Frankfurter Buchmesse: Glückliche Tage für Leser

Frankfurter Buchmesse: Glückliche Tage für Leser

Es gibt Zahlen, Daten und Fakten, aber auch Gefühle. 7641 Inseln haben die Philippinen, erst 4300 Aussteller hat die Frankfurter Buchmesse seit dem Ende der Corona-Pandemie zurückgewonnen, es fehlen ihr also noch 3200, um unwiderlegbar an alte Größe anzuknüpfen, auch wenn andere Kennzahlen schon sehr viel besser aussehen. Zudem liegt der Umsatz der deutschen Verleger und Buchhändler zu Beginn des wichtigsten internationalen Branchentreffs unter dem des Vorjahrs. Und trotzdem ist sie gut, die Stimmung in den Messehallen, wo sich Kollegen begegnen, die einander oft nur hier und einmal im Jahr sehen.

Fünf Tage lang hat zwischen Mittwoch und Sonntag aber auch Frankfurt etwas vom Handelstreff der internationalen Branche, auch wenn die Aussteller unter sich oft schon seit dem Wochenende in der Stadt sind, um Stände aufzubauen und Geschäfte zu machen, im Frankfurter Hof und anderswo. Und nicht nur die Hoteliers freuen sich über gut ausgelastete Zimmer, auch für Feld-Wald-und-Wiesen-Leser gibt es in diesen Tagen etwas zu sehen, zu hören, zu erleben. Ein paar Stunden auf der Messe, die Jagd nach Eindrücken, einem Selfie oder einem signierten Buchexemplar – all das wird an den Privatbesuchertagen des Wochenendes, zu denen erstmals auch der Freitag gehört, wieder viele Besucher glücklich machen, aller Voraussicht nach sogar mehr als im vergangenen Jahr. Was wiederum die Buchmesse in einen Sturm des Entzückens versetzt. Vor allem aber sind glücklich aus Frankfurt in die nähere und weitere Umgebung heimgekehrte Leser glückliche Buchkäufer, sodass sich der Umsatz der Branche bis Weihnachten vielleicht doch noch ins Plus dreht.

Mehr Spektakel ist dabei jederzeit möglich, wie schon der einstige Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann wusste, dessen Erfindung von „Literatur im Römer“ dieses Jahr 50 Jahre her ist. Das Publikumswochenende mit mehr als 100.000 Besuchern in brechend vollen Hallen ist ohnehin seit jeher ein Anblick für sich. Erstmals aber zeigt die Buchmesse ihren Besuchern in diesem Jahr auch die Festhalle. Vor einiger Zeit hatte sie dort das Agentenzen­trum untergebracht, den streng zutrittsbeschränkten Kern des Rechtehandels. Das sah spektakulär aus, zu sehen bekamen es aber nur die Spezialisten, die an den 500 Tischen im Halbstundentakt Termine hatten. Nun bietet die Halle eine prunkvolle Fassung für Treffs mit Autoren. Mehr Glück ist immer eine gute Sache.

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