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#Ein Superheld der Kulturproduktion

„Ein Superheld der Kulturproduktion“

Über Wolfgang Pohrts Unsterblichkeit ist, knapp vier Jahre nach seinem Tod, noch nicht abschließend entschieden. Seine Bewunderer stellen sich die Gesamtausgabe seiner Werke ins Regal, seine Gegner erinnern sich womöglich ihrer Schmerzen beim Lesen. Aber dass Pohrts Texte, seine Thesen und Argumente gegenwärtig wären in den heutigen Diskussionen: Das kann man, obwohl die meisten Schriften verfügbar sind, nicht erkennen, was ein Jammer ist. Denn Wolfgang Pohrt war in seiner großen Zeit, den Achtziger- und Neunzigerjahren, nicht nur einer der streitlustigsten, klügsten, bösesten und originellsten Publizisten in Deutschland. Was er geschrieben hat, ist auch sehr gut gealtert. Vieles liest sich zeitgemäß. Das Beste ist radikal unzeitgemäß geblieben.

Man sollte Wolfgang Pohrt also nicht vergessen – und als Investition in die Unsterblichkeit hat Klaus Bittermann, der Verleger Pohrts und auch selbst ein eigenwilliger Autor, eine Biographie Wolfgang Pohrts geschrieben. Die hat fast siebenhundert Seiten, was man übertrieben finden kann. Denn das Leben Pohrts ließe sich auch in zwei Sätzen nacherzählen. Im ersten ginge es darum, dass Pohrt, seit er schreiben konnte, immer nur geschrieben hat, viel und gut, meistens freiberuflich, ganz ohne die Absicherung journalistischer oder akademischer Festanstellungen. Der zweite Satz würde davon handeln, dass Pohrt anscheinend glücklich verheiratet war, mit Maria Schmidt, einer Balletttänzerin, deren zu früher Tod das Unglück war, von dem er sich nicht mehr erholte.

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