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#Ein Helikopter schreibt Geschichte

Ein Helikopter schreibt Geschichte

MiMi Aung, Projektmanagerin am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa und verantwortlich für den Mars-Hubschrauber Ingenuity, zögerte nicht, große Worte zu wählen, als sie sich um kurz vor 13 Uhr deutscher Zeit an ihr Team wandte: „Jetzt können wir sagen, dass wir Menschen ein motorgetriebenes Fluggerät auf einem fremden Planeten geflogen haben.“ Sie wisse nicht, was die Gebrüder Wright nach ihrem historischen ersten Flug im Jahr 1903 getan hätten. Wahrscheinlich hätten sie sich aber umarmt, und das würde sie nun auch gerne virtuell mit allen Mitwirkenden tun.

Sibylle Anderl

Kurz vorher hatte eine erste Analyse der von dem Minihubschrauber empfangenen Daten ergeben, dass er wie geplant eine halbe Stunde nach Mittag (Mars-Ortszeit) von der Mars-Oberfläche abgehoben, dann in einer Höhe von rund drei Metern geschwebt hatte und daraufhin wieder sicher gelandet war. Neben den Werten des Höhenmessers an Bord von Ingenuity belegte das ein Foto der auf den Boden gerichteten Kamera des Fluggeräts, auf dem dessen Schatten zu sehen war.

Jubel und Erleichterung im Kontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory der Nasa.


Jubel und Erleichterung im Kontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory der Nasa.
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Bild: Reuters

Außerdem hatte der Perseverance-Rover mit seiner Mastkamera ein kurzes Video des Flugversuchs aufgenommen. Der erste Flug des nur knapp zwei Kilogramm schweren Hubschraubers hatte damit wie erhofft demonstriert, dass es trotz der geringen Dichte der Mars-Atmosphäre – weniger als ein Prozent der irdischen – möglich ist, auch den Luftraum für künftige Erkundungen zu erschließen. So könnten auch Gebiete erforscht werden, die für einen Rover unzugänglich sind.

Die Nasa hatte den Empfang der Flugdaten im Stil eines Live-Ereignisses inszeniert, obwohl zum Zeitpunkt der Übertragung bereits mehr als drei Stunden seit dem Abheben von Ingenuity vergangen waren. Dessen Daten mussten allerdings erst einen weiten Weg mit einigen Stationen hinter sich bringen: zunächst zum Rover Perseverance, von dort zum Mars Reconnaissance Orbiter der Nasa, schließlich über eine Strecke von knapp 300 Millionen Kilometern zum irdischen Deep Space Network auf der Erde und von dort in den Kontrollraum des JPL.

Der enthusiastische Applaus, der dort angesichts der Bekanntgabe der entscheidenden Daten zu vernehmen war, schien merklich von Erleichterung geprägt, nachdem es zwei Tage vor dem ursprünglichen Starttermin am 11.April technische Probleme gegeben hatte. Beim letzten Test der Hochgeschwindigkeitsrotation – zwischen 2000 und 3000 Umdrehungen pro Minute muss Ingenuity zum Abheben erreichen – war ein Zeitmessungsproblem aufgetreten, das verhinderte, dass der Hubschrauber in den Flugmodus übergehen konnte. Unter Hochdruck hatten die Wissenschaftler daraufhin eine Software-Lösung entwickelt, die am Samstag erfolgreich getestet wurde.

Nachdem Ingenuity das historische erste Abheben hinter sich hat, bleiben ihm nun bis Anfang Mai bis zu vier weitere Flugversuche, um auch die horizontale Bewegung auszuprobieren. Danach wird er vom Rover Perseverance zurückgelassen werden, denn der muss sich dann seiner Hauptmission widmen: der Suche nach Spuren von Leben.

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