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Nach allem, was zu hören ist, wird die Frühstartrente nicht früh starten. Jedenfalls nicht zum Termin 1. Januar, den die Koalition geplant hatte. Zudem deutet sich an, dass sie eine Fehlstartrente werden könnte. Allen Lippenbekenntnissen zum Trotz, dass Dinge in Deutschland einfacher werden sollten, droht hier ein bürokratisches Monster zu entstehen. Die Koalition will die Zahlung an den Besuch einer Bildungseinrichtung in Deutschland koppeln. Die Schulen werden sich freuen, solche Bescheinigungen ausstellen zu dürfen, und die Banken, sie verarbeiten zu müssen.
Zudem tröpfelt aus den Gesprächen die Information, das Geld erst mal nur sechs Jahre alten Kindern zu zahlen und nicht wie geplant allen Kindern von sechs bis 18 Jahren. Käme es so, wäre es ein ziemlicher Skandal, zumindest dann, wenn es mit finanzieller Klammheit des Staates begründet und gleichzeitig die Rente für alte Mütter grundsätzlich erhöht würde und nicht zum Beispiel auch nur willkürlich erst mal für ihre 1991 geborenen Kinder und der Rest kommt am Sankt-Nimmerleins-Tag.
Mit den Einschränkungen ließe sich leben, wenn wenigstens der Grundgedanke der ganzen Aktion erhalten bliebe: Kinder und Familien zu animieren, angesichts der absehbar schwierigen Lage der gesetzlichen Rentenversicherung selbst anzufangen, am Kapitalmarkt vorzusorgen. Nun kommt aber offenbar die Idee ins Gespräch, dem staatlichen Atomlastenfinanzierungsfonds Kenfo das Geld zu zahlen, und der legt es für die Kinder an. Es wäre der Sargnagel für das ganze Unterfangen.
Ohne eigene Zuzahlung macht es kaum Sinn
Denn die vorgesehenen zehn Euro im Monat reichen nicht aus, um eine substanzielle Altersvorsorge aufzubauen. Der Charme der Sache wäre gewesen, dass Familien, die den staatlichen Zuschuss haben wollen, sich aufraffen müssen, ein Depot zu eröffnen und einen Fonds- oder ETF-Sparplan zu beginnen. Die zehn Euro sind der Anreiz, aber das Ganze soll auch ein Grundkurs in Finanzbildung sein, ein Einarbeiten in die Materie, möglichst einfach und flexibel und vor allem offen für die Zuzahlung von Eltern, Omas und Tanten. Nur so kommen Beträge zusammen, die eine gute Grundlage für die Altersvorsorge liefern. Der Kenfo kann allenfalls eine Rückfallposition für Kinder sein, deren Eltern nicht den Antrieb aufbringen, einen Sparplan für das Kind zu starten.
Wenn die Frühstartrente ihrem Namen wirklich gerecht werden will, sollte sie zudem auch von Geburt an starten wie das Kindergeld. Dann wirkt der Zinseszins irgendwann besonders schön. Und wenn das Geld beim Staat fehlt oder anderswo wichtiger erscheint, muss die nächste Kindergelderhöhung eben an ein Sparprodukt gekoppelt werden. Anders fangen gerade die Bevölkerungsgruppen für ihre Kinder leider nicht zu sparen an, wo es besonders sinnvoll wäre – auch aus staatlicher Sicht. Der muss sonst später bei Krankheit und Pflege einspringen.
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