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#Eine Reformerin für die WTO

Eine Reformerin für die WTO

Dies wäre vor einigen Jahren kaum vorstellbar gewesen: Ngozi Okonjo-Iweala soll als erste Frau und als erste Afrikanerin den Chefposten einer der wichtigsten multilateralen Organisationen für Handels- und Wirtschaftspolitik übernehmen. Als Nachfolgerin des glücklosen Brasilianers Roberto Azevêdo wird die 66 Jahre alte Nigerianerin an die Spitze der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf rücken.

Claudia Bröll

Johannes Ritter

Dafür hatte im Oktober schon eine klare Mehrheit der 164 WTO-Mitgliedsländer votiert. Doch Donald Trump hatte sein Veto gegen die Wahl der promovierten Ökonomin und ehemaligen Ministerin eingelegt. Sein Nachfolger Joe Biden indes hat nun den Weg für sie frei gemacht. Die amerikanische Regierung freue sich, Okonjo-Iweala zu unterstützen, erklärte das Büro des Handelsbeauftragten in Washington. Damit ist die endgültige Berufung der Nigerianerin an die WTO-Spitze nur noch reine Formsache.

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In dem monatelangen Auswahlverfahren der WTO im vergangenen Jahr hatte sich Okonjo-Iweala als glühende Verfechterin des Multilateralismus, zugleich aber auch als entschlossene Reformerin präsentiert. „Die WTO hat ernsthafte Probleme, die gelöst werden müssen, damit sie ihre einstige Bedeutung wiedererlangen kann“, sagte sie Mitte August im Gespräch mit der F.A.Z.

Eines der größten Probleme ist die Blockade des WTO-Streitschlichtungssystems durch die Amerikaner. Darüber hat Okonjo-Iweala nach eigenem Bekunden im Zuge ihrer Bewerbungstour mit 140 WTO-Botschaftern gesprochen. Dabei sei klar geworden, dass die Mehrheit der WTO-Mitglieder das System reformieren wolle. Darauf könne man aufbauen.

Eine traditionelle Prinzessin

Für Okonjo-Iweala ist es der zweite Anlauf, um an die Spitze einer bisher von Europäern und Amerikanern dominierten internationalen Organisation zu rücken. Im Jahr 2012 kandidierte sie für die Präsidentschaft der Weltbank, als erste Nicht-Amerikanerin, unterlag aber Jim Yong Kim.

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Die Nigerianerin, die stets in farbenfrohen traditionellen Gewändern mit kunstvoll geknüpften Kopftüchern auftritt, ist in ihrem Heimatort Ogwashi-Ukwu eine traditionelle Prinzessin. Ihr Vater, ein Professor, hat dort den Rang eines Eze oder Königs. Sie ist in Afrika wohlbekannt, obwohl sie bereits in den Teenager-Jahren in die Vereinigten Staaten gezogen war. Seit 2019 hat sie neben der nigerianischen auch die amerikanische Staatsangehörigkeit. Sie studierte an den Eliteuniversitäten MIT und Harvard, wo später auch ihre vier Kinder ihre Abschlüsse erlangten. Eine steile Karriere folgte.

Die Ökonomin war viele Jahre Managing Director der Weltbank in Washington, bevor sie sich entschied, in ihr Heimatland zurückzukehren. Das war kein bequemer Schritt: „Es wäre leicht für mich gewesen, bei der Weltbank zu bleiben, gut zu verdienen und zu kritisieren“, sagte sie der BBC im Jahr 2004. „Ich habe eine angenehme Karriere aufgegeben, um meinen Beitrag zu leisten, weil ich weiß, dass nur wir Nigerianer selbst unser Chaos aufräumen können.“

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Einige Jahre später scherzte sie, wer nicht in Nigeria gewesen sei, dürfe nicht behaupten, Afrika zu kennen. „Die Nigerianer sind chaotisch, aber sehr interessante Leute, es wird nie langweilig.“

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