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Wie speichert man Daten sicher und verlustfrei über einen langen Zeitraum? Microsofts Forscher fanden auf diese Frage vor einigen Jahren eine kuriose Antwort: in Glas. Jetzt meldet das Projekt wichtige Fortschritte auf dem Weg zur Praxistauglichkeit.
Festplatten, Speicherchips, Magnetbänder, optische Medien wie CD-ROMs: Alle klassischen Speichermedien haben ein gemeinsames Problem: Früher oder später sind die darauf gespeicherten Daten nicht mehr lesbar. Will man Daten über Jahre, Jahrzehnte oder noch länger konservieren, muss man sie also regelmäßig auf ein neues Medium transportieren.
Project Silica
Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur Langzeitspeicherung experimentierten die Forscher von Microsoft Research mit Glas. Im Jahr 2017 ging daraus das „Project Silica“ hervor.
Bei dem Verfahren brennt ein Laser in mehreren Schichten dreidimensionale Muster in ein Stück Glas. Das Auslesen der Daten erfolgt über Kameras, die durch dieses Glas scheinendes Licht aufzeichnen und die Muster wieder in lesbare Daten zurückverwandeln. Den natürlichen Eigenschaften von Glas entsprechend, sind diese Speichermedien resistent gegen Wasser, große Hitze oder Kälte und andere Widrigkeiten.
Im Jahr 2019 kooperierte Microsoft für einen Proof of Concept mit Warner Brothers und übertrug den „Superman“-Film aus dem Jahr 1978 von klassischen Filmrollen auf ein 75 mal 75 mal 2mm großes Stück Glas.

Die in Glas gespeicherten Daten sollen eine Haltbarkeit von 10.000 Jahren und länger haben. Wie man sich denken kann, ist dieses Verfahren allerdings aufwendig und teuer.
Das Verfahren wird schneller und günstiger
In einem aktuellen Blogpost vermelden die Forscher jetzt wichtige Durchbrüche. Statt Quarzglas kann das Verfahren jetzt auch mit dem wesentlich günstigeren Borosilikatglas arbeiten. Zum Auslesen der Daten benötigt man künftig nur noch eine statt bisher drei oder vier Kameras.
Zudem hat man die Speichermethode überarbeitet. Durch Parallelisierung beschleunigt sich der Schreibvorgang erheblich. Das neue Laserverfahren „Phase Voxels“ kommt mit nur einem Laserimpuls aus, um die Daten ins Glas zu brennen.
Mit diesen Fortschritten sinken die Kosten deutlich, was ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Praxistauglichkeit des Verfahrens ist. Die angestrebte Haltbarkeit hat man mit „beschleunigten Alterungstests“ simuliert und sieht sich dem Ziel ebenfalls einen großen Schritt näher.
Auf der Homepage von Project Silica finden technisch Interessierte viele weiterführende Informationen. Dieses schon etwas ältere Video erklärt das Verfahren und zeigt es im praktischen Einsatz:
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant.
Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir – für Euch!
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