#Ein heldenhaftes Fliegerleben: Mit der Junkers nach China

Ein ungewöhnlicher Pilot mit waghalsigen Aufträgen: Ein neuer Bildband porträtiert Wulf-Diether Graf zu Castell.

Wulf-Diether Graf zu Castell, deutscher Adeliger und in den 1930er- Jahren blutjunger Pilot der damaligen Luft Hansa, erhält 1933 einen ungewöhnlichen Auftrag: Der gerade mal 27-Jährige soll neue Strecken der zwei Jahre zuvor gegründeten deutsch-chinesischen Fluggesellschaft Eurasia für eine Postfluglinie nach China suchen und erproben. Der abenteuerlustige Flieger nimmt die ungewöhnliche Herausforderung begeistert an. Er dokumentiert in den kommenden Jahren etliche seiner Flüge in und nach China mit seiner Leica.

Graf Castell nutzt bereits die zu dieser Zeit gerade erfundenen Farbfilme für einige seiner Aufnahmen. So kann er als einer der ersten Europäer Luftbilder von Peking und dem Kaiserpalast machen. Rund 1500 Aufnahmen entstehen in dieser Zeit. Dass Fliegen in China in den 1930er-Jahren mit seiner unterentwickelten oder gar nicht vorhandenen Luftfahrtinfrastruktur Abenteuer pur ist, zeigen etliche Unfälle und Bruchlandungen. Zudem müssen selbst die robusten Junkers-Flugzeuge der Eurasia nach der Landung manchmal erst mithilfe von Ochsengespannen aus versumpften Buschpisten wieder auf festen Untergrund gezogen werden. Die mangelnde Verfügbarkeit von Treibstoff oder Ersatzteilen setzen Castell und seiner Crew oft ebenfalls zu. Unfreiwillige und manchmal wochenlange Zwangspausen sind deshalb eher die Regel als Ausnahme.

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