Inhaltsverzeichnis
„Eine Ausnahmesituation bei Mainz 05“
Nicht, dass es dem FSV Mainz 05 an Erfahrung im Umgang mit Krisen mangelte. Auf dem Platz wie an der Vereinsspitze. Stets ist es den Rheinhessen in den vergangenen Jahren gelungen, auch die bedrohlichsten Situationen zu meistern, mal mit mehr, mal mit weniger Glück – und vorige Saison mit Bo Svensson. Unter dem im Januar als Cheftrainer verpflichteten früheren 05-Profi legte die Mannschaft eine einzigartige Aufholjagd mit 32 Rückrundenpunkten hin, dank deren sie jetzt in die 13. Bundesligasaison hintereinander geht.
Doch vor ihrem Auftaktspiel, zu dem sie am Sonntagnachmittag RB Leipzig erwarten (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky), sehen sich die Verantwortlichen mit einer ganz neuen Herausforderung konfrontiert. Nachdem Stürmer Karim Onisiwo bereits vor dem DFB-Pokalspiel in Elversberg positiv auf Corona getestet worden war, mussten sich im Laufe der Woche zehn weitere Spieler und drei Mitglieder des Trainerstabs in häusliche Quarantäne begeben.
Zwar waren acht der Profis nicht mit Covid-19 infiziert, sondern mussten als noch nicht durchgeimpfte beziehungsweise gar nicht geimpfte Kontaktpersonen in die Isolation. Doch laut der „Absonderungsverordnung“ des Landes müssen auch sie zwei Wochen lang zu Hause bleiben, wie die zuständige Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilte.
Rumpfkader zum Ligastart
Sollte sich nicht doch noch ein Schlupfloch finden, stünde Trainer Svensson daher auch am zweiten Spieltag in Bochum nur ein Rumpfkader zur Verfügung. Wie der zum ersten Spieltag im Detail aussieht, wusste Sportvorstand Christian Heidel auch bei der Pressekonferenz zum Spiel gegen Leipzig am Freitagnachmittag noch nicht zu sagen: „Wir werden Spieler sehen, zumindest auf der Bank, die noch nicht so viele kennen in Deutschland. Wir haben viele Nachteile, aber den Vorteil, dass RB nicht weiß wer aufläuft, wollen wir uns nicht nehmen lassen.“ Trainer Bo Svensson wiederum wollte nicht sagen, welche Spieler definitiv fehlen werden.
Unter normalen Umständen hätte man davon ausgehen können, dass Svensson weitestgehend dieselbe Anfangsformation nominierte wie beim im Elfmeterschießen zustande gekommenen Pokalsieg. In der standen lediglich zwei Zugänge: die Außenbahnspieler Silvan Widmer rechts und Anderson Lucoqui links, von denen der Schweizer EM-Teilnehmer in Elversberg wie während der Vorbereitung den stabileren und dynamischeren Eindruck hinterließ. Dem von Arminia Bielefeld gekommenen Lucoqui, defensiv in keiner der bisherigen Begegnungen richtig gefordert, mangelt es noch am Zug nach vorne. Auch gegen den saarländischen Viertligisten agierte er offensiv zu verhalten.
Pluspunkte sammelte in dieser Beziehung der Spanier Aarón, den die 05er im Januar an Celta Vigo verliehen hatten. Aarón wäre gerne in seiner Heimat geblieben, galt deshalb und wegen des Phlegmas, mit dem er sich in den anderthalb Jahren zuvor ins Abseits gespielt hatte, tatsächlich als Verkaufskandidat. Jetzt scheint es, als wolle er sich wieder ganz auf Mainz einlassen – wenn sich das auch in seinem Defensivverhalten niederschlägt, könnte er sich seinen einstigen Stammplatz zurückerobern.
Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.
Wenn Sie an Foren interessiert sind, können Sie Forum.BuradaBiliyorum.Com besuchen.
Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Nachrichten kategorie besuchen.