Fruchtfliegen in der Küche: Mit diesen einfachen Mitteln wird man sie los

Fruchtfliegen in der Küche: Mit diesen einfachen Mitteln wird man sie los

Kaum ist es wärmer, sind sie wieder da: Fruchtfliegen. Aus dem Biomüll steigen sie in Schwärmen auf, Obst und Gemüse lassen sich kaum noch offen lagern – die winzigen Tiere scheinen davon magisch angezogen zu werden. Dass dieser Eindruck nicht täuscht, hat biologische Gründe. „Das liegt auch daran, dass sich Drosophila melanogaster ab 25 Grad so schnell entwickeln“, sagt Marion Silies von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, die am Institut für Entwicklungs- und Neurobiologie zu Fliegen forscht. Bei Temperaturen von 25 Grad und mehr können sich Fruchtfliegen binnen nur zehn Tagen vom Ei zur ausgewachsenen Fliege entwickeln.

Dass die Fruchtfliege überhaupt so weit gekommen ist – von der afrikanischen Sahara, ihrem Ursprungsgebiet, bis in die Küchen dieser Welt –, hängt mit einer besonderen Eigenschaft zusammen: Sie ist ein Generalist. In der Biologie wird zwischen Generalisten und Spezialisten unterschieden – Arten, die sich an sehr unterschiedliche Lebensräume anpassen können, und solchen, die stark spezialisiert sind. „Die Drosophila gehört zu den Generalisten, den anpassungsfähigen Arten, da sie auch dahin gehen kann, wo der Mensch lebt – und eben nicht sehr selektiv ist, wenn es um ihr Fressen geht“, sagt Silies. Diese Flexibilität hat der Fruchtfliege ihren globalen Siegeszug ermöglicht.

Für Silies sind Fruchtfliegen ein „phantastischer Modellorganismus“ – 75 Prozent der krankheitsrelevanten menschlichen Gene finden sich auch bei der Drosophila. Ihr Gehirn wurde 2023 erstmals vollständig und detailliert kartiert, von einem internationalen Team unter Führung der Johns Hopkins University und der University of Cambridge. Es ist komplex genug, um grundlegende Prinzipien neuronaler Informationsverarbeitung abzubilden, und klein genug, um vollständig erfasst zu werden – ein Meilenstein der Hirnforschung. Selbst beim Wettbewerb „Jugend forscht“ spielten Fruchtfliegen in diesem Jahr eine Rolle: Vier Schüler wiesen nach, dass LED-Licht von Smartphones die Schlafzeit der Tiere deutlich verkürzt. Ein Effekt, der auch für Menschen gelten könnte.

Sind die Fliegen erstmal da, hilft Rotwein

Raffinierte Wesen, zweifellos. Aber nicht clever genug, um sich nicht vertreiben oder töten zu lassen. Wer die Schädlinge möglichst schnell wieder loswerden möchte, sollte im ersten und wichtigsten Schritt deren Brutstätten beseitigen. Fruchtfliegen legen ihre Eier bevorzugt in feuchtes, organisches Material – überreifes Obst, Gemüsereste und vor allem den Biomüll.

Wer den Biomüll täglich oder zumindest alle zwei Tage hinausbringt und den Eimer regelmäßig reinigt, entzieht den Tieren die Lebensgrundlage. Die Mülltonnen wiederum sollten, wenn möglich, häufiger geleert werden, damit es nicht zu einer Massenentwicklung der Schädlinge kommt. Obst und Gemüse werden in der warmen Jahreszeit am besten im Kühlschrank gelagert, denn die niedrigen Temperaturen dort machen den Fruchtfliegen den Garaus. Ansonsten kann eine über das Obst gestülpte Abdeckhaube gegen die Insekten helfen. Offene Flaschen mit Fruchtsaft, Wein oder Essig sind ebenfalls Anziehungspunkte – sie gehören verschlossen.

Sind die Fliegen erst einmal da, helfen bewährte Hausmittel. Eine einfache Falle lässt sich mit einem Glas Apfelessig und einem Tropfen Spülmittel herstellen. Das Spülmittel bricht die Oberflächenspannung, die Fliegen sinken ein und ertrinken. Alternativ funktioniert ein Glas mit etwas Rotwein oder Obstsaft, über das eine mit einem Zahnstocher perforierte Frischhaltefolie gedeckt wird – die Tiere finden den Eingang, aber kaum den Ausweg.

Im Handel erhältliche Klebefallen sind ebenfalls wirksam, insbesondere wenn sie mit Lockstoffen kombiniert sind. Wer auf chemische Mittel setzen möchte, findet in Zerstäubern mit Pyrethrin – einem natürlichen Insektizid auf Chrysanthemenbasis – eine effektive Option, die sich auch für Innenräume eignet. Hartnäckiger Befall macht einen Blick auf versteckte Brutstätten erforderlich: verschmutzte Abflüsse, vergessene Kartoffeln im Vorratsschrank oder angebrochene Säfte. Mit einem Rohrreiniger oder kochendem Wasser im Abfluss lassen sich dort angesammelte organische Rückstände beseitigen.

Sollten all diese Methoden nicht ausreichen, hilft nur noch ein professioneller Schädlingsbekämpfer. Der kann weitere Mittel wie Lockflüssigkeiten, einen Fangtrichter, Fallen mit Lockstoffen oder UV-Leuchtmittel einsetzen und Hinweise dazu geben, wie man einem Fruchtfliegenbefall vorbeugen kann.

Professorin Silies, die die kleinen, außergewöhnlich intelligenten Tiere mit wissenschaftlicher Sympathie betrachtet, benennt das Grundprinzip für den Abwehrkampf nüchtern: „Man muss ihnen die Brutstätten nehmen.“ Wer das konsequent tut, hat seinen Frieden – bis zum nächsten Sommer.

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