
68 Meter lang und 2.300 Tonnen schwer steht sie auf Stelzen im ewigen Eis der Antarktis: die deutsche Forschungsstation Neumayer III. Für mehr als ein Jahr war sie das Zuhause der Chirurgin Aurelia Hölzer. Gemeinsam mit acht Frauen und Männern überwinterte sie 2022 auf dem Schelfeis südlich des 70. Breitengrads. Über ihre Erlebnisse hat sie ein Buch geschrieben, das Einblicke in Leben und Arbeit an einem der extremsten Orte der Erde gibt.
Hölzer und ihr Team, alle Experten auf ihrem Gebiet, werden zu Multitalenten, deren Aufgaben weit über ihre Bereiche hinausgehen. Sie sind für den Betrieb der Station zuständig, führen wissenschaftliche Untersuchungen durch. Dennoch bleibt Zeit, um die weiße Welt und ihre Wunder zu entdecken. Sie beobachten Wale, Robben und Pinguine, erleben Naturschauspiele wie das Polarlicht oder Phänomene wie das Whiteout. Immer im Bewusstsein, dass nur ein kleiner Fehler Lebensgefahr bedeutet. Kein Schiff, kein Flugzeug kann sie in der Zeit der Überwinterung herausholen. Sie sind auf sich gestellt.
Hölzers Buch ist eine packende Mischung aus Erlebnisbericht, Naturbeschreibung und Porträts ihrer Kollegen. Sie vermittelt Wissen, erklärt die Bedeutung der Antarktis für das Klima und drückt ihr Staunen und ihre Faszination aus, mit einer Lebendigkeit, die mitreißt. Koffer packen und los! Wenn das so einfach wäre. Die großartigen Bilder im Band sind da ein gewisser Trost. Constanze Matthes
Aurelia Hölzer
Polarschimmer
Eine Welt aus Eis und Licht – 54 Wochen in der Antarktis
Malik, 320 S., € 22,–
ISBN 978-3-89029-591-6
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