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Es ist eines dieser Ereignisse, nach denen Ozeanforscher sprichwörtlich die Uhr stellen können: Von Januar bis April bringen Meeresströmungen kaltes Wasser aus den Tiefen des Pazifiks an die Oberfläche des Golfs von Panama. Das ist durch Satellitenmessungen und lokale Aufzeichnungen exakt dokumentiert. Wie ein Team um Aaron O’Dea vom Smithsonian Tropical Research Institute in Panama-Stadt berichtet, spielt sich der kalte Auftrieb seit mindestens 40 Jahren mit „bemerkenswerter Vorhersagbarkeit“ ab – zumindest bis jetzt. Dieses Jahr fiel er erstmals aus. Statt auf 19 Grad abzukühlen, erreichte das Wasser vor Panama lediglich Tiefstwerte von 23,3 Grad, schreiben die Forscher im Magazin „PNAS“.
Die genaue Ursache sei unklar, aber der Nordostpassatwind könnte ein Faktor sein. Er treibt die Aufwärtsströmung normalerweise an. Dieses Jahr waren die Winde zwar ähnlich stark wie sonst, traten jedoch 74 Prozent seltener auf als in den Jahren zuvor. Außerdem zeigte sich die typische Abkühlung des Golf von Panama erst im März 2025 – und nicht wie sonst bereits im Januar. Die Abkühlung hielt zudem nur zwölf Tage an, und nicht 66 Tage oder länger, wie sonst üblich.
Unklar ob Anomalie oder Trend
Durch die seltener gewordenen Winde fehle laut den Wissenschaftlern der Schub, der das warme Wasser an der Oberfläche von den Küstenregionen abtransportiert und das tiefere, kältere Wasser nachströmen lässt. Der Ozean bleibe ohne diesen Austausch geschichtet und der Auftrieb der kalten Wassers bleibe fast völlig aus, so die Experten.
Die Forscher schlagen vor, die Region verstärkt zu beobachten. Noch ist unklar, ob es sich um eine Anomalie handelt oder ob das Phänomen in Zukunft häufiger auftritt. „Ob das Ereignis von 2025 den Anfang von künftigen Ausfällen dieser Auftriebsströmung signalisiert, müssen nun weitere Untersuchungen zeigen“, halten O’Dea und sein Team fest.
Ein Ausfall des Auftriebs könnte Folgen für das Ökosystem im Golf haben, denn mit dem kalten steigt auch nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe auf. Zudem könnte er zusätzlichen Hitzestress für die Korallen bedeuten.
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