„Ein Kämpfer für das Gute“
Die Johnsons waren 1945 nach Westen gegangen, von Texas nach Kalifornien. Rafer Johnson musste dort als Kind Baumwolle pflücken. 15 Jahre später, in Rom, war er der erste Afroamerikaner, der das „Star-Spangled Banner“ zur Eröffnung Olympischer Spiele tragen durfte. Die Sowjets hatten Gewichtheber Juri Wlassow geschickt, der die Flagge eine Runde mit ausgestrecktem Arm tragen konnte. Das konnte Johnson nicht.

Seine Hautfarbe sollte transportieren, was in weiten Teilen Amerikas gar nicht existierte. „Mir war die Ironie klar: ein schwarzer Mann als Botschafter eines Landes, in dem Rassisten bei Lynchmorden ungeschoren blieben.“ Um das Amateurstatut nicht zu verletzen, hatte Johnson das Angebot ausgeschlagen, im Film „Spartacus“ mitzuspielen. Er hätte den Sklaven Draba spielen können, dessen Gladiatorenleichnam kopfüber in Ketten aufgehängt wird. Johnson wurde in Rom Zehnkampf-Olympiasieger.
1968 erlebte er, wie Sirhan Sirhan Bobby Kennedy erschoss. Johnson, in Kennedys Wahlkampfteam tätig, überwältigte den Attentäter. Ein Jahr später organisierte er die ersten Special Olympics in Kalifornien, 1984 entzündete er das olympische Feuer im Coliseum von Los Angeles. In dieser Woche ist Rafer Johnson gestorben, im Alter von 86 Jahren. Vor seinem Haus, schrieb die „Los Angeles Times“ im März 2019, wehe eine Flagge. Darauf stehe nur ein Wort: „Love“, Liebe.
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