Heizungsgesetz wird ernst: Gasheizung tabu in 82 Städten

Heizungsgesetz wird ernst: Gasheizung tabu in 82 Städten
Für die ersten deutschen Städte steht ein wichtiger Stichtag bevor, ab dem der Einbau einer Gasheizung nicht länger erlaubt ist. Wer auf einen Fristaufschub durch die neue Regierung gehofft hatte, sollte nun umdenken. In nur wenigen Wochen gibt es hier keine Rückkehr mehr zum Gas.

Heizkörper, Sinnbild für Heizungen
Heizungsgesetz wird ernst: Gasheizung tabu in 82 StädtenBildquelle: Africa Studio/Shutterstock

Wer in einer Großstadt wohnt und noch eine Gasheizung installieren wollte, anstatt auf eine moderne Heizlösung umzusteigen, muss nun schnell sein. Denn in 82 Städten in Deutschland wird in wenigen Wochen nicht mehr länger erlaubt sein, eine Gasheizung einzubauen. Schon 2026 werden Gasheizungen dort verboten sein. Stattdessen müssten Systeme installiert werden, die wenigstens 65 Prozent erneuerbare Energien verwenden.

Stichtag zum Gasheizungs-Aus rückt für viele Städte immer näher

Schon zum 30. Juni 2026 müssen 82 deutsche Städte ihre Wärmeplanung vorlegen. Damit ist das Datum zugleich der Stichtag, ab dem die Regeln aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) greifen. Betroffen davon sind alle Städte, an denen zum 1. Januar 2024 mehr als 100.000 Einwohner gemeldet waren. Für kleinere Kommunen gelten längere Fristen bis zum 30. Juni 2028. Gasheizungen, die rein auf fossile Brennstoffe setzen, sind nach diesen Stichtagen nicht mehr erlaubt. Allerdings ist es immer noch möglich, Hybridsysteme aus Wärmepumpen und Gas– oder Ölheizungen zu nutzen. Voraussetzung ist natürlich, dass diese Systeme die 65-Prozent-Quote auch erfüllen. In diesen 82 Städten ist die Ära der Gasheizungen somit fast vorüber:

Städte mit Gasheizungs-Aus 2026
Berlin Hamburg München Köln Frankfurt am Main Stuttgart Düsseldorf
Dortmund Essen Bremen Dresden Leipzig Hannover Nürnberg
Dusiburg Bochum Wuppertal Bonn Bielefeld Mannheim Karlsruhe
Münster Wiesbaden Augsburg Aachen Mönchengladbach Gelsenkirchen Braunschweig
Chemnitz Kiel Krefeld Halle (Saale) Magdeburg Freiburg am Breisgau Oberhausen
Lübeck Erfurt Rostock Mainz Kassel Hagen Hamm
Saarbrücken Mülheim an der Ruhr Herne Ludwigshafen am Rhein Osnabrück Oldenburg Leverkusen
Solingen Potsdam Neuss Heidelberg Paderborn Darmstadt Regensburg
Würzburg Ingolstadt Heilbronn Ulm Wolfsburg Göttingen Offenbach am Main
Pforzheim Recklingshausen Bottrop Fürth Bremerhaven Reutlingen Remscheid
Koblenz Bergisch Gladbach Erlangen Moers Trier Jena Siegen
Hildesheim Salzgitter Gütersloh Cottbus Kaiserslautern Schwerin Flensburg

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Doch auch unabhängig von der Wärmeplanung bleibt Hausbesitzern kaum eine Alternative. Denn ab 2027 greift ein EU-weiter CO₂-Preis, der die Kosten für Erdgas und Heizöl stark erhöhen wird. Der Hintergrund für diese Maßnahme ist simpel: Schon jetzt entstehen rund 70 Prozent der CO₂-Emissionen in Haushalten direkt aus der Wärmeerzeugung. Je weniger fossile Brennstoffe somit verwendet werden, desto mehr davon lässt sich einsparen. Wer künftig an Kosten sparen will, greift zugleich automatisch zu einer klimafreundlichen Heizung. Wer eine noch funktionierende Heizung besitzt, muss jedoch nicht sofort tätig werden und das System austauschen. Allerdings kann es sinnvoll sein, jetzt noch zu handeln. Zurzeit bezuschusst die Regierung den Heizungstausch noch mit bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Wie lange diese Förderung weiterhin besteht, liegt jedoch derzeit im Argen. Wer also die Gelegenheit zum bezuschussten Wechsel verpasst, muss die Kosten für den nächsten Tausch womöglich komplett aus eigener Tasche finanzieren.

Bildquellen

  • strommasten-und-pv-module -sinnbild-fuer-stromnetz: lovelyday12/Adobe Stock
  • schockierende-auswertung-80-prozent-aller-heizungen-in-deutschland-verschwenden-energie: Africa Studio/Shutterstock

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