Eine der stärksten Folgen der jüngeren TV-Geschichte (Kritik)

Eine der stärksten Folgen der jüngeren TV-Geschichte (Kritik)

Nachdem uns die ARD zuletzt mit dem bislang schwächsten Fränkischen „Tatort“ malträtiert hat, wird an diesem Sonntag eine der spektakulärsten Episoden seiner langen Geschichte ausgestrahlt.

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Sind wir ehrlich, die meisten der über 1.300 bislang ausgestrahlten „Tatorte“ sind zumeist solide bis sehr gute Krimis, deren Handlung sich nicht unbedingt über Jahre in unsere Gehirne einbrennt. Dann gibt es natürlich auch ein paar Totalausfälle und als erfreulichen Gegenpol einige Vertreter, die auch Jahrzehnte nach ihrer Premiere nichts von ihrem Glanz eingebüßt haben und als Klassiker der deutschen TV-Geschichte gelten.

Wolfgang Petersens „Reifezeugnis“, Horst Schimanskis Einstand in „Duisburg-Ruhrort“ oder der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Münchner „Tatort: Frau Bu lacht“ sind naheliegende Beispiele, doch auch der spröde Kieler Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) findet sich in diesem illustren Kreis wieder, obwohl der Applaus vor allem seinem von Lars Eidinger kongenial verkörperten Antagonisten Kai Korthals gebührt.

LK
Lars Eidinger glänzt als Psychopath Kai Korthals (© ARD / Marion von der Mehden)

Wie in Kiel üblich, geht es im Tatort: Borowski und der stille Gast“ nicht darum, Kai Korthals als Täter zu ermitteln. Der von Lars Eidinger beängstigend gut gespielte Psychopath ist nicht nur eine der abgründigsten Figuren der gesamten „Tatort“-Geschichte, er steht über die vollen 90 Minuten im Zentrum des von Sascha Arango brillant geschriebenen Thrillers, der im Gegensatz zu dessen üblichen Statuten zwei Fortsetzungen spendiert bekam. Allein diese Anomalie zeigt, welchen Eindruck Lars Eidinger als perfider Stalker, der sich unbemerkt in die Wohnungen seiner Opfer (unter anderem überzeugend dargestellt von Peri Baumeister) schleicht, hinterlassen hat.

Wer den ersten Auftritt des stillen Gastes noch nicht kennen sollte oder nach einigen Jahren wiederentdecken möchte, der ist an diesem Sonntag bei der ARD an der richtigen Adresse, die den bislang größten Knüller der „Tatort“-Sommerpause im Programm hat.

Auf wen wir uns am Sonntagabend am meisten freuen, verrät euch das Video.

Bester Kieler Krimi sorgt für Höhepunkt der Sommerpause

Während sich die beiden Fortsetzungen immer mehr in Richtung eines fast schon grotesken Privatkrieges zwischen Kommissar Borowski und Kai Korthals entwickelten, ist dessen Einstand ein reiner Psychothriller, der die perfiden Bosheiten des sogenannten stillen Gastes nicht mit den in Kiel durchaus gern eingeflochtenen schwarzhumorigen Passagen verwässert. Viel mehr erwarten uns 90 Minuten reinen Nervenkitzels, inklusive bösen Wendungen und einem denkwürdigen Schlussakkord, der seinerzeit für viele Schlagzeilen sorgte.

Für Axel Milberg, der sich als Klaus Borowski im Frühjahr dieses Jahres in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete, bedeutete die Begegnung mit dem stillen Gast jedenfalls den Höhepunkt seiner ohnehin beeindruckenden „Tatort“-Karriere, die vor allem wegen dieses Krimis nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.

Die „Tatort“-Episode „Borowski und der stille Gast“ wird heute am Sonntag, dem 31. August 2025 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist danach für sechs Monate in der Mediathek als Wiederholung im Stream verfügbar. Im September meldet sich Deutschlands beliebteste Krimireihe mit frischen Folgen aus der Sommerpause zurück.

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