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Eine Petition fordert mehr Naturschutz beim Anbau von Erdbeeren und ruft zum Boykott der Früchte aus Spanien auf. Was dahinter steckt, lesen Sie in diesem Artikel.
Geht es nach einer Petition die mehr Schutz für den spanischen Nationalpark Doñana fordert, könnte das bald ein Ende haben. Die Petition, die bereits von 165.087 Menschen unterzeichnet wurde, ruft zum Boykott spanischer Erdbeeren auf. Worum es bei der Petition genau geht und warum Erdbeeren aus Spanien betroffen sind, lesen Sie hier.
Was hat der Nationalpark Doñana mit spanischen Erdbeeren zu tun?
Erdbeeren bestehen der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF zufolge zu 90 Prozent aus Wasser und für ihre Herstellung werden pro Kilo durchschnittlich rund 300 Liter Wasser benötigt. Zu Problemen müsse das je nach Anbauregion nicht zwingend führen, sagt WWF-Wasserspezialist Johannes Schmiester. Aber: „Werden zu viele Erdbeeren in Gebieten angebaut, in denen Wasserknappheit herrscht, kann das katastrophale Auswirkungen haben.“ So leidet dem WWF zufolge auch der Doñana-Nationalpark im südspanischen Andalusien seit Jahren unter dem Anbau von Erdbeeren, der noch dazu illegal rund um das Feuchtgebiet stattfindet.
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Der Nationalpark in Andalusien ist rund 54.000 Hektar groß und gilt seit 1994 als Unesco-Weltnaturerbe. Laut dem WWF ist Landwirtschaft in den „Pufferzonen“ rund um das Feuchtgebiet unter bestimmten Umständen erlaubt, aber auf rund 1.900 Hektar würden illegal Erdbeeren angebaut. Für die Bewässerung würden die Verantwortlichen in der Region über mindestens 1000 illegale Brunnen das Grundwasser anzapfen.
Doch genau von diesem Wasser ist der Doñana-Nationalpark abhängig. Der WWF warnt daher: „Es herrscht eine Wasserknappheit, die das gesamte Ökosystem in Gefahr bringt.“ Die Natur- und Umweltschutzorganisation drängt eigenen Angaben zufolge bereits seit 2010 darauf, die Brunnen sowie die illegal genutzten Flächen aufzulösen – bislang ohne Erfolg.
Boykott spanischer Erdbeeren: Worum geht es in der Petition?
Obwohl der Nationalpark bereits mit Wasserknappheit zu kämpfen hat, hat die Regierung in Andalusien einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den bislang illegalen Anbau erlauben soll. Dagegen haben sich der WWF sowie den Angaben der Natur- und Umweltschutzorganisation zufolge auch die Europäische Kommission, die Unesco, die spanische Regierung, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die größten Lebensmittelhändler Europas eingesetzt.
Auch in der aktuellen Petition, die auf campact.de veröffentlich wurde, geht es um den Gesetzentwurf. Die Akteure fordern von Edeka, Lidl, Rewe und Aldi einen „Verkaufsstopp für Dürre-Erdbeeren“.
Übrigens: Dem WWF zufolge werden in Spanien pro Jahr rund 270.000 Tonnen Erdbeeren geerntet, in Deutschland sind es etwa 150.000 Tonnen, die den Bedarf hierzulande aber nur zu etwas mehr als der Hälfte decken.
Erdbeeren bei Edeka, Lidl, Rewe und Aldi: Was fordert die Petition von Supermärkten?
Die Petition richtet sich direkt an die größten Supermarktketten in Deutschland und fordert: „Stoppen Sie den Verkauf von Dürre-Erdbeeren – bis die andalusische Regierung einen nachhaltigen Umgang mit Wasser sicherstellt.“ Grund für die Auswahl der Supermärkte, an die sich der Appell richtet, sei, dass vor allem diese vier Ketten – Edeka, Lidl, Rewe und Aldi – den Lebensmittelmarkt in Deutschland bestimmen und einen Großteil der „spanischen Dürre-Erdbeeren“ kaufen würden, obwohl deren Anbau den Doñana-Nationalpark bedrohe.
Bereits 2022 hatten einige Lebensmittelhändler aus Deutschland einen Brief des WWF unterschrieben, der sich mit dem Appell, den Doñana-Nationalpark besser zu schützen, an die Regierung in Andalusien gerichtet hat. Unterschieben haben etwa Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount und die Rewe Group.
Da dieser Brief keinen Erfolg hatte, fordern die Petitionsmacher von Campact die Supermärkte nun auf Konsequenzen zu ziehen und wirtschaftlich mit einem Verkaufsstopp Druck aufzubauen.
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