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„Eine Kandidatin weniger für Johnsons Nachfolge“
In der zweiten Runde zur Wahl des neuen Vorsitzenden der Konservativen Partei in Großbritannien ist am Donnerstag Generalstaatsanwältin Suella Braverman ausgeschieden. Damit gehen nun fünf Kandidaten in die nächste Abstimmung in der nächsten Woche. Der frühere Schatzkanzler Rishi Sunak konnte seinen Vorsprung mit 101 Stimmen ausbauen. Penny Mordaunt, Staatssekretärin im Handelsministerium, schnitt abermals als Zweite ab (83 Stimmen). Außenministerin Liz Truss landete wieder auf dem dritten Platz, diesmal mit 64 Stimmen. Staatssekretärin Kemi Badenoch erhielt 49 Stimmen und der Abgeordnete Tom Tugendhat 32, fünf weniger als am Mittwoch.
Am Morgen hatte Truss eine Kandidatenrede gehalten und vor allem auf ihre langjährige Regierungserfahrung verwiesen. „Ich kann liefern, wenn es schwierig wird“, sagte sie. Sie versprach, erst unlängst durchgesetzte Abgabenerhöhungen zurückzunehmen. Gleichzeitig will sie Familien steuerlich entlasten und den Verteidigungsetat anheben. Viel Raum gab sie dem Krieg in der Ukraine und der Notwendigkeit für Großbritannien, den militärischen Druck auf Moskau zu erhöhen. Auf die Frage, warum sie nicht mit ihrem Rücktritt zu Johnsons Ende beigetragen habe, antwortete sie: „Ich bin eine loyale Person.“
Wer wird Boris Johnsons Nachfolger? Wir stellen die fünf verbliebenen Kandidaten vor.
Mordaunt wurde am Donnerstag scharf vom früheren Brexit-Minister David Frost angegriffen, der zeitweise ihr Vorgesetzter war. Sie habe die Details nicht im Griff gehabt und keine unangenehmen Nachrichten an die EU weitergegeben, sagte Frost. Nach einem halben Jahr habe er sie gebeten weiterzuziehen. Sunak musste sich in einem BBC-Interview zu der Frage äußern, ob er als reicher Mann die Nöte der einfachen Leute kenne. Er wolle nicht nach seinem Geldbeutel beurteilt werden, sondern nach seinem Charakter und seinen Taten, entgegnete er.
Unterdessen wurde bestätigt, dass am Montag ein Misstrauensvotum gegen die Regierung im Unterhaus stattfinden wird. Die Regierung selbst hatte dieses initiiert, nachdem sie einen Antrag der Labour Party abgelehnt hatte, ein Misstrauensvotum speziell gegen Premierminister Boris Johnson anzusetzen. Es wird mit einer klaren Mehrheit für die Regierung gerechnet, die von Johnson noch bis zur Wahl seines Nachfolgers geführt werden soll.
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