„Etwas Normalität für Berlin“
Die Außenminister Frankreichs (Maurice Schumann), Großbritanniens (Sir Alec Douglas-Home), der Sowjetunion (Andrej Gromyko) und der Vereinigten Staaten (William Rogers, v.l.n.r.) unterzeichnen am 3. Juni 1972 das Abschlussprotokoll des Viermächteabkommens über Berlin.
Bild: Picture-Alliance
Das Viermächteabkommen von 1971 brachte West-Berlin etwas mehr Normalität in seiner absurden Inselexistenz inmitten der DDR. Aber es zementierte auch seinen Status. Teil acht unserer Serie „Stationen – Deutschland seit 1945“.
Der Begriff „Soundbite“ war im September 1971 zwar noch nicht sehr gebräuchlich. Aber zumindest einer der vier Herren, die am 3. September in Berlin vor die Kameras traten, war sich der symbolischen Bedeutung kurzer, einprägsamer Sätze sehr bewusst. „Ende gutt, alles gutt“, sagte Pjotr Abrassimow, der sowjetische Botschafter in der DDR, in unnachahmlicher Weise. Das machte den Diplomaten aus Moskau zwar nicht zum Erfinder des Soundbite. Aber solche Dinge war man von Repräsentanten der Sowjetunion nicht gewohnt. Für deren übliches Auftreten stand viel eher der langjährige und meist ziemlich mürrisch dreinblickende Außenminister Andrej Gromyko.

Peter Sturm
Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.
Das Ereignis, das Abrassimow da kommentierte, markierte einen wichtigen Punkt in der deutschen und besonders Berliner Nachkriegsgeschichte. Das Abkommen, das die vier ehemaligen Siegermächte des Zweiten Weltkrieges schlossen, brachte West-Berlin etwas mehr Normalität in seiner absurd anmutenden Inselexistenz inmitten der DDR. Gespräche über das schwierige Berlin-Thema hatte es seit dem 26. März 1970 gegeben. Die Botschafter der vier Mächte trafen sich im ehemaligen Gebäude des Alliierten Kontrollrates in West-Berlin. Themen der Verhandlungen waren die Dinge, die in der Vergangenheit für viel Streit gesorgt hatten.
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