#Feuer in Brandburg und Sachsen

„Feuer in Brandburg und Sachsen“



In vielen Teilen Europas brennen aktuell die Wälder. Auch Deutschland bleibt nicht verschont. Vor allem Brandenburg und Sachsen sind betroffen. Ein Überblick.

„Deutschland ist jetzt ein Waldbrandland“, analysiert Somidh Saha vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Hitzewelle in Europa trifft seit vielen Tagen auch Deutschland, bringt Hitze mit und verstärkt die Dürre. Das hat dazu geführt, dass auch hierzulande Waldbrände immer häufiger auftreten. „Als Folge des Klimawandels erleben wir nun extreme Hitzewellen sowie Dürren, damit steigt natürlich auch die Feuergefahr“, erklärt Saha. Doch wo genau brennt es in Deutschland und in welchen Gebieten herrscht Brandgefahr? Ein Überblick.

Waldbrand wütet in Brandenburg

In Brandenburg ist eine Fläche bei Rehfeld im Süden des Bundeslandes von einem Waldbrand betroffen. Die Feuerwehr versuchte, ein großes Feuer einzudämmen. Nach Angaben des Landkreises Elbe-Elster hat es sich auf einer Fläche von 800 Hektar ausgebreitet. Die Lage sei „sehr angespannt“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Morgen. Der Brand sei noch nicht unter Kontrolle. 

Am Montag mussten erste Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Es waren etwa 600 Menschen betroffen. Im Laufe eines Einsatzes in Rehfeld seien mindestens sieben Einsatzkräfte verletzt worden, sechs von ihnen wurden demnach ins Krankenhaus gebracht, teilte der Landkreis mit. Zudem sei eine Ferkelzuchtanlage in Kölsa-Siedlung abgebrannt, viele Tiere seien verendet.

Waldbrand in Altena bei Iserlohn dehnt sich aus

In der vergangenen Woche war an den Stadtgrenzen von Altena und Iserlohn ein Feuer ausgebrochen. Dieses dehnte sich schnell aus und umfasste bald rund zehn Hektar. Mehrere Wohnhäuser und Pferdehöfe müssten evakuiert werden. Die Lage entspannte sich aber schnell. Der Grund: „Hilfe vom Himmel“, wie es ein Feuerwehrsprecher im WDR nannte. Rund 350 Einsatzkräfte versuchten das Feuer mit Unterstützung des Regens zu löschen. Gegen Ende der Woche konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden.

Osthessen: Verletzte Feuerwehrleute wegen Großfeuer

Für die Feuerwehr in Cölbe (Osthessen) gab es ebenfalls Mitte letzter Woche einen Großeinsatz, nachdem ein Waldbrand ausgebrochen war. Das Feuer hielt die Brandbekämpfung auch über Nacht in Atem, denn die Suche nach Glutnestern konnte zunächst nicht eingestellt werden.

Video: SAT.1

Wie strapaziös der Waldbrand in Hessen für die Feuerwehr war, belegt die Tatsache, dass bei den Löscharbeiten sechs Feuerwehrleute verletzt und mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus mussten. Zu der Entstehung sagte ein Kreissprecher: „Es fing mit einem brennenden Feld an und dann ist das Feuer in den Wald rein.“ Mittlerweile konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.

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Waldbrand in Osthessen: Mehrere Feuerwehrleute mit Vergiftung

Laut ffh.de waren über 400 Einsatzkräfte vor Ort, erst nach Mitternacht sei das Feuer unter Kontrolle gewesen, schilderte ein Sprecher gegenüber dem Radioportal. Problematisch sei bei den Löscharbeiten der Wind und auch die Wasserversorgung gewesen. Das Feuer habe sich innerhalb weniger Stunden auf eine Fläche von knapp 10 Fußballfeldern ausgebreitet.

Waldbrand bei Sundern (Sauerland)

Die Hitzewelle über Europa macht sich auch in Deutschland breit – und hat am Dienstag (19. Juli) Menschen in NRW mit Temperaturen oft deutlich über 35 Grad schwitzen lassen. Gerade im Westen der Republik waren die Auswirkungen spürbar, der DWD hat mancherorts Temperaturen von knapp 40 Grad ermittelt. In der Nähe von Sundern im Sauerland (NRW) ist ein größerer Waldbrand ausgebrochen, auf einer Fläche zwischen 30.000 und 40.000 Quadratmetern. Menschen seien im Zuge der Brände auf dem etwa vier Fußballfelder großen Abschnitt nicht in Gefahr gewesen. Die Feuerwehr hatte das Feuer spät abends im Griff, jedoch waren Einsatzkräfte die ganze Nacht vor Ort, weil in dem Bereich immer wieder Flammen neu auflodern.

Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz

In Sachsen brennt es im Nationalpark Sächsische Schweiz. Anfang letzter Woche war ein Brand in unwegsamem Gelände nahe der Basteibrücke gemeldet worden, sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle Dresden. Sämtliche Feuerwehren der Gegend mit über 100 Feuerwehrleuten seien im Einsatz. Das Feuer brach an einem steilen Hang unterhalb der Bastei aus und breitete sich auf etwa 2500 Quadratmeter aus.

Das steile Gelände erschwerte zusätzlich die Arbeit der Feuerwehrleute, einige mussten mit Seilen abgesichert werden. Am Montagnachmittag löschten die Einsatzkräfte immer noch Glutnester im Boden. Weshalb das Feuer ausgebrochen war und auf welche Höhe sich der Schaden beläuft, war vorläufig unklar. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Waldbränden im Nationalpark, die durch schlecht oder falsch gelöschte illegale Feuerstellen ausgelöst worden sein könnten. Im gesamten Nationalpark sind solche Feuer deshalb verboten.

Der Brand, der im Tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz ausgebrochen war, weitere sich im Nationalpark Sächsische Schweiz aus. Für die Gemeinden Sebnitz und Bad Schandau löste das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Montag eine Vorstufe zum Katastrophenalarm aus, wie ein Sprecher am Abend mitteilte.

136 Einsatzkräfte seien am Dienstagmorgen noch vor Ort gewesen, sagte ein Sprecher des Landkreises. Es gab drei größere Einsatzstellen im Nationalpark Sächsische Schweiz, an der Gaststätte Großer Winterberg, am Kipphorn und am Kleinen Winterberg. „Unser großes Problem ist der Wind“, sagte ein Sprecher des Landratsamts Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit Blick auf die Ausbreitung des Feuers.

Video: dpa

Bei Hanau brannten 60.000 Quadratmeter Wald

Nachdem in den vergangenen Wochen bereits einige Wälder rund um Hainburg im Landkreis Offenbach in Brand gestanden hatten, ist am Montag (18. Juli) ein Brand im Stadtwald von Hanau-Großauheim ausgebrochen. Das Feuer bedeckte eine Fläche von 60.000 Quadratmetern. Die Feuerwehr war mit einem Großeinsatz bis in die späten Abendstunden vor Ort und konnte das Feuer schließlich unter ihre Kontrolle bringen.

Die Polizei vermutet Brandstiftung hinter der Serie von Bränden. Bei dem Brand in Hanau wurde ein Mann gesehen, der nur mit einer Badehose bekleidet im Bereich des Stadtwaldes mit dem Fahrrad unterwegs gewesen war. Die Polizei fordert den Mann auf, sich bei der Polizeistelle in Hanau zu melden und bittet Zeugen um Hinweise.

Feuerwehrleute sind derzeit vielerorts in Deutschland bei Waldbränden im Einsatz.

Foto: David Inderlied, dpa (Symbolbild)

Waldbrand auf dem Kandel im Schwarzwald

Montagnachmittag war im Schwarzwald ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer loderte auf dem Kandel im Landkreis Emmendingen. Die Feuerwehr konnte den Brand kurze Zeit später jedoch unter Kontrolle bringen und noch am Abend löschen. Eine rund ein Hektar große Fläche war dabei abgebrannt. Die Brandursache ist derzeit noch unklar.

Waldbrand im Neustädter Holz bei Celle

Montagabend musste die Feuerwehr Celle zu einem Waldbrand in dem Waldgebiet Neustädter Holz ausrücken. Eine etwa 500 Quadratmeter große Fläche Wald stand beim Eintreffen der Einsatzkräfte in Flammen, das Feuer konnte allerdings schnell gestoppt werden. Auch hier ist die Brandursache vorerst unklar.

Auch in Bayern hat es Brände gegeben, wie letzte Woche hier auf einem Feld zwischen Niedernberg und Großostheim.

Foto: Ralf Hettler, dpa

In vielen Teilen Deutschland besteht höchste Waldbrandgefahr

Die Trockenheit und Hitze haben dazu geführt, dass in vielen Teilen Deutschlands derzeit die höchste Waldbrandgefahr gilt. Der fünfstufige Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes weist in Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Berlin, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen teilweise die höchste Stufe aus. In Bayern mahnte die Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) Waldbesuchende zu besonderer Vorsicht. Selbst eine unachtsam weggeworfene Zigarettenkippe könne zu einem Waldbrand führen. Experten gehen davon aus, dass die aktuelle Hitzewelle eine Folge des Klimawandels ist. In ganz Europa gibt es aktuell viele Waldbrände – unter anderem auch in Italien und in Frankreich.

Özdemir warnt vor hoher Waldbrandgefahr in Deutschland

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hat angesichts der hohen Waldbrandgefahr zu Wachsamkeit aufgerufen. „Wir alle müssen jetzt mithelfen, dass Waldbrände vermieden werden, hier in Deutschland und im Urlaub. Also: Dringend Augen und Ohren offen halten, nichts Brennbares zurücklassen, keine Zigaretten achtlos wegwerfen! Die kleinste Unaufmerksamkeit kann Katastrophen auslösen“, sagte er der „“Neuen Osnabrücker Zeitung“.

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