#E-Auto: An der Realität vorbei

Eigentlich sollte das E-Auto einen Umschwung herbeiführen und dabei helfen, die Klimakatastrophe zu verhindern. Das zumindest war der Plan der Politik, die sogar den Verbrenner verboten hat. Doch die Realität sieht gänzlich anders aus.

E-Auto: An der Realität vorbei
E-Auto: An der Realität vorbeiBildquelle: Sasha Rubaniuk / Unsplash

Das Verbrenner-Aus ist beschlossen. Die Politik war sich sicher, dass Autofahrer ihre Benziner und Diesel entsorgen und im E-Auto Platz nehmen. Doch: Die Deutschen haben keinen Bock darauf. Fast 80 Prozent wollen kein E-Auto und ihren Verbrenner so lange fahren, wie es geht. Das ergab eine aktuelle Umfrage. Hinzu kommt: Viele, die sich ein Elektroauto anschaffen, hassen es. Einem Experten zufolge sei jetzt ein Realitäts-Check notwendig.

Der E-Auto-Plan bröckelt

Während die deutschen Autofahrer sich aus diesen 4 Gründen nicht wirklich mit dem E-Auto anfreunden können, hat die Politik schon längst umgesattelt. Immer weniger Verbrenner-Vertreter laufen durch die Lobby und die viele Autobauer witterten wohl – auch aufgrund der Finanzspritzen der Politik – das große Geschäft. Kurzerhand wurden auch die Verbrenner mit einem Ablaufdatum gekennzeichnet. 2035 ist Schluss. Schon fünf Jahre zuvor sollen 15 Millionen Stromer auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Derzeit ist es gut eine Million – bei fast 50 Millionen Autos insgesamt. Ziemlich mager. Das sorgt verursacht auch bei Experten immer wieder Kopfschmerzen.

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Bereits vor Kurzem sagte Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands Elektromobilität: „Mit dem jetzigen Status quo lassen sich keine 15 Millionen E-Autos bis 2030 erreichen.“ Die deutschen Hersteller hätten Sigl zufolge keine bezahlbaren und vom Kunden gewünschten Fahrzeuge, und der Regierung fehle es an Mut für klare Rahmenbedingungen, erklärte der E-Auto-Experte. Und er steht mit seiner Meinung nicht allein auf weiter Flur.

Was fehlt, ist ein Realitäts-Check

Gegenüber der dpa sagte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, dass die Bundesregierung das Ziel von 15 Millionen E-Autos bis 2030 bei Weitem verfehlen wird. „Es ist ein Realitäts-Check notwendig“, sagt der Experte. Die politischen Ziele müssten mit den erforderlichen Maßnahmen in Einklang gebracht werden. Geht es so weiter wie bisher, werden der Rechnung von Bratzel zufolge nicht mehr als 7 bis 8 Millionen Stromer im Jahr 2030 hierzulande unterwegs sein.

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Wie man die Benzin– und Diesel-Fahrer zum E-Auto bewegen kann? Dafür gibt es bereits Pläne. Zum einen könnte die Politik die Steuern auf Benzin und Diesel deutlich erhöhen, sodass Verbrenner unattraktiver werden. Zugleich könnte man die Kfz-Steuer fürs E-Auto sowie die Strompreise senken, damit das Laden eines Elektroautos nicht fast genauso teuer ist, wie das Auftanken eines Verbrenners. Und eine Verlängerung der 2025 auslaufenden Kaufprämie könnte ebenso dazu beitragen, dass man das Ziel „15 Millionen E-Auto bis 2030“ doch noch erreicht.

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