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Mit mehr als zwanzig Vertretern hessischer Unternehmen und Verbände reist Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) am heutigen Montag nach Indien. Bis zum Wochenende wolle er die bilateralen Beziehungen intensivieren und neue Impulse für Innovation, Handel und Kooperation setzen, heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei.
Während die Vertreter der Wirtschaft mit dem Landesminister für Internationales, Manfred Pentz (CDU), an der Spitze unterwegs sind, trifft Rhein in Neu-Delhi und Mumbai vor allem mit Politikern zusammen. Die einzige vergleichbare Reise eines hessischen Regierungschefs nach Indien unternahm Roland Koch (CDU) vor mehr als zwei Jahrzehnten.
Rhein muss also in Indien einerseits neue Wege beschreiten, andererseits bewegt er sich auf den Spuren von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Nachdem dessen Vorgänger im Amt die erste Asienreise stets nach China geführt hatte, machte Merz im Januar zuerst dem indischen Ministerpräsidenten Narenda Modi seine Aufwartung.
Indien als Teil einer neuen Strategie
Angesichts der internationalen Verwerfungen ist die Pflege der Beziehungen zu der mit 1,4 Milliarden Menschen größten Demokratie der Erde Teil einer neuen außenpolitischen Strategie Deutschlands – selbst wenn der erklärte „Wunschpartner“ immer noch enge Beziehungen zu Moskau pflegt.
Gleichzeitig leidet Indiens Verhältnis zu den Vereinigten Staaten beispielsweise darunter, dass Präsident Donald Trump indische Waren auch angesichts der Ölimporte aus Russland mit Zöllen in einer Höhe von 50 Prozent belegt hat.
Mehr als die Hälfte der Investitionen indischer Unternehmen in Deutschland gehen nach Hessen. In dem Bundesland leben etwa 35.000 indische Staatsangehörige. Besonders auf den Sektoren IT, Digitalisierung, Pharmazie, Logistik und Finanzwirtschaft sieht die Landesregierung Möglichkeiten, die Zusammenarbeit zu vertiefen.
„Diese Reise ist ein Angebot, die Zukunft gemeinsam zu gestalten“, erklärte Rhein kurz vor dem Abflug vom Frankfurter Flughafen. „Wir wollen die richtigen Menschen zusammenbringen und den Austausch zwischen Politik und Wirtschaft stärken.“ Gerade in einer Zeit, in der sich die Welt rasant verändere, müssten die Unternehmen dabei unterstützt werden, neue internationale Märkte zu erschließen und ihre Chancen weltweit zu nutzen.
Was Hessen und Indien verbindet
„Hessen und Indien, das ist eine ganz starke Verbindung, das ist Power pur“, sagte Rhein. Indien biete Wachstum, digitale Stärke und Know-how in vielen Branchen. Hessen sei ein international erfolgreicher Wirtschaftsstandort mit großen Stärken in Sparten wie IT, Pharma, Finanzwirtschaft und Logistik.
„Auf all diesen Feldern gibt es großes Potential für gemeinsame Projekte und neue Geschäftsmöglichkeiten“, sagte Rhein. Pentz nannte das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien einen „historischen Meilenstein“. Es eröffne hessischen Unternehmen neue Chancen in einem der dynamischsten Wachstumsmärkte der Welt. „Diese Chancen wollen wir für Hessen nutzen.“
Allerdings ist das Abkommen noch nicht in Kraft. Die politischen Verhandlungen wurden zwar im Januar 2026 abgeschlossen, doch die Unterzeichnung ist erst für das Ende des Jahres vorgesehen. Anschließend muss der Vertrag noch durch das Europäische Parlament, die Mitgliedstaaten der EU und die indische Regierung ratifiziert werden.
Rhein will in Neu-Delhi und in Mumbai, dem wirtschaftlichen Kraftzentrum Indiens, Gespräche im kleinen Kreis führen. In Neu-Delhi wird sich der Regierungschef mit Angehörigen der Regierung austauschen, unter anderem mit dem Handelsminister, dem Minister für Arbeit und Beschäftigung und dem Innenminister.
In Mumbai ist ein Gespräch mit dem Chief Minister des 121 Millionen Einwohner zählenden Bundesstaat Maharashtra ebenso geplant wie ein Austausch mit dem Governor of Maharashtra. Daneben soll es ein Gespräch mit dem Chef der Börse „National Stock Exchange“ geben.
Rhein wird zudem den Technologie- und Business-Inkubator der Society for Innovation and Entrepreneurship in Mumbai besuchen. Dabei handelt es sich um eines der ältesten, erfolgreichsten und einflussreichsten universitären Gründerzentren Indiens. Es dient als Brücke, um universitäre Spitzenforschung, Patente und disruptive Ideen in marktreife, kommerziell erfolgreiche Unternehmen zu verwandeln.
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