Der milliardenschwere Zusammenschluss darf stattfinden. Allerdings nur, wenn Paramount umfangreiche Wettbewerbsauflagen im europäischen Kinogeschäft erfüllt.
Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance Corporation nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Freigabe erfolgt allerdings nur unter der Bedingung, dass Paramount die zugesagten Auflagen vollständig umsetzt. Beide Unternehmen hatten argumentiert, dass der Zusammenschluss ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der wachsenden Streaming-Konkurrenz stärken werde.
Im Mittelpunkt der kartellrechtlichen Prüfung stand insbesondere das europäische Filmvertriebsgeschäft. Während die Kommission bei der Produktion von Filmen und im Markt für audiovisuelle Inhalte weiterhin ausreichend Konkurrenz durch Studios wie Disney, Universal, Sony, Amazon MGM, A24 oder Lionsgate sieht, befürchteten die Wettbewerbshüter im Kinofilmvertrieb eine zu starke Marktkonzentration. Grund dafür ist die Beteiligung Paramounts am Gemeinschaftsunternehmen United International Pictures (UIP), das bislang den Kinovertrieb von Paramount- und Universal-Filmen in zahlreichen europäischen Ländern übernimmt. Mit dem Warner-Katalog wäre dort eine erhebliche Bündelung entstanden. Doch mit der Fusion ist eine Zusammenarbeit mit der Comcast-Tochter Universal Pictures überflüssig.
Um die Bedenken auszuräumen, verpflichtet sich Paramount unter anderem, seine Beteiligung an UIP innerhalb von 13 Monaten nach Abschluss der Transaktion zu beenden. Darüber hinaus darf das Unternehmen zehn Jahre lang keine Vereinbarungen mit Universal über einen gemeinsamen Filmvertrieb im Europäischen Wirtschaftsraum schließen. Zudem wurde festgelegt, dass Warner-Filme in den betroffenen Ländern nicht über dieselben Vertriebspartner wie Universal oder Disney vermarktet werden dürfen. Nach einem positiven Markttest kam die Kommission zu dem Schluss, dass diese Maßnahmen den Wettbewerb ausreichend sichern.
Die Genehmigung steht unter der Aufsicht eines unabhängigen Treuhänders, der die Einhaltung der Verpflichtungen überwachen wird. Paramount vereint nach dem Zusammenschluss Marken wie Paramount Pictures, CBS, Nickelodeon, MTV, Comedy Central, Showtime, Paramount+, Pluto TV und Skydance Media mit den Warner-Unternehmen HBO, Max, CNN, Discovery Channel, DC Studios, Warner Bros. Pictures, New Line Cinema, Eurosport, TNT Sports und Warner Bros. Games. Damit entsteht einer der weltweit größten Medien- und Unterhaltungskonzerne.
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