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#Historische Katastrophen in Berlin: Einstürze, Brände, Flugzeugunglücke

Historische Katastrophen in Berlin: Einstürze, Brände, Flugzeugunglücke

Katastrophen sind in Berlin zum Glück nicht sehr häufig, zumindest bleibt die Stadt aufgrund ihrer geografischen Lage vor Naturgewalten wie Erdbeben, Überflutungen und extremen Hitzewellen verschont. Bei menschengemachten Katastrophen sieht es anders aus: Kriege, Teilung und Mauer brachten viel Unglück über die Stadt.

Hier blicken wir aber auf die Geschichte der tragischen Katastrophen, die Berlin ereilt haben. Großbrände, Tunnel- und Bahnunglücke, eingestürzte Gebäude und Flugzeugabstürze. Vom Feuer im Zirkus Renz, über das Hochbahnunglück in Kreuzberg bis zum Brand im Dong Xuan Center in Lichtenberg, erzählen wir von den erschreckenden Momenten der Stadtgeschichte.


1853: Feuer im Zirkus Renz

Katastrophen in Berlin: Der Zirkus Renz residierte in den 1880er-Jahren im Neuen Olympia Riesen-Theater, der Brand ereignete sich bereits 1853. Foto: Gemeinfrei
Der Zirkus Renz residierte in den 1880er-Jahren im Neuen Olympia Riesen-Theater, der Brand ereignete sich bereits 1853. Foto: Gemeinfrei

Die frühen 1850er-Jahre in Berlin. Die preußische Hauptstadt wächst, die Industrialisierung schreitet voran und immer mehr Menschen ziehen an die Spree. Sie wollen Arbeit finden, aber auch Unterhaltung. Der Zirkus ist eine der größten Attraktionen des 19. Jahrhundert und der Zirkus Renz ist eine Institution.

Das Gebäude in der Friedrichstraße 141, in dem sich der Zirkus befand, wurde mit Gas beleuchtet, am 28. November 1853 kommt es durch eine so genannte Verpuffung zu einem Brand. Die Vorhänge und Tapeten stehen sofort in Flammen, als die Feuerwehr eintrifft, kann sie zwar die Zirkuspferde retten, das Gebäude ist aber dem Untergang geweiht. Es ist der erste Großeinsatz der im Februar 1851 erst gegründeten Berliner Berufsfeuerwehr.

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1882: Großbrand am Lehrter Bahnhof

Lehrter Bahnhof um 1880. Foto: Hermann Rückwandt/Gemeinfrei
Lehrter Bahnhof um 1880. Foto: Hermann Rückwandt/Gemeinfrei

Berlin ist Reichshauptstadt, 1871 wurde Wilhelm I. Kaiser und Otto von Bismarck übernahm als Reichskanzler die Geschäfte. Auch der Verkehr entwickelte sich, es entstanden neue Bahntrassen und zahlreiche moderne Bahnhöfe, die heute längst aus dem Stadtbild verschwunden sind.

Direkt neben dem Lehrter Bahnhof fand 1882 in einem aus Holz errichteten Nebengebäude die „Allgemeine Deutsche Ausstellung auf dem Gebiete der Hygiene und des Rettungswesens Berlin“ statt. Ab 12. Mai jenes Jahres kommt es zu einem Brand in der Ausstellungshalle, der sich explosionsartig ausbreitet.

Die höchste Alarmstufe wurde bei dem Großfeuer ausgerufen, alle Feuerwehrleute der Stadt waren an dem Einsatz beteiligt. Die Halle konnte nicht gerettet, jedoch die nebenstehenden Gebäude vor einem Übergreifen des Feuers bewahrt werden.


1908: Katastrophe auf der Hochbahn

Katastrophen in Berlin: Katastrophe auf der Hochbahn, 1908, Gleisdreieck. Foto: Imago/Arkivi
Katastrophe auf der Hochbahn, 1908, Gleisdreieck. Foto: Imago/Arkivi

Berlin ist im frühen 20. Jahrhundert eine Metropole, manche sprechen vom Moloch. Tietz und Wertheim bauen moderne Kaufhäuser, überall entstehen neue Wohngebiete und auch das U-Bahnnetz wird ständig ausgebaut. Nicht wenige Berliner und Berlinerinnen befürchteten, dass man in der neuen Untergrundbahn bei einem Tunnelunglück bei lebendigem Leib begraben werde.

So waren die ersten Strecken oberirdisch errichtet worden. Genau dort, am Gleisdreieck in Kreuzberg, kam es am 26. September 1908 zu einer der größten Bahnkatastrophe in der Geschichte Berlins. Zwei Züge kollidierten, ein Wagen entgleiste, es kam zu schweren Schäden an der Bahnstrecke und dem Trägerwerk. Insgesamt starben 18 Menschen bei dem Unglück.


1909: „Schwarzer Sonntag“ von Berlin

Rennbahnkatastrophe von Berlin: Ein Motorrad war auf die hölzerne Tribüne geraten, die sofort Feuer fing. Foto: Archiv Fredy Budzinski, Zentralbibliothek der Deutschen Sporthochschule Köln
Rennbahnkatastrophe von Berlin: Ein Motorrad war auf die hölzerne Tribüne geraten, die sofort Feuer fing. Foto: Archiv Fredy Budzinski, Zentralbibliothek der Deutschen Sporthochschule Köln

Ein Jahr nach dem Hochbahnunglück in Kreuzberg kam es zu einer weiteren folgenschweren Katastrophe in Berlin, über die die Medien damals tagelang auf den ersten Seiten berichteten. Die Rennbahnkatastrophe, auch „Schwarzer Sonntag von Berlin“ genannt, ereignete sich am 18. Juli 1909. An jenem Tag wurde in Tiergarten auf der aus Holz gefertigten Radrennbahn „Alter Botanischer Garten“ ein Rennen eröffnet, bei dem neben Rennradfahrern auch Motorradfahrer zum Einsatz kamen.

Nach einem Sturz und einem misslungenen Ausweichmanöver flog einer der Mottorradfahrer mit seiner Maschine in eine vollbesetzte Zuschauertribüne. Der Benzintank explodierte, die Anlage fing Feuer. Sechs Menschen waren auf der Stelle tot, mindestens drei weitere starben später im Krankenhaus, zudem kamen zahlreiche Verletzte. Es war ein schwarzer Tag in der Geschichte der Rennen in Berlin.

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1910: Alarm in der Neuen Friedrichstraße

Großbrand in der Neuen Friedrichstraße 79. Foto: Imago/Arkivi
Großbrand in der Neuen Friedrichstraße 79. Foto: Imago/Arkivi

1910 war ein wichtiges Jahr für die Berliner Feuerwehr, man ging mit der Zeit und stellte von Pferdewagen auf Automobilbetrieb um. Auch die Feuerwachen wurden moderner und mussten den Brandgefahren in der immer dichter bebauten Stadt gerecht werden.

Am 14. Oktober 1910 kam es zu eine schweren Prüfung für die Feuerwehrmänner. Der Großbrand eines Geschäftshauses in der Neuen Friedrichstraße 79 erfasste sämtliche Stockwerke, das Gebäude wird komplett zerstört. Es kommt zu dieser Zeit immer häufiger zu solchen Großeinsätzen: Nur zwei Jahre später zerstört eine Brandkatastrophe das alte Theater des Westens in Charlottenburg.


1933: Der Reichstagsbrand

Katastrophen in Berlin: Berliner Polizist begutachtet die Schäden nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933. Foto: Imago/Arkivi
Berliner Polizist begutachtet die Schäden nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933. Foto: Imago/Arkivi

In dieser Liste beschäftigen wir uns mit tragische Katastrophen und klammern bewusst die Folgen von Kriegen und auch die direkten Auswirkungen der Teilung und der Berliner Mauer aus. Auch den Terror der RAF oder den Anschlag auf die West-Berliner Diskothek La Belle wird man hier nicht finden. Doch den Reichstagsbrand mussten wir in diese Liste aufnehmen, keine andere Katastrophe hatte derartige Konsequenzen wie die Ereignisse in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933.

Schnell war klar, dass es sich bei dem verheerenden Feuer im Reichstag um Brandstiftung handelte. Der junge Niederländer Marinus van der Lubbe wurde verhaftet und als Alleintäter von den Nazis verurteilt und hingerichtet. Daraufhin folgten umfangreiche Gesetzte, die der NSDAP erlaubten, ihre politische Gegner, denen man eine Nähe zu van der Lubbe unterstellte, verfolgt und verhaftet. Die Alleintäterthese wurde jedoch schon damals hinterfragt und eine Beteiligung der Sozialisten vermutet.

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1972: Tunnelbrand unter dem Alexanderplatz

Die Weltzeituhr brannte nicht, das Bild zeigt den Alexanderplatz im Sommer 1972. Foto: Imago/Gerhard Leber
Die Weltzeituhr brannte nicht, das Bild zeigt den Alexanderplatz im Sommer 1972. Foto: Imago/Gerhard Leber

Der Zweite Weltkrieg, die Bombardierungen und die finale „Schlacht um Berlin“ waren sicherlich die größte Katastrophe, die die Stadt jemals erlebte. Es folgte die Teilung und der Bau der Berliner Mauer. Das SED-Regime baute einen neuen sozialistischen Staat und ihr Aushängeschild sollte der Alexanderplatz werden.

Nicht nur die neuen Geschäfts- und Bürohäuser und der spektakuläre Fernsehturm sollten die Überlegenheit des Sozialismus symbolisieren, auch das modernen U-Bahnsystem und die Tunnel unter dem Alexanderplatz standen für Fortschritt. Doch genau dort ereignete sich das Unglück.

Am 4. Oktober brach in einem Tunnel, der heute von der U2 benutzt wird, ein Feuer aus, bei dem es zu einer enormen Hitzeentwicklung kam. Stützpfeiler verziehen sich und eine Tunneldecke stürzt ein. Die gesamte Ost-Berliner Feuerwehr ist am Einsatz beteiligt.

Im selben Jahr ereignet sich die schlimmste Flugzeugkatastrophe in der Geschichte der DDR. Nicht in Berlin, aber im direkten Umland. Am 14. August stürzte in der Nähe von Königs Wusterhausen eine Passagiermaschine der Interflug ab, 156 Personen kamen dabei ums Leben.


1980: Das Dach der Schwangeren Auster stürzt ein

Eingestürtztes Dach der Kongresshalle in der John Forster Dulles Allee, 1980. Foto: Imago/Serienlicht
Eingestürtztes Dach der Kongresshalle in der John Forster Dulles Allee, 1980. Foto: Imago/Serienlicht

Es war ein Geschenk der Amerikaner an die Stadt Berlin. Die moderne Kongresshalle, ein Stück aufsehenserregender Architektur für die Mauerstadt. Im Mai 1980 stürzte das Dach des von den Berlinern in „Schwangere Auster“ umgetauften Gebäudes, ein. Dabei starb ein Journalist vom SFB, woran bis heute eine Gedenktafel erinnert.

Interessanterweise gründeten sich wenige Wochen zuvor, am 1. April 1980, die Einstürzenden Neubauten. Die einflussreiche Gruppe, die mit experimentellen Strategien und radikalem Selbstverständnis weltweit für Furore sorgt, prägte nachhaltig den Mythos West-Berlin. Der Einsturz der Kongresshalle verwob sich mit der Bandgeschichte. Wobei Neubauten-Gründer Blixa Bargeld bis heute darauf beharrt, seine Band hätte nichts damit zu tun gehabt.

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2005: Großfeuer in einer Reifenfabrik

Katastrophen in Berlin: Großfeuer in einer Reifenfabrik in Berlin Schmöckwitz, 2005. Foto: Imago/Olaf Wagner
Großfeuer in einer Reifenfabrik in Berlin Schmöckwitz, 2005. Foto: Imago/Olaf Wagner

Fans der TV-Serie „Die Simpsons“ kennen das ewig brennende Autoreifen-Feuer in Springfield aus dem Vorspann. Am 1. Mai 2005 wurde aus dem Comic Wirklichkeit. Der Brand in einer Reifenfabrik in Schmöckwitz, am südöstlichsten Rand von Treptow-Köpenick war der größte Feuerwehreinsatz in Berlin seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Die Flammen schossen bis zu 100 Meter in die Höhe, insgesamt wurde eine Gesamtfläche von mehr als 5000 Quadratmetern verwüstet, Menschen wurde bei diesem extrem schwierigen Einsatz jedoch nicht verletzt.


2005: Flugzeugabsturz vor dem Reichstag

BNach dem Absturz eines Ultraleichtflugzeugs vor dem Berliner Reichstag begutachten Einsatzkräfte das verkohlte Flugzeugwrack, 2005. Foto: Imago/Seeliger
Nach dem Absturz eines Ultraleichtflugzeugs vor dem Berliner Reichstag begutachten Einsatzkräfte das verkohlte Flugzeugwrack, 2005. Foto: Imago/Seeliger

Spektakuläre Flugzeugabstürze gehören zum Glück nicht häufig zur Geschichte Berlins, dennoch passieren sie immer wieder. So kam es im Juli 2005 zu einem tragischen Vorfall, als ein Pilot eines Ultraleichtflugzeugs auf der Wiese vor dem Reichstag aufschlug und direkt vor Ort starb.

Nach anfänglichen Vermutungen, es könne sich um einen Terroranschlag handeln, stellte die Berliner Polizei schnell fest, dass es sich bei dem Opfer um einen zweifachen Familienvater handelte, der Suizid begangen hatte.


2010: Absturz eines Rosinenbombers bei einem Rundflug

Katastrophen Berlin: Absturz des Rosinenbombers bei einem Rundflug am Flughafen Berlin Schönefeld, 19. Juni 2010. Foto: Imago/Olaf Wagner
Absturz des Rosinenbombers bei einem Rundflug am Flughafen Berlin Schönefeld, 19. Juni 2010. Foto: Imago/Olaf Wagner

Das ist vielleicht die glücklichste Katastrophe, die jemals in Berlin stattgefunden hat. Am 18. Juni 2010 hob auf dem Flughafen Schönefeld eine alte Douglas DC-3 ab. Das Flugzeug wurde in Zeiten der Berlin-Blockade im Rahmen der Luftbrücke eingesetzt. Die so genannten „Rosinenbomber“ gingen in die Geschichte ein.

Als touristische Attraktion konnte man einen Rundflug mit der legendären Maschine buchen. An jenem Nachmittag gab es Probleme. Der Flug war nach kürzester Zeit vorbei, es kam zu einer Havarie, der Bruchlandung auf der Wiese hinter der Start- und Landebahn. Das Flugzeug wurde durch die Gegend geschleudert, eine Tragfläche brach ab. Doch außer leichten Verletzungen, kam es bei den insgesamt 28 an Bord befindlichen Personen zu keinerlei Schäden. Glück im Unglück!

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Das Dong Xuan Center brennt

Katastrophen in Berlin: Berliner Feuerwehr bekämpft einen Grossbrand in einer Lagerhalle des Dong-Xuan-Centers in Lichtenberg, 2019. Foto: Imago/Snapshot
Berliner Feuerwehr bekämpft einen Grossbrand in einer Lagerhalle des Dong-Xuan-Centers in Lichtenberg, 2019. Foto: Imago/Snapshot

Das Dong Xuan Center in Berlin bietet in sechs Hallen mit einer Verkaufsfläche von je 6.500 Quadratmetern ein vielfältiges Großhandelsangebot, Gastronomie und Dienstleistungen. „Klein Hanoi“, wie es liebevoll genannt wird, ist ein Umschlagort für fernöstliche Lebensmittel und Waren – und der größte Asia-Markt der Stadt.

2019 kam es zu einer der verheerendsten Katastrophen in Berlin der jüngsten Jahre. Schon 2016 brannte der berühmte Asia-Markt, am 3. Juli 2019 schrillten erneut die Alarmglocken in den riesigen Verkaufshallen. Stundenlang bekämpfte die Feuerwehr das zeitweise auf eine Fläche von 5000 Quadratmetern ausgedehnte Großfeuer in Lichtenberg. Es entstand ein Millionenschaden, Verletzte gab es jedoch nicht.


Mehr Berlin-Geschichte

Mehr zur Geschichte des Berliner Zoos erfahrt ihr hier. In Erinnerungen schwelgend, lohnt sich ein Blick auf die verschwundenen Bahnhöfe Berlins. Im Gegensatz zum Bahnhof Zoo, ist der Berliner Hauptbahnhof noch ein Teenager. Die dazugehörige Fotostrecke nimmt euch mit auf eine Zeitreise: Berlins Hauptbahnhof – vom ersten Spatenstich zur Europacity.

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