
Vor gut zwei Wochen hatte ich euch an dieser Stelle mit dem Ecosia Browser einen weiteren europäischen Vertreter vorgestellt, nachdem Vivaldi aus Island/Norwegen und Waterfox aus Großbritannien bereits schon öfter hier Thema waren. Nach dem Wechsel auf den europäischen Webindex, der seit Ende Juli auch in Deutschland scharf geschaltet wird, blieben zwei Fragen offen: Gibt es für den Browser einen Sync und wie sieht es mit der künftigen KI-Integration aus?
Für beide Punkte habe ich eine offizielle Presseanfrage an Ecosia gesendet und gestern Abend die Antwort bekommen. Entsprechend wollen wir hier kurz zusammenfassen, was das Unternehmen aus Berlin in beiden Feldern plant.

Synchronisation
Momentan verfügt der Ecosia Browser nicht über eine Synchronisation, die das Teilen von Lesezeichen, Passwörtern und dergleichen über alle unterstützten Plattformen erlaubt. Wie mir Ecosia in ihrer Antwort mitgeteilt haben, soll das aber nicht so bleiben. De facto arbeitet das Entwicklerteam hinter dem Ecosia Browser momentan genau daran und prüft, wie sie das genau umsetzen wollen. Auf der Liste kommender Funktionen steht es also.
Was sie allerdings nicht mitgeteilt haben, ist ein engerer Zeitrahmen, wann die Funktion kommt. Das habe ich offen gesagt aber auch nicht erwartet. Eine Browser-Synchronisation ist eine komplizierte Geschichte, die schnell zu Datenverlust führen kann, wenn sie nicht sauber gemacht und vorher intensiv getestet wurde. Wir haben damals mit Edge ja auch viele leidige Erfahrungen gemacht, insofern kennen wir das.
Künstliche Intelligenz
Bezüglich der KI-Integration hat mich Ecosia auf einen älteren Blogpost verwiesen und nochmal das Ziel bekräftigt, dass man diese weiterhin optionale Komponente mit europäischen KI-Modellen betreiben will. Konkret arbeitet man mittlerweile nahezu ausschließlich mit einem europäischen Modellanbieter, wie beim Suchindex sind aber noch Reste der bisher verwendeten US-Modelle übrig und werden nach und nach aussortiert. Ecosia will sich zudem die Option offen halten, die europäischen Modelle selbst zu hosten.
Auch sonst will Ecosia seine KI-Integration nach und nach aufrüsten. Neben dem modernisierten Design sollen verschiedene KI-Modi, eine verbesserte Web-Recherche, eine Speech-to-Text-Konvertierung und ein Dateiupload integriert werden. Einen genaueren Zeitplan gibt es aber noch nicht. Wie gesagt: Die gesamte KI-Integration bleibt optional und kann immer vollständig deaktiviert werden. Zudem verlassen die Daten den europäischen Kontinent nicht.
Zum verwendeten europäischen Modellanbieter, der übernommen hat, macht Ecosia keine Angaben. Angesichts der verfügbaren Optionen und der starken deutsch-französischen Kooperation, die sie unterhalten, würde es mich aber überraschen, wenn wir hier nicht von Mistral AI aus Paris sprechen würden.
Fazit
Unterm Strich kann man also festhalten, dass es Ecosia mit seinem strikten und vollständig europäischen Kurs absolut ernst meint. Der Wechsel auf den europäischen Webindex und der vollständige Wechsel auf das europäische KI-Modell brauchen aktuell noch etwas Zeit für den Abschluss, sind aber auf einem guten Weg. Was den Sync betrifft, muss man dem Entwicklerteam vom Ecosia Browser einfach die notwendige Zeit geben.
An dieser Stelle nochmal vielen Dank an das Ecosia-Presseteam für die Informationen!
Der Beitrag Ecosia Browser: Synchronisation ist in Arbeit – Künstliche Intelligenz wird europäisch erschien zuerst auf Dr. Windows.
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