„Ein Hoch auf den Taschenkrebs“
„Crab Mayonnaise“ ist eine auf den britischen Inseln beliebte, delikate Vorspeise.
Bild: Peter Badenhop
Unser Redakteur trauert seinem französischem Lieblingsrestaurant in Düsseldorf nach, das der Pandemie zum Opfer gefallen ist. Den Taschenkrebs muss er sich nun selbst zubereiten und zaubert im Handumdrehen „Crab Mayonnaise“.
Meinen ersten Taschenkrebs habe ich in Düsseldorf gegessen. In „Roberts Bistro“, dem aufregendsten, unterhaltsamsten, unprätentiösesten, ja, einfach besten französischen Restaurant, das ich kenne. Oder besser: kannte. Denn vor ein paar Wochen ist dieser wunderbare Ort der verdammten Pandemie zum Opfer gefallen und hat nach mehr als drei Jahrzehnten für immer die Türen geschlossen. Es ist eine Schande, aber ich habe wenigstens die Erinnerung an lauwarmen Rochenflügel, Hühnerherzensalat und eben Taschenkrebs.

Der gilt den Franzosen als Delikatesse, ist in Deutschland aber kaum verbreitet. In dem einen oder anderen Restaurant wird mitunter die äußerst teure Königskrabbe aufgetischt. Und auf Helgoland futtern die Inselgäste Knieper, die gekochten Scheren des Taschenkrebses, mit Toastbrot, Butter und Knoblauchsoße. Aber das sind Ausnahmen. Im Gegensatz zu vielen ihrer Nachbarn sind die Deutschen einfach keine Krebs-Esser, und deshalb ist es auch so erstaunlich schwer, frisches Krebsfleisch zu bekommen.
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