„Ein Kind wie ein Sumoringer“
Kyuta dehnt sich vor dem Training.
Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters
Kyuta Kumagai ist zehn Jahre alt und mit 85 Kilo doppelt so schwer wie andere Kinder seines Alters. Der japanische Junge trainiert als Sumoringer und der Fotojournalist Kim Kyung-Hoon hat ihn in seinem Alltag begleitet.
Unter den jungen Sumoringern, die Gewichte heben, sticht der zehnjährige Kyuta Kumagai hervor. Mit 85 Kilogramm hat Kyuta doppelt so viel Masse wie andere Kinder seines Alters. Seine körperliche Präsenz ist so dominant, dass er im Ring Gegner schlagen kann, die fünf oder sechs Jahre älter sind als er. 2019 wurde er Weltmeister in der Klasse unter Zehn Jahren.
Seine Disziplin im Training ist unermüdlich. Unter der Leitung seines Vaters trainiert er sechs mal die Woche im nahegelegenen Sumo-Club. Und auch wenn sein äußeres Erscheinungsbild enorm ist, trainiert er nicht nur den Kampf, sondern geht auch schwimmen, laufen und Gewichte heben. Als Sumoringer muss er beweglich und schnell sein. Seit dem Kindergarten ist Kyuta dabei. „Ich habe ihm nichts beigebracht, viele Bewegungsabläufe waren von Natur aus da“, sagt sein Vater Taisuke, der selbst mal Sumoringer in der Amateurklasse war. „Nachdem er den ersten Wettbewerb gewonnen hat, war mir klar, dass er ein besonderes Talent hat.“
Kuyta ist ein schüchterner Junge weniger Worte, seine Motivation für den Sport ist simpel: „Es macht mir Spaß, die älteren Jungs zu besiegen.“

Kyuta trainiert mit seinem Vater im buddhistischen Tempel Joshin-ji in Tokio.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Aufwärmprogramm im Komatsuryu Sumo Club von Tokio.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Im Training nimmt Kyuta es auch mit Erwachsenen auf, wie hier mit seinem Trainer Shinichi Taira.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Trotz der Körpermasse ist eine gute Fitness Voraussetzung für die Ringer.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Eine Trophäe des Hakuho Cups steht neben Familienfotos von Kyuta.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Steak ist sein Lieblingsessen.
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Kyuta beim Training im Komatsuryu Sumo Club in Tokyo.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Der Fuß ist vom Sand des Dohyo bedeckt, einem klassischen Rind der Sumos.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

„Beim Sumoringen kann man nicht vom Genießen reden. Manchmal, wenn es hart wird, habe ich schon daran gedacht, es sein zu lassen.“ Sagt Kyuta, hier beim Training im Komatsuryu Sumo Club.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Krafttraining gehört auch zum Trainingsplan von Kyuta.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Die meisten Gegener sind älter als Kyuta.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Kyuta diskutiert mit seinen Mitschülern. Er geht auf die Meiji Grundschule in Tokio.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Durchschnittlich nimmt Kyuta 2700 bis 4000 Kalorien zu sich um den Richtlinen der Sumoringer zu entsprechen.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters

Nach der Schule nimmt Kyuta zuhause ein Bad.
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Bild: Kim Kyung-Hoon/Reuters
Das jahrhundertealte Sumo ist in Japan ein Nationalsport – und gleichzeitig auch nicht. Die allermeisten Japaner praktizieren den Sport nicht. Aber nach Baseball und Fußball ist das professionelle Sumo die beliebteste Sportart in dem Land. Die sechs großen Turniere werden live im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender NHK übertragen und in den abendlichen Hauptnachrichtensendungen ausgiebig gewürdigt. Die Ambivalenz des Nationalsports Sumo zeigt sich auch darin, dass die erfolgreichsten Sumoringer schon seit Jahren aus dem Ausland kommen, die meisten aus der Mongolei. Der Popularität aber tut das keinen Abbruch.
Die Karriere eines professionellen Sumoringers ist hart. Der Sport ist strikt hierarchisch organisiert und hält das Prinzip Ehre hoch. In den Sumo-Trainingsställen gehört Ehrfurcht vor den älteren und erfolgreichen Sportlern zur Erziehung dazu. Zwei Mal in den vergangenen Jahren führte das zu Schlagzeilen, die das Bild des Sports arg in Mitleidenschaft zogen. 2010 starb ein 17 Jahre alter Sumo-Schüler, nachdem Ringer aus seinem Trainingsstall ihn geschlagen hatten. Der Trainer hatte den Auftrag dazu gegeben, weil der Sumo-Schüler aus dem Stall weglaufen wollte. Der Trainer wurde später zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Sieben Jahre später trat der Sumo-Großmeister Harumafuji zurück. Er hatte während eines Abendessens einen jüngeren Ringer gezüchtigt, weil dieser angeblich nicht genug Anstand und gute Sitten gezeigt habe. Die Folge waren ein Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung. Der jüngere Sumo-Sportler hatte nach Medienberichten während des Essens auf sein Handy geschaut.
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