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Zurück nach Westeros! Die neue „Game of Thrones“-Serie ist deutlich anders als „House of the Dragon“ – und beschwört das alte GoT-Gefühl herauf, das mich sofort wieder entzündet hat. Alle Folgen der ersten Staffel sind nun online verfügbar.
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Die ikonische Originalmusik von „Game of Thrones“ darf in „A Knight of the Seven Kingdoms“ natürlich nicht fehlen. Und gleich die erste Szene setzt den Ton für das Spin-Off: Es ist wie ein Insider-Witz, den man mit George R.R. Martin teilt, über die Ernsthaftigkeit seines großen Epos. Die pure Freude, wieder in dieser dreckigen, bunten Fantasy-Welt zu sein. Streckenweise ist die neue Miniserie (liebevoll abgekürzt: „AKOTSK“) lustig, geradezu albern, ich glaube, „derbe“ ist das richtige Wort. Und dann wird es doch ganz schön ernst. Und spannend. Und episch.
Was man über „A Knight of the Seven Kingdoms“ wissen muss
- Doch nochmal einen Schritt zurück, zu den Hintergründen: Die Vorlage für „A Knight of the Seven Kingdoms“ steckt in den Erzählungen über den „Heckenritter“, die George R.R. Martin ab 1998 in verschiedenen Kurzgeschichtensammlungen veröffentlichte. Die erste Staffel verfilmt dabei die erste von drei Geschichten, die auf Deutsch in einem Buch erschienen sind – rund 120 Seiten Erzählung auf sechs Folgen verteilt. Bei jeweils 30-40 Minuten liegt die Spielzeit im Grunde knapp über einem ausladenden Kinofilm – aber die Folgen haben es in sich.
- „A Knight of the Seven Kingdoms“ startete am Montag, den 19.1.2026 exklusiv bei dem neuen Streaming-Dienst HBO Max. Mit dem Warner-Filmkatalog (u.a. „Herr der Ringe“, „Harry Potter“) und den HBO-Qualitätsserien (die jetzt teilweise von Sky/WOW abgezogen werden) verfügt HBO Max aus dem Stand über ein beachtenswertes Angebot. Seit dem 23.2. ist die erste Staffel komplett.
- „A Knight of the Seven Kingdoms“ im Stream: Die Serie kann direkt bei HBO Max angesehen werden, bei Amazon als Prime-Channel oder im Kombi-Angebot bei RTL+.
- George R.R. Martin zeigt sich (anders als bei „House of the Dragon“) sehr zufrieden mit der neuen Serie: In seinem Blog schrieb er, dass er AKOTSK „liebe“. Er will die Geschichten um den „Heckenritter“ fortsetzen, nachdem das finale „Game of Thrones“-Buch geschrieben ist.
- Zur Handlung: „A Knight of the Seven Kingdoms“ spielt zwischen „House of the Dragon“ und rund 90 Jahre vor der Hauptserie und erzählt eine vermeintliche Nebengeschichte von einem Ritter ohne Land und seinem Knappen. Und viel mehr muss man eigentlich gar nicht im Voraus wissen. Im Grunde würde ich allen raten, mit so wenig Hintergrund wie möglich in die Serie zu gehen – die Wendungen sind einfach zu gut. Wer die Serie sowieso sehen wird, kann auf den Trailer auch verzichten – ich habe ihn natürlich trotzdem geguckt, weil ich die Spannung nicht aushalten konnte:
Anders als „House of the Dragon“ und „Game of Thrones“
„AKOTSK“ ist anders als „Game of Thrones“, und anders als „House of the Dragon“. Die ganze Staffel spielt mehr oder weniger an einem Schauplatz. Es gibt nur wenig große Politik. Die Hauptfigur ist kein Adeliger, sondern ein Mann von der Straße. Und: keine Drachen.
Aber die „Knight“-Serie ist auch blutig. Und rau. Und schmutzig. Sie liefert das, was an „Game of Thrones“ begeistert hat: endlich mal eine schmutzige Fantasywelt und -serie, die nicht ihre Hauptfiguren in perfekt sauberen Kostümen und reiner Haut durch die Szenen schickt, als wäre es eine Verkleidungsparty. Eine Welt, in der die Bösen auch ihre Gründe haben und Verrat immer lauert. In der es trotzdem darum geht, das Richtige und Gute zu tun.
Die Schauwerte sind groß, „AKOTSK“ sieht gut und real aus, das Schauspiel macht Spaß – trotz fehlender großer Namen. Und diese Spannung! Ab der Mitte kann man nicht mehr aufhören.
Das Buch habe ich vor rund 15 Jahren gelesen, als ich alle Bände vom „Lied von Eis und Feuer“ durch hatte und der „Heckenritter“ der nahezu einzig verfügbare weitere Westeros-Stoff war. Zum Glück hatte ich nicht mehr alles im Kopf und vor allem: wie es ausgeht. Es gibt in den sechs Folgen einige epische Wendungen – und die pusten einem den Kopf weg.
Fazit: Wie die Lieblings-Nebenhandlung aus „Game of Thrones“
„A Knight of the Seven Kingdoms“ ist wie einer der zahlreichen Seitenstränge aus dem „Game-of-Thrones“-Epos; eine Nebenhandlung mit zwei Charakteren, die man liebgewonnen hatte, und auf deren Fortsetzung man immer gewartet hat. Da ist es wieder, das „Game of Thrones“-Gefühl. Die Serie ist lustig, blutig und irre spannend. Vielleicht kann ich mich doch nicht beherrschen und krame das Buch wieder raus, um zu wissen, wie es weitergeht. Und das Gute: Eine zweite Staffel ist auch schon bestätigt.
Auch wenn ich empfehlen würde, möglichst wenig über die Handlung im Voraus zu wissen, ist die Serie natürlich auch für ausgewiesene und kenntnisreiche „Game of Thrones“-Fans (die schon wissen, dass Darth Vader der Vater… ach nee, das war was anderes) ein großes Vergnügen.
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