Gefährdete Mangroven

Gefährdete Mangroven

Gefährdete Mangroven

Sattelitenbild eines Mangrovengebiets in Punta Abreojos, Mexiko. © Octavio Aburto/Scripps Institution of Oceanography.

In dieser Sattelitenansicht der Mangroven in Punta Abreojos im mexikanischen Pazifik findet das Wasser seinen Weg durch die Mangroven. Diese können nun durch einen Gefährdungsindex besser geschützt werden.

Wissenschaftler des UC San Diego’s Scripps Institution of Oceanography und des Centro para la Biodiversidad Marina y la Conservación in Mexico haben einen Index entwickelt, um die Gefährdung von Mangrovenbeständen zu bewerten. Der „Mangrove Threat Index“ soll dabei helfen, Naturschutzmaßnahmen umzusetzen bevor wertvolle Ökosysteme zerstört werden, anstatt danach.

Mangrovenwälder kommen an Küstengebieten in tropischen Regionen vor. Sie bieten Schutz vor Stürmen, sind effektive Kohlenstoffspeicher und dienen vielen Fischarten als Kinderstube. Dadurch sind Mangrovengebiete auch aus ökonomischer Sicht sehr wichtig. Trotzdem ist circa die Hälfte dieser Ökosysteme weltweit gefährdet. Neben langfristigen Gefahren wie der Ozeanerwärmung und dem Anstieg des Meeresspiegels führen vor allem lokale menschliche Aktivitäten wie Küstenentwicklung und Umweltverschmutzung zur Zerstörung der Küstenwälder.

Genau darauf baut der neu entwickelte Index auf: Er bewertet die Gefährdung von Mangrovengebieten anhand der Nähe zu Straßen, Siedlungen und landwirtschaftlichen Flächen. Die erste Bewertung anhand von Sattelitendaten wurde im Jahr 2010 weltweit für 530 Gebiete vorgenommen. Um zu prüfen, ob der Index eine nützliche Aussage trifft, wurden die Indexe nun mit Daten aus dem Jahr 2020 verglichen.

Das Ergebnis ist eindeutig: Von den als mittel bis hoch gefährdet eingestuften Gebieten zeigten im Zehn-Jahres-Vergleich 78% der Gebiete tatsächlich einen messbaren Verlust von bewaldeter Fläche. Außerdem war die Zerstörung umso umfangreicher, je höher das Risiko zuvor eingestuft wurde. Der Index kann nun also auf der ganzen Welt angewendet werden, um Naturschutzmaßnahmen in Mangrovengebieten zu verbessern.

Durch den neuen Ansatz kann auch die Dringlichkeit von Interventionen besser bewertet werden, um diese gezielter einsetzen zu können. „Wir versuchen den Trend zu durchbrechen, dass einfach berichtet wird, wie viele Hektar Mangrovenwälder jedes Jahr verloren gehen“, sagt Octavio Aburto, der an der Studie mitarbeitete. „Wir haben den Index geschaffen, um das Risiko von Mangrovenverlusten zu messen, damit Naturschutz Schaden vorbeugen kann, anstatt einfach auf ihn zu reagieren.“

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