#Hertha BSC spielt Leverkusen schwindelig

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Hertha BSC spielt Leverkusen schwindelig

Mit beiden Beinen voraus sprang Leon Bailey in seinen Gegenspieler Matteo Guendouzi, der sich vor Schmerzen am Boden krümmte. Einer Roten Karte entging der Leverkusener Angreifer nur, weil er dabei auch deutlich den Ball traf. Aus dem Hintergrund rief Torwart Lennart Grill laut durchs leere Stadion: „Nun wehrt euch doch mal endlich“, aber die Szene taugte längst nicht mehr, um eine Sogwirkung aus Leverkusener Sicht zu entfachen.

Mitte der ersten Halbzeit lag die Mannschaft von Trainer Peter Bosz schon aussichtslos 0:3 zurück bei Hertha BSC, bei diesem Ergebnis blieb es auch nach 90 Minuten. Für Hertha ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen den Abstieg, Leverkusen verlor nach dem Spiel gegen Bielefeld (1:2) wiederum gegen eine Mannschaft aus der unteren Tabellenregion.

„Wir sind auf einem gutem Weg“, lobte Hertha-Coach Pal Dardai sein Team anschließend. „Von der Tabelle her war das ein wichtiger Sieg für uns.“ Doch er war nicht vollends zufrieden: „Ich habe einige Fehler gesehen, das müssen wir korrigieren. Offensiv war das okay, aber nicht gegen den Ball. Wenn ein guter Gegner wie Leverkusen das ausnutzt, steht es zur Halbzeit 3:3.“

Treffer mit Signalwirkung

Die Berliner hatten vor dem Spiel gehörig unter Druck gestanden. Köln punktete am Samstag überraschend gegen Dortmund, Mainz gewann in Hoffenheim, die Abstiegsgefahr war realer geworden. Es hätte also genügend Gründe gegeben, um zu verkrampfen, aber so weit sollte es nicht kommen. Schon nach vier Minuten erhielt Deyovaisio Zeefuik an der Strafraumgrenze die Möglichkeit zum Schuss. Der Niederländer überlegte nicht lang, er schickte den Ball auf eine kurvige Flugreise in Richtung Tor, wo er nach einem kurzen Kontakt mit dem Pfosten ins Tor rollte.

Ein schöner anzusehendes erstes Bundesligator hätte sich Zeefuik kaum wünschen können. Und ein wichtigeres auch nicht. Es war jene Art von Tor, die allen Mitspielern, allen Trainern und sonstigem Personal auf der Bank das Gefühl gibt, an diesem Tag würde alles gelingen. So kam es dann auch.

Der Ball senkt sich genau richtig: Leverkusens Torhüter Lennart Grill hat beim 1:0 von Berlin keine Chance.


Der Ball senkt sich genau richtig: Leverkusens Torhüter Lennart Grill hat beim 1:0 von Berlin keine Chance.
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Bild: EPA

Hertha zeigte eine in dieser Saison kaum dagewesene Spielfreude, gepaart mit Effizienz und Cleverness. Dazu gesellte sich in der Anfangsphase auch etwas Glück. Direkt im Anschluss an die Berliner Führung hätte Leverkusen durch Patrik Schick zum Ausgleich kommen können, aber der Tscheche versuchte den Ball noch mal quer zu legen, statt ihn direkt aufs Tor zu bringen. Ein weiterer Kopfball von Schick sauste knapp vorbei (11.).

Leverkusen hatte viel Ballbesitz. Hertha zog sich tief in die eigene Hälfte zurück, was mit den schnellen Leverkusener Außenbahnspielern zusammenhing. Die sorgten dann auch für einige Bewegung, waren aber nicht sonderlich emsig, was die Defensivarbeit anging. Nach einem Ballverlust von Charles Aranguiz kombinierten die Berliner schnell nach vorn, Matheus Cunha schloss zum 2:0 ab (26.). Nach einer weiteren Balleroberung erhöhte Jhon Córdoba gar auf 3:0 (33.). Hertha spielte nicht wie ein Abstiegskandidat und Leverkusen nicht wie ein Anwärter auf einen Platz im Europapokal.

Dass Leverkusen nicht mehr dieses aufregende Gebilde aus dem Herbst ist, zeigte sich auch in der zweiten Halbzeit. Hertha erhöhte zunächst auf 4:0, doch das Tor von Dodi Lukebakio wurde nach Eingreifen des Videoassistenten zu Recht annulliert. Córdoba hatte sich den Ball zuvor mit der Hand zum Konter vorgelegt.

Etwas spannender wäre es wohl geworden, wenn Schick nicht am überragend reagierenden Torwart Jarstein gescheitert wäre (54.). So aber übte sich Leverkusen nur noch in gefälligen, aber wenig ertragreichen Ballstafetten. Die gefährlichen Momente blieben den Berlinern vorenthalten. Cunha scheiterte allein vor Grill (66.), Piatek am Außennetz (88.). Hertha tat sich leicht mit dem Verschmerzen, alles konnte eben selbst an diesem Tag nicht klappen.

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