Gewalt gegen Polizisten: Kein Trost

Gewalt gegen Polizisten: Kein Trost

Wenn man dem jüngsten Lagebild über Gewalttaten gegen Polizeivollzugskräfte eine gute Seite abgewinnen kann, dann die, dass sich die Zahl der Delikte nach massiven Steigerungen in den beiden Vorjahren im Jahr 2024 kaum noch erhöht hat.

Die Zahl der Angriffe auf Einsatzkräfte der Feuerwehr und anderer Rettungsdienste war sogar leicht rückläufig.

Die schlechte Nachricht aber wird dadurch nicht besser: Widerstand, tätliche Angriffe und Bedrohungen gehören mittlerweile zum Alltag derer, die sich für Sicherheit einsetzen oder Menschen in Not zu Hilfe kommen. Im Schnitt trifft es 300 von ihnen – am Tag.

Ein Spiegel des Ausmaßes allgemeiner Gewaltkriminalität

Dass die meisten ohne schwere Verletzungen davonkommen, ist kein Trost. Denn die Gewalt gegen Personen, die hoheitliche Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben wahrnehmen, ist ein Spiegel des Ausmaßes allgemeiner Gewaltkriminalität.

Daher dürften sich auch Verschärfungen des Strafrechts, wie sie in größerem Stil zuletzt 2017 vorgenommen wurden und jetzt wieder erwogen werden, bestenfalls punktuell auswirken.

Den Anstieg der Gewaltdelikte um mehr als zwei Drittel in weniger als zehn Jahren haben schärfere Sanktionsdrohungen jedenfalls nicht verhindert.

Eher sollte sich der Blick der Politik darauf richten, dass die gesellschaftliche Polarisierung nicht weiter zunimmt. Sie begünstigt mehr als alle anderen Faktoren ein Klima der Gewalt.

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