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Es tut richtig weh

Es muss ein ziemlich kräftiger Schlag gewesen sein, den Erling Haaland am vergangenen Freitag unter nicht näher bekannten Umständen im Training abbekommen hat. Bei der 1:0-Niederlage in Mönchengladbach vermissten die Dortmunder ihren Torjäger schmerzlich, und nun sagt Trainer Marco Rose vor dem Spiel gegen Sporting Lissabon an diesem Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League sowie bei Amazon Prime): „Bei Erling, da tut es dann doch noch richtig weh.“

Die Hoffnung, dass Haaland sich trotzdem rechtzeitig erholt, haben sie zwar noch nicht ganz aufgegeben, aber ein weiteres Spiel ohne die beiden wichtigsten Offensivleute ist nicht unwahrscheinlich. Denn auch für Marco Reus, der sich ebenfalls am vergangenen Freitag eine Kapselverletzung im Knie zuzog, „wird es eng“, sagt Rose.

Das ist eine Perspektive, die nach den Eindrücken des Wochenendes ziemlich bedrohlich erscheint. Denn die Partie in Mönchengladbach hat deutlich gemacht, wie sehr das Spiel des BVB sich mit der Abwesenheit von Haaland und Reus verändert. „Wenn ein Topstürmer ausfällt, egal in welchem Verein, dann macht das immer etwas mit einer Mannschaft“, sagt Rose mit dem Ansinnen, Skeptiker zu beruhigen.

Brandt oder Malen?

Allerdings haben ambitioniertere Champions-League-Teams meist prominente Alternativen im Kader. Beim BVB dagegen „fehlen in der Offensive Optionen“, sagt Lizenzspielerchef Sebastian Kehl, auch weil in Giovanni Reyna und Julian Brandt zuletzt zwei weitere Kandidaten für den Angriff ausgefallen sind. Brandt trainiert wieder und könnte spielen, größere Hoffnungen ruhen allerdings auf dem für 30 Millionen Euro von der PSV Eindhoven verpflichteten Don­yell Malen.

Noch ist dem Niederländer kein Pflichtspieltor für den BVB gelungen, er „hatte ein großes physisches Defizit“, als er im Sommer in Dortmund ankam, sagt Rose. Inzwischen sei die Fitness aber gut, daher formuliert der Trainer vor der Partie gegen Lissabon „die klare Forderung“, dass Malen „in so einer Situation noch mehr in die Verantwortung geht“. Möglichst bald soll der Durchbruch gelingen, analog zu einigen berühmten Vorgängern: Der legendäre Lucas Barrios wurde 2009 nach sieben Spieltagen ohne Treffer vom „Welttorjäger“, zu dem er in Chile geworden war, in „Weltnixjäger“ umbenannt, bevor er anschließend in 26 Partien 19 Tore erzielte. Auch Robert Lewandowski brauchte einige Monate, bis er sich im Team etabliert hatte.

Alternative: Donyell Malen


Alternative: Donyell Malen
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Bild: EPA

Dass Youssoufa Moukoko bald zu einer ordentlichen Alternative für Haaland wird, ist hingegen unwahrscheinlich. Das 16 Jahre alte Supertalent, das in den Jugendteams des BVB Dutzende Tore schoss, hat Mühe mit der Intensität des Erwachsenenfußballs. „Wir alle sehen jetzt auch ein Stück weit, dass er tatsächlich 16 ist und Zeit braucht“, sagt Rose. Die Bundesliga sei „dann schon noch mal eine andere Nummer“. Zwar hat Moukoko in der vergangenen Saison drei Bundesligatore erzielt, aber als Profi, der das Spiel seines Teams über längere Strecken bereichert, ist er bislang nicht in Erscheinung getreten.

Es wird interessant, ob der Teenager in Dortmund mithält oder ob der Hochbegabte und sein Umfeld irgendwann zu der Einsicht gelangen, dass ein, zwei Jahre als erfolgreicher Torjäger auf einem niedrigeren Niveau besser für die Entwicklung sind. Den gegenwärtigen Zustand am Rande der Überforderung muss ein Spieler schließlich erst mal verkraften.

Gegen Sporting wollen die Dortmunder aber ganz unabhängig von ihrer dünn besetzten Offensive gewinnen, „um ein klares Signal an die anderen Klubs in der Gruppe zu senden und um wieder in die Spur zu kommen“. Man könne ja einfach mal durch einen Kopfballtreffer eines Innenverteidigers gewinnen, findet Rose.

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