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Der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) hatte sich die Messlatte selbst hoch gelegt: Beim Museumsuferfest gelang ihm kürzlich der Fassbieranstich mit dem ersten Schlag. Das ist so etwas wie der Ritterschlag in der Branche der Stadtoberhäupter, wenn es um die Tauglichkeit zur Eröffnung von Volksfesten geht. Beim Auftakt des Frankfurter Oktoberfests in Nachbarschaft des Waldstadions gelang ihm dieses Kunststück nun abermals. Und das, obwohl er kein Trainingsfass zur Verfügung hatte.
Ein solches, so plauderte es Josef bei der Eröffnung auf der Bühne aus, soll der Münchner Oberbürgermeister und Josef-Parteifreund Dieter Reiter qua Amt quasi im Büro stehen haben; zur Vorbereitung auf das Oktoberfest-Original, die Wiesn, die mal wieder erst wenige Tage nach dem Frankfurter Oktoberfest am Samstag beginnt. Ohne die Leistung des Frankfurter Oberbürgermeisters schmälern zu wollen sei indes verraten, dass der Bierbrauer des Vertrauens seit einigen Jahren die Fässer so akkurat zu präparieren pflegt, dass der finale Schlag, mit dem das Bier zum Fließen gebracht wird, deutlich leichter gelingt als einst, als die Disziplin noch eine hohe Kunst und eine Mischung aus Kraft und Technik war.
Josef brauchte also auch jetzt wieder nur einen Schlag, ehe es hieß: “Ozapft is“ Daran muss sich am Freitagabend der Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) messen lassen, der dann ebenfalls ein Fass anstechen darf.
Claudia Effenberg lobt die Frankfurter
Zuvor schon lobte er die Festwirte Kai Mann sowie die Brüder Dennis und Patrick Hausmann dafür, dass das Oktoberfest bei seiner 15. Austragung schon eine Institution in Frankfurt sei. „Frankfurt kann vieles und auch Oktoberfest mit Bier, Handkäs und Ebbelwei“, sagte das Stadtoberhaupt, ehe er einen kräftigen Schluck aus den überdimensional großen Maßbierkrügen nahm, die man nun wirklich nicht als Bembel bezeichnen kann. Vermutlich wäre das ohnehin zu viel der kulturellen Aneignung.

Stattdessen haben sich die Oktoberfestveranstalter in diesem Jahr eine Botschafterin gesichert, die einst wie keine Zweite das Oktoberfest personifizierte und von sich auch durchaus mal behauptete: „Ich bin das Oktoberfest“. Claudia Effenberg bildete viele Jahre lang mit ihrem Ehemann, dem einstigen Spitzenfußballer Stefan Effenberg, so etwas wie das Traumpaar der Münchner Oktoberfestberichterstatter – ehe die beiden sich zuletzt etwas von ihrer einstigen Bühne distanzierten. Bei der Pressekonferenz für das Oktoberfest hatte Frau Effenberg gar gesagt, dass „die Wiesn in München nicht mehr das sind, was sie mal waren“. Sie habe gar das Gefühl, dass das Oktoberfest in Frankfurt viel mehr in Ehren gehalten werde.
Am Mittwochabend hat sie sich selbst von der Frankfurter Variante überzeugt und schien den ersten Eindrücken nach tatsächlich recht begeistert. „Nur manche Dirndl wirken mir hier noch etwas zu karnevalesk. Die Herren sind hingegen besser gekleidet als in München“, sagte sie.
Oktoberfestduell Eintracht gegen Bayern
Sie erwägt, in zwei Wochen abermals ins Festzelt nach Frankfurt zu kommen, wenn es gewissermaßen zum Duell der Oktoberfeste kommt: Die Mannschaft des FC Bayern München, die das Original-Oktoberfest fürs eigene Selbstverständnis des „Mia san mia“ so dringend braucht, muss nämlich am 4. Oktober im Waldstadion antreten. In beiden Städten finden zu dieser Zeit noch die jeweiligen Feste statt. Effenberg hat bereits vor dem Oktoberfest über ihre Social-Media-Kanäle zwei VIP-Karten für das Spiel versteigert, die ihr Mann organisiert hatte. Die jeweils 2000 Euro fließen in die Spendenaktion des Oktoberfests. Im vergangenen Jahr hatten die Festwirte 80.000 Euro gesammelt. Mit dem Geld haben die Festwirte maßgeblich zum Bau einer Schule in der Dominikanischen Republik beigetragen, wo bereits zuvor schon eine Schule durch Frankfurter Spendengeld gebaut wurde.
Das Duell passt zum Abschied des Oktoberfests vom Parkplatz P9 am Waldstadion. Die Festwirte Mann und Hausmann müssen das Fest im kommenden Jahr an einen neuen Ort verlegen, den sie bislang noch nicht öffentlich kundtun wollen. Am bisherigen Standort, wo 2009 erstmals Oktoberfest gefeiert wurde, soll künftig eine Multifunktionshalle entstehen für Sport- und Konzertgroßereignisse.
Schon in diesem Jahr mussten die Hausmänner kurzfristig umplanen, allerdings nur um einen Tag: Weil die Uefa das Eintracht-Heimspiel zum Auftakt der Champions League auf den Donnerstag terminierte, mussten die Veranstalter ihren Auftakt recht kurzfristig um einen Tag nach vorne verlegen. Der Stimmung im gut gefüllten, wenn auch aufgrund der Verlegung bei weitem nicht ausverkauften Festzelt tat dies keinen Abbruch. Frankfurt ist in der Oktoberfestzeit angekommen.
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