Geburt einer Nation?



Sofia im Juli 2020: Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Borissow

Bild: dpa

Die bulgarische Regierung verbreitet mithilfe von Historikern das Narrativ, Mazedonien sei eine „erfundene Nation“. Der Protest gegen die staatliche Geschichtspolitik wird immer lauter.

Die Geschichte ist eine Macht am Balkan – wer das als Klischee abtut, erliegt selbst einem Klischee. Es wird jedenfalls niemand widerlegen können, dass in Südosteuropa mit der Macht der Geschichte Politik gemacht wird, dass damit immer noch Wahlen gewonnen oder verloren werden.

Michael Martens

Michael Martens

Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

Ein Beispiel ist der Fall von Konstantinos Mitsotakis, des vor drei Jahren verstorbenen Vaters des heutigen griechischen Regierungschefs. Er wurde 1993 als Ministerpräsident gestürzt, weil er im „Namensstreit“ mit dem Nachbarstaat Mazedonien als zu weich galt. Dabei ging es um die Frage, ob Mazedonien Mazedonien heißen dürfe oder ob darin – so die griechische Haltung, für die Hunderttausende demonstrieren gingen – ein unverschämter Anspruch der Balkanslawen auf das Erbe Alexanders des Großen und der Antike liege.

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