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Vom chinesischen Hersteller Baseus hatten Martin und ich kürzlich noch das Schreibtisch-Dock Spacemate RD1 Pro im Test und schon liegt mir das nächste neue Produkt des Herstellers für einen Test vor. Dieses Mal handelt es sich um die Open-Ear-Kopfhörer Bowie MC2. Entsprechende Geräte hatte ich in der Vergangenheit schon öfter mal getestet und bin an sich vollkommen überzeugt von der Bauart.
Insbesondere beim Sport im Freien ist es ein Segen, Musik hören zu können und parallel dennoch alles aus der Umgebung mit aufnehmen zu können. Und das ohne einen künstlichen Transparenzmodus, sondern eben direkt und natürlich. Diese Open-Ear-Kopfhörer sind allerdings in einem Format, welches mir so noch nicht untergekommen ist.
Die Bowie MC2 haben keinen Bügel, der sich hinter dem Ohr aufhängt, sondern sind mehr eine Art Clip. Der Akku mit seinem Gehäuse wird so hinter das Ohr gelegt, wohingegen sich die Akustikkapsel gewissermaßen ins Ohr hineinlegt. Die beiden Gehäuse sind wiederum über eine Art Silikonsteg verbunden und klipsen sich somit um das Ohr.
Hier zunächst die technischen Spezifikationen der Kopfhörer:
- Treiber: 11 mm dynamisch
- Frequenzbereich: 20 Hz – 40 kHz
- Audiocodecs: SBC, AAC, LDAC
- Bluetooth: 6.0
- Multipointunterstützung
- Latenz: 38 ms
- Akkukapazität: 55 mAh je Earbud / 600 mAh im Ladecase
- Akkulaufzeit: Bis zu 11,5 h mit Bass Boost/13 h ohne Bassboost bei jeweils 50 % Lautstärke
- Akkulaufzeit mit Case: bis zu 55/60 h
- Wasserdichtigkeit: IP67
Unboxing und Inbetriebnahme

In der kleinen Schachtel befinden sich neben dem Ladecase mit eingesetzten Ohrhörern noch ein USB-A auf USB-C-Ladekabel, eine Schnellstartanleitung und ein Päckchen mit zwei weiteren Aufsatzgrößen. Vormontiert ist die Größe M und es liegen noch die Größen L und XL bei. Die Verarbeitung scheint auf den ersten Blick solide und die Haptik des Case fühlt sich durch die leicht angeraute Oberfläche wertig an. Das leere Case bringt 42 g auf die Waage und die beiden Ohrhörer wiegen je 5,2 g.
Die Inbetriebnahme ist so einfach wie bei mittlerweile nahezu allen anderen TWS-Kopfhörern auch. Case geöffnet und schon befinden sich die Kopfhörer im Pairing-Modus. In den Bluetooth-Einstellungen von iPhone und/oder Smartwatch sind sie gleich gefunden und im Handumdrehen gekoppelt und verbunden.
Im Alltag schätze ich die Multipunkt-Verbindung über Bluetooth sehr, da ich gerade beim Sport eigentlich ausschließlich mit der Smartwatch Musik/Hörbücher konsumiere und kein Handy bei mir habe. Die Schnellstartanleitung erklärt, dass die Einrichtung mit eingesetzten Ohrhörern im Ladecase und anschließend für drei Sekunden gedrückter Case-Taste funktioniert. Nach diesen dre Sekunden springen die Kopfhörer wieder in den Kopplungsmodus und lassen sich problemlos mit einem zweiten Gerät verbinden. Bei laufender Wiedergabe gewinnt dann immer der erste Zuspieler. Das funktioniert wunderbar und stets zuverlässig.
Natürlich kann man mit den Kopfhörern auch telefonieren. 4 Mikrofone erstellen ein Modell von Umgebungsgeräuschen und sollen diese mittels KI herausfiltern. Der praxisnahe Telefonanruf bei meiner Frau ergab allerdings, dass man mich zwar verstehen kann, aber es nicht wirklich gut klingt und vor allem deutlich schlechter als bei meinen AirPods. Kurzerhand die App installiert und tatsächlich war ein Firmwareupdate vorhanden. Anschließend gab es laut Aussage meiner Frau zwar einen großen Schritt nach vorn, an AirPods-Qualität kommen die MC2 aber nach wie vor nicht heran. Eine kurze Testaufnahme für die eigene Einschätzung möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Die App kann neben der Firmwareaktualisierung aber noch ein paar andere nette Funktionen der Kopfhörer bedienen: Die Gestensteuerung ist anpassbar. Ein EQ kann verschiedene Klangprofile aktivieren, der bandbreitenstarke Codec LDAC kann zu Lasten der Akkulaufzeit separat aktiviert werden, die Bassverstärkung kann ein- und ausgeschaltet werden und zu guter Letzt kann auch ein Niedriglatenzmodus aktiviert werden, der die Kopfhörer sogar spieletauglich macht. Das hätte ich mir schon bei so manch anderen Kopfhörern gewünscht. Ferner kann über die App auch die Multipunkt-Verbindung verwaltet werden, sodass eventuell nicht mehr vorhandene Geräte auch aus dem Speicher der Kopfhörer gelöscht werden können.
Der Hersteller verspricht, per Schnellladung binnen 10 Minuten den Akku für drei Stunden Hörgenuss zu füllen. Da ich die Kopfhörer aber meist für den Sport getragen habe, kam ich bislang nie in die Verlegenheit, mit einem leeren Akku dazustehen. Für meine maximal 1,5-stündigen Laufeinheiten war bislang immer genügend Strom im Akku.
Das Anlegen des Kopfhörers ist etwas ungewohnt. Das ist Baseus selbst sicherlich auch bewusst, weshalb es mehrere Bilder zur Arretierung der Kopfhörer in der Anleitung gibt. Das Akustikteil muss gewissermaßen in das Ohr hineingelegt werden. Der Clip, der die Kopfhörer dann hinter dem Ohr hält, soll dann je nach Geschmack nach oben oder unten geschoben werden.
Hier gleich zu einem von mir festgestellten Manko: Am bequemsten empfinde ich die Kopfhörer, wenn der Akkuteil recht weit oben hinter dem Ohr ist. Das funktioniert im Alltag auch recht gut. Bei sportlicher Aktivität und entsprechendem Schwitzen hält dann der Clip jedoch nicht mehr fest genug und rutscht in meinem Fall nach unten. Teilweise so, dass ich kurz dachte, ich verliere die Kopfhörer jeden Moment, was bislang jedoch nicht passiert ist. Dies konnte ich durch Veränderung der Größe der Einlage auf L zwar etwas einschränken, jedoch passiert dies hin und wieder noch immer. Nach dem erstmaligen Herunterrutschen bleiben die Ohrhörer dann aber auch in ihrer Position und bleiben stets sicher am Ohr. Nach dem Herunterrutschen sieht das Ganze dann wie folgt aus:
Der Klang der Kopfhörer an sich ist meines Erachtens nicht zu kritisieren. Sicherlich nicht perfekt und sicherlich auch ganz weit weg vom Hi-Fi-Bereich, dennoch ist es damit absolut im Bereich des Machbaren, sowohl Hörbücher, Podcasts als auch Musik zu konsumieren. Auch telefonieren funktioniert grundsätzlich solide, mit leichten Einschränkungen auf der Gegenseite wegen der Mikroqualität und ohne spürbare Latenz.
Fazit
Die Baseus Bowie MC2 sind eine interessante Neuinterpretation der Open-Ear-Kopfhörer. Kein Bügel mehr, der über den Ohren hängt, sondern eine Akustikkapsel, die ins Ohr hineingeklipst wird. Das wirkt frisch und hat in meinen Augen nochmals einen leicht gesteigerten Tragekomfort im Vergleich zu den von mir bisher genutzten Open-Ear-Interpretationen.
Da Baseus selbst damit wirbt, dass die Kopfhörer IP67 erfüllen und damit dicht gegen Untertauchen sind und ebenfalls damit wirbt, dass die Kopfhörer für Work-outs geeignet sind, müssen sie sich die Kritik der herunterrutschenden Kopfhörer gefallen lassen. Das sorgt zwar im Moment des Rutschens selbst beim ersten Mal für ein kurzes Erschrecken, jedoch nicht für eine dauerhafte Einschränkung in der Nutzung. Bei den Mikros ist wie so oft viel Luft nach oben, aber das habe ich auch schon mehrfach bei diversen „Gaming“-Headsets für mehrere hundert Euro so empfunden. Letztlich aber in den meisten Fällen kein großes Problem für den Nutzer an sich, sondern für die Gesprächspartner.
Abgesehen von diesen beiden Kritikpunkten habe ich nichts weiter an den Kopfhörern auszusetzen. Preislich sind sie sehr fair positioniert: Bei Amazon gibt es sie aktuell im befristeten Angebot für 62,99 Euro – 27 Euro unter der UVP von 89,99 Euro. Die Bewertung von 4,6 Sternen spricht ebenso für ein gelungenes Produkt. Im hauseigenen Shop läuft parallel eine Aktion mit 30 Euro Rabatt durch den Code „MC2“.
Transparenz: Affiliate Link. Das Testmuster wurde uns vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf die Berichterstattung gab es nicht.
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Über den Autor

Alex Lüttgen
Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus.
Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android.
Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.
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