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#Ehekrise, doppelt leicht gemacht

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Ehekrise, doppelt leicht gemacht

In nicht wenigen Familien trifft die Pubertät der Kinder auf die Midlife-Krise der Eltern. So ist das auch bei Emilia und Paul Stamm. Die älteste Tochter wird bald Abi machen, der Jüngste weiß noch nicht so richtig, was Sex ist. Beim Papa sind die Bestseller in seiner Autorenlaufbahn schon ein Weilchen her, die Mami ist Schauspielerin, hat aber vor allem Jobs als Synchronsprecherin. Es besteht also ein bisschen Abstand zum Optimum, aber was soll man vom Leben schon erwarten, wenn man um die fünfzig ist, wenn die Östrogene im Sterben liegen, wie die Tochter schnippisch der Mutter erklärt, und wenn die Love­parade-Latex-Kostüme schon lange im Schrank vor sich hin gammeln?

Die Komödie „Es ist nur eine Phase, Hase“ von Florian Gallenberger – nach dem sehr erfolgreichen gleichnamigen Buch von Maxim Leo und Jochen Gutsch – erzählt davon, wie die Stamms versuchen, mit Hilfe einer Beziehungspause Klarheit für ihre Zukunft zu schaffen. Emilia trifft einen jungen Lover, Paul lebt von Dosenravioli, wird depressiv, aber auch von einer jungen Lehrerin angelacht. Im Buch wie im Film heißt die Midlife-Krise auch Pubertät. Genauer gesagt: Alterspubertät. Dieses Phänomen aus der heiteren Ratgeberliteratur wird hier ausführlich geschildert.

Eine Kultur der Liebe

Der Film lebt vor allem von den beiden Stars. Christiane Paul hat dabei allerdings nicht ganz so viele Möglichkeiten, sich zu entfalten, wie Christoph Maria Herbst, der virtuos verkniffen durch alle Peinlichkeiten tanzt und irgendwann in den großen Satz ausbricht: „Hat euch Udo Jürgens allen ins Hirn geschissen?“ Das Leben, das für den Schlagersänger mit 66 Jahren erst so richtig anfing, hört für Paul Stamm schon deutlich früher tendenziell auf. Das Buch von Gutsch und Leo dient als Trost und ist eine Art Ausgleich für die vielen Selbstbescheidungen, die das Alter erfordert. Der Film macht daraus eine romantische Komödie zweiter Ordnung: Die große Liebe soll dort wiedergefunden werden, wo sie immer schon war, aber irgendwann zu selbstverständlich wurde. Emilia Stamm möchte ein wenig ins Risiko gehen, meint zuerst einmal aber nur das Brettspiel.

Zu den potentiellen Inspirationen in der Alterspubertät könnte man übrigens auch das französische Kino zählen. Das stand ja lange für eine Kultur der Liebe, die sich nicht mit gemütlichen Ironisierungen abspeisen lässt. Da trifft es sich gut, dass diese Woche auch noch ein Film anläuft, den man wie eine Antwort auf „Es ist nur eine Phase, Hase“ sehen kann: „Chambre 212“ von Christophe Honoré. Im Mittelpunkt stehen Maria und Richard. Zwanzig Jahre sind auch sie schon zusammen. Sie haben eine schöne Wohnung mit vielen Büchern, und vermutlich verstehen sie sich auch gut, darauf deuten jedenfalls die ersten Szenen alltäglicher Vertrautheit hin. Richard hat gekocht, er ahnt nicht, dass Maria gerade noch Sex hatte mit einem jungen Mann namens Asdrubal Electorat. Dann liest er aber, eher zufällig als ihr nachspionierend, ein paar Nachrichten auf ihrem Handy. Und damit ist eine Ehekrise da, die der Regisseur und Drehbuchautor Christoph Honoré in den Mittelpunkt seines Films stellt.

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