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„Funklöcher im Mobilfunk: Ab 2024 sind sie endgültig Geschichte“

Seit heute, 1. Juli 2021, sind in Deutschland die ersten UMTS-Netze komplett abgeschaltet. Telefónica-Chef Markus Haas verzichtet noch auf diesen Schritt – und hat zusätzlich eine vollmundige Ankündigung im Gepäck. Gegenüber „Focus Online“ kündigte der Manager jetzt an, dass es bis 2024 in Deutschland kein einziges Funkloch mehr geben soll. „Wir werden im Rahmen eines sogenannten White-Spot-Sharings in den nächsten drei Jahren bis zu 6.000 Sendeanlagen bauen, um die weißen Flecken zu schließen“, sagt Haas. Er verweist in diesem Zusammenhang auf eine enge Kooperation mit der Deutschen Telekom und Vodafone. „Der Bund baut dann nochmal für extrem abgelegene Gebiete 5.000 Standorte aus.“
Funklöcher vs. Genehmigungsverfahren – ein Teufelskreis
Schon heute erreiche man in Deutschland 99,5 Prozent der Bevölkerung mit Mobilfunk. In der Fläche seien auch alle Netzbetreiber im 90-Prozent-Bereich. Deutschland sei aber groß „und einige Gebiete sind eine echte Herausforderung“, erklärt Haas. Deswegen sei auch heute noch in einigen Gebieten keine Telefonie und kein mobiles Internet möglich. Hinzu komme, dass an einzelnen Standorten das Genehmigungsverfahren ziemlich lange dauere. Beispiel Bahntunnel: „Da brauchen wir inklusive Vorgesprächen, Genehmigung und Planung noch immer etwa zwei Jahre für die lückenlose Erschließung“, sagt der Chef der O2-Muttergesellschaft. Es sei nicht immer nur die große Fläche zu berücksichtigen, sondern man müsse auch an viele kleine Dinge denken.
Kritik übt Haas gegenüber „Focus Online“ zudem an den deutschen Frequenzversteigerungen für Mobilfunkstandards wie UMTS, LTE oder 5G. „Sie haben der Industrie mehr als 66 Milliarden Euro entzogen.“ Andere europäische Länder, die statt auf Frequenzversteigerungen auf härtere Ausbauverpflichtungen gesetzt hätten, seien heute besser in der Flächenversorgung als Deutschland. Gleichzeitig ist der Telefónica-Manager überzeugt, dass das neue Telekommunikationsgesetz Möglichkeiten schaffe, Lizenzen für Bestandsfrequenzen zu verlängern, statt sie nochmals für viel Geld zu versteigern. „Das wird zwar auch nicht umsonst sein, aber das unkalkulierbare Versteigerungsrisiko entfällt.“ Für Unternehmen wie Telefónica bedeutet das mehr Planungssicherheit.
Wertschätzung für Mobilfunk-Infrastruktur in Deutschland gering
Enttäuscht zeigt sich Haas darüber, dass deutsche Mobilfunkkunden im Schnitt nur bereit seien, 10 Euro pro Monat für ihre Handynutzung auszugeben. „Das sind pro Tag nicht mal 30 Cent Investment für Mobilfunkleistungen.“ Vergleiche man das mit einem Preis von mindestens 3 Euro für eine Tasse Cappuccino, fehle ihm eine angemessene Wertschätzung für die Mobilfunk-Infrastruktur in Deutschland. In anderen Ländern sei die Zahlungsbereitschaft höher. Und deswegen sei dort oft auch mehr Datenvolumen in den Tarifen enthalten.
Bildquellen
- Markus Haas verspricht Ende der Funklöcher in Deutschland bis 2024.: Telefónica Deutschland
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