#Ein spaßfreier Abend für den FC Bayern

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Es ist fahrlässigerweise nicht festgestellt worden, wie Oliver Kahn an diesem Dienstagabend, der aus der Sicht seines Klubs so spaßfrei enden sollte, an seinem Sitzplatz in der Fußballarena in München angekommen ist.

Und so lässt sich leider nur spaßeshalber spekulieren, dass er, der Vorstandsvorsitzende, sich davor mit seinem Auto durch dunkle Nebenstraßen schlängelte, dass er durch einen dunklen Nebeneingang ins Stadion schlüpfte, dass er sich selbst in der VIP-Lounge noch nervös umschaute – dass er das alles machte, weil er seit Samstagabend weiß, dass er sich in seiner Arena nicht mehr sicher fühlen kann; weil er weiß, dass es dort einen Detektiv gibt, der gegen ihn ermittelt.

Der Name des Detektivs: Lothar Matthäus.

Es zählt zu den spaßigsten Geschichten der Saison, dass Lothar Matthäus, der früher für den FC Bayern spielte und heute gegen den FC Bayern grantelt, am Samstag in einer Sky-Diskussion vor dem Spitzenspiel zwischen München und Dortmund dem CEO Kahn ein Geständnis entlocken wollte. Er findet, dass dem FC Bayern momentan das Mia san Mia fehlt. In der Fernsehdiskussion ging es ihm um die Art und Weise, wie dem Trainer Julian Nagelsmann die Freistellung mitgeteilt beziehungsweise nicht mitgeteilt worden ist.

Als Kahn konterte („Was meinst du denn eigentlich mit Mia san Mia, wenn du uns immer unterstellst, es gibt kein Mia san Mia mehr?“), konterte Detektiv Matthäus: „Ich habe gemerkt, dass du wieder abgelenkt hast! Sebastian (Sky-Moderator Hellmann; d. Red.) hat dir eine Frage gestellt, die du nicht beantwortet hast.“ Man könnte nun kritisch anmerken, dass auch Matthäus ablenkte, aber zurück zu dem Abend, der so spaßfrei enden sollte.

Meisterdiebe statt Meisterdetektive

Als Oliver Kahn an diesem Dienstagabend endlich an seinem Sitzplatz in der Arena angekommen war, dürfte er daher erleichtert gewesen sein. Dem abwesenden Detektiv Lothar Matthäus war er nicht begegnet und dem Detektivlein Bastian Schweinsteiger, das seine kleine Anklage in der ARD ohne Belege machte („Ja, das Mia san Mia ist ein bisschen abhandengekommen“), musste er nichts entgegnen.

Er konnte sich nun in Ruhe ansehen, wie sein neuer Trainer Thomas Tuchel fast dieselbe Mannschaft aufs Feld schickte, die am Samstag in der Bundesliga 4:2 gegen Borussia Dortmund gewonnen hatte und im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg gewinnen sollte. Ein Heimsieg und die Mannschaft wäre im Halbfinale. Allen Spaß beiseite: Das müsste doch machbar sein, oder?

Keine Detektive, aber auch kein Halbfinale: Oliver Kahn (oben)


Keine Detektive, aber auch kein Halbfinale: Oliver Kahn (oben)
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Bild: picture alliance / SvenSimon

Es wurde für alle, die dem FC Bayern die Daumen drücken, aber ein spaßloser Abend, weil in der Arena kein Meisterdetektiv war, dafür aber Meisterdiebe waren: Christian Streich und seine Fußballer aus Freiburg.

Am Dienstagabend hat der kleine SC Freiburg 2:1 gegen den großen FC Bayern gewonnen, weil er dem Gegner in den wichtigsten Momenten des Spiels den Ball klauen konnte. In der 27. Minute, als Kingsley Coman den Ball klären wollte, aber Nicolas Höfler ihn abfing und mit feiner Technik aus mehr als 20 Metern ins Tor schoss.

In den folgenden 63 Minuten, als die Favoriten in den Strafraum der Freiburger drängelten und drückten, aber das selten schafften. Und dann natürlich in der 90. Minute, als Matthias Ginter und Lucas Höler im Strafraum der Bayern mit dem Kopf an den Ball kamen und so den Schuss von Nicolas Höfler möglich machten, den Jamal Musiala mit den Armen stoppte. Die Folge: Elfmeter für Freiburg, den Lucas Höler unter die Latte schoss. Was ein Ende!

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