YouGov. Dabei machen vor allem nationale mobile Bezahldienste in einigen Ländern die weitere Verbreitung von Wero schwer, darunter Twint in der Schweiz, MobilePay in Dänemark und Finnland, Tikkie in den Niederlanden und Swish in Schweden.
Deutschland fällt hier wieder aus der Reihe, hier dominiert weiter PayPal als bevorzugtes Zahlungsmittel zwischen Privatleuten. Gleichwohl steigt die Wahrnehmung für den europäischen Bezahldienst. Hinter Frankreich ist Deutschland unter den Befragten beim Einsatz von Wero zweitstärkste Kraft, allerdings mit deutlichem Abstand.
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Über den Autor

Kevin Kozuszek
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und den Entwicklerthemen zu berichten hat. Beiträge über Edge, Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.
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