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„Finanziert durch Steuergeld: Digitaler Ausweis auf dem iPhone kommt“

Auf einer Entwicklerkonferenz im Sommer kündigte Apple ein neues iPhone-Feature an: Künftig soll man Ausweis und Führerschein digital in seinem Smartphone hinterlegen können. In Kürze startet das neue Feature in einigen US-Bundesstaaten.
Eine Ausweispflicht wie in Deutschland gibt es in Amerika übrigens nicht. Jedoch muss man sich bei einigen Situationen wie am Flughafen oder bei der Kontoeröffnung ausweisen. Hierzu dient der Führerschein. Wer keine Fahrerlaubnis hat, kann sich bei der Führerscheinbehörde auch eine ID-Karte ohne Führerschein ausstellen lassen.
Tests und Werbung mit Steuergeld
Um die Einführung des neuen Features vorzubereiten, arbeitet Apple mit den US-Bundesstaaten zusammen. Die teilnehmenden Bundesstaaten haben sich dabei verpflichtet, Personal und Ressourcen für den Start des Programms bereitzustellen. Dazu zählt unter anderem das Testen der Funktion auf unterschiedlichen Apple-Geräten. Außerdem müssen die Bundesstaaten das Feature bei den Bürgern bewerben und für Akzeptanz bei der Landesregierung, Polizei und Steuerbehörde sorgen. Zudem soll die Funktion in allen öffentlichen Mitteilungen über digitale Ausweismöglichkeiten vorgestellt werden.
Apple-Ausweis setzt auf offenen Standard
Obwohl es sich um eine Funktion ausschließlich für Apple-Nutzer handelt, fallen also ein Teil der Kosten für die Einführung auf alle Steuerzahler zurück.
Um den Führerschein im iPhone zu hinterlegen, muss man diesen mit der Kamera scannen. Anschließend ist noch die Aufnahme eines Selfies aus mehreren Perspektiven zur Verifizierung nötig.
Digitaler Ausweis bringt mehrere Vorteile
Durch die direkte Integration im Apple Wallet braucht man das iPhone beim Ausweisen weder entsperren noch aushändigen. Man muss sich lediglich per Face ID oder Touch ID authentifizieren und das iPhone an ein entsprechendes Lesegerät halten. Auch die Installation und Registrierung in einer zusätzlichen App ist nicht notwendig.
Weder Apple noch die Ausweisbehörden erfahren, wann und wo man den digitalen Ausweis vorgezeigt. Wie auch bei Apple Pay ist die Sicherheit damit sogar höher, als mit einem herkömmlichen Ausweis, da die Daten mit einer biometrischen Authentifizierung geschützt sind. Zudem kann man ein gestohlenes Smartphone im Gegensatz zu einer Plastikkarte aus der Ferne löschen.
Beim digitalen Ausweis setzt Apple auf einen offenen Standard. Der ISO 18013-5 Standard ist auch in Android ab Version 11 integriert, sodass auch Google eine entsprechende Funktion realisieren könnte.
Deutschland geht eigenen Weg
In Deutschland setzt man hingegen auf ein eigenes Verfahren. Wer jedoch hofft, dass hierdurch Steuergelder gespart werden, irrt. Im Gegensatz zur Apple-Alternative trägt in Deutschland der Staat – und somit der Steuerzahler – auch die vollen Kosten für Entwicklung und Betrieb.
Deinen digitalen Ausweis kannst du in Zukunft in der AusweisApp2 hinterlegen. Dazu benötigst du einen neuen Personalausweis mit aktivierter eID-Funktion. Leider kann der digitale Ausweis dabei nicht ins System integriert werden. Zum Ausweisen musst du also dein Smartphone entsperren und die AusweisApp2 mit deiner gewählten PIN entsperren.
Der digitale Ausweis in Deutschland soll noch in diesem Jahr für ausgewählte Samsung-Smartphones der Oberklasse starten. In der ersten Jahreshälfte 2022 soll die Funktion auf den meisten neueren Smartphones verfügbar sein. Bei dieser „einfacheren“ Variante kannst du dich jedoch nicht überall ausweisen.
Parallel arbeitet Deutschland an einer zweiten App mit dem Namen „ID Wallet„. In dieser sollst du auch deinen Führerschein und weitere Dokumente hinterlegen können.
Bildquellen
- Digitaler Führerschein: BMVI
- Apple Wallet mit einem digitalen Ausweis: Apple
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