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„Hitzewelle erreicht Deutschland – bis zu 40 Grad erwartet“

Seit Wochen leiden die südlichen Länder Europas unter Dürre und Hitze. Auf Deutschland kommt nun in den kommenden Tagen eine Hitzewelle mit Höchstwerten bis zu 40 Grad zu. Am Sonntag verbreite sich landesweit viel Sonne, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag mit.
Nur im Norden Deutschlands könnten dichtere Wolken durchziehen. Den Meteorologen zufolge werden im Südwesten die höchsten Temperaturen erreicht. Dort sollen sie auf 25 bis 31 Grad klettern. Im Norden und Osten liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 24 Grad. In der Nacht zu Montag kühle es auf 16 bis 8 Grad ab.
Die Woche startet sonnig mit lockeren Schleierwolken. Am Montag steigen die Temperaturen laut DWD auf 29 bis 34 Grad, während es im Westen und Südwesten bis zu 36 Grad werden soll. Die Küsten blieben hingegen von der Hitze verschont. In diesen Regionen erwarten die Meteorologen 20 bis 25 Grad.
Am Dienstag rechnet der DWD mit dem vorläufigen Höhepunkt der Hitzewelle. Im Südwesten und Westen soll eventuell die 40-Grad-Marke geknackt werden. Im Nordosten liegen die Maximalwerte zwischen 30 und 34 Grad. In der Nacht zu Mittwoch könnten im äußersten Westen und Südwesten Schauer aufziehen, einzelne Gewitter seien nicht ausgeschlossen.
Hitze und Brände haben Teile von West- und Südeuropa derweil weiter fest im Griff: In Frankreich, Spanien und Portugal kämpften die Feuerwehrleute am Samstag weiter gegen mehrere Waldbrände. Allein im Südwesten Frankreichs vernichteten die Brände nach Angaben der Behörden seit Dienstag mehr als 9000 Hektar Wald, rund 12.000 Menschen mussten bislang in Sicherheit gebracht werden.
Brände in Bordeaux
In der Nähe der Dune de Pilat bei Bordeaux, Europas höchster Wanderdüne, gab es nach Angaben des Bürgermeister des kleinen Ferienorts Teste-de-Buch neue Brände in Strandnähe. In der Region der Gemeinde selbst konnte die Feuerwehr nach eigenen Angaben die Flammen eindämmen, aber noch nicht unter Kontrolle bringen.
Weiter landeinwärts, in der Nähe der Gemeinde Landiras, blieb die Lage angespannt. Dort vernichteten die Flammen laut Präfektur allein seit Freitagabend tausend weitere Hektar. Die Staatsanwaltschaft vermutet jedoch Brandstiftung als Ursache.
Waldbrand an italienischem Urlaubsort
Im norditalienischen Adria-Badeort Bibione mussten mehrere Touristen wegen eines Waldbrandes ins Meer fliehen und wurden dort von der Küstenwache gerettet. Der Brand in der bei deutschen Urlaubern beliebten Gegend brach laut Medienberichten am Freitagnachmittag aus.
Ob Deutsche unter den Geretteten seien, konnte die Küstenwache am Samstag auf Nachfrage zunächst nicht bestätigen. Mehrere Feuerwehren und auch ein Löschhubschrauber kämpften gegen die Flammen an der Grenze zwischen den Regionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Am Samstag lief der Einsatz weiter.
Feuer auf Kreta wieder entflammt
Der große Waldbrand, der am Freitag auf der griechischen Urlaubsinsel Kreta ausgebrochen war und zwischenzeitlich als kontrolliert galt, ist am Samstagnachmittag wieder voll entflammt. Nahe der Ortschaft Agios Vasilios südlich der Hafenstadt Rethymnon heizte starker Wind die Flammen an. Abermals mussten Häuser evakuiert werden, wie griechische Medien berichteten.
Zuletzt waren bei dem Brand 132 Feuerwehrleute mit 40 Löschzügen im Einsatz, Löschhubschrauber unterstützten die Brandbekämpfung aus der Luft. Am Samstag brach auf Kreta zudem ein weiteres Feuer in der Nähe der Hafenstadt Heraklion aus.
In Griechenland werden derzeit täglich viele Dutzende Waldbrände registriert. Während die meisten Feuer relativ schnell eingedämmt werden können, geraten manche auch völlig außer Kontrolle. Ursache davon ist aktuell vor allem der Wind, der in weiten Teilen des Landes geradezu stürmisch weht und Flammen sowie Funken weiter vorantreibt.
360 Hitzetote in Spanien
Die Zahl der Toten in Spanien aufgrund der Hitzewelle stieg derweil auf 360. Unter anderem starb ein 60-jähriger städtischer Reinigungsarbeiter am Samstag bei der Arbeit an den Folgen der Hitze, berichtet die katalanische Tageszeitung „La Vanguardia“.
Erwarteter Temperaturrekord in Großbritannien
Angesichts erwarteter Rekordtemperaturen in Großbritannien ist am Samstag der nationale Krisenstab (Cobra) einberufen worden. Zuvor hatte der britische Wetterdienst Met Office für Teile des Landes erstmals eine rote Wetterwarnung wegen Hitze herausgegeben. Am Montag und Dienstag nächster Woche wird demnach in große Teilen Englands zwischen London und Manchester mit Temperaturen von bis zu 40 Grad gerechnet. Der bisherige Temperaturrekord liegt bei 38,7 Grad und wurde in 2019 in Cambridge gemessen.
Die Gesundheitsbehörde UKHSA warnte vor Gefahren für die Gesundheit selbst bei gesunden und fitten Menschen. Besonders gefährdet seien aber Alte und Schwache. „Es ist wichtig, dass man ausreichend trinkt und wo es möglich ist, Schatten aufsucht, wenn die UV-Strahlung am höchsten ist, zwischen 11 Uhr und 15 Uhr“, sagte UKHSA-Experte Agostinho Sousa. Londons Bürgermeister Sadiq Khan kündigte an, für Obdachlose zusätzliche Hilfe zu Verfügung zu stellen.
Das Verkehrsunternehmen Transport for London rief für Anfang der Woche auf, nur zu reisen, wenn es unbedingt notwendig sei. Der Streckenbetreiber National Rail warnte vor hitzebedingten Störungen im Bahnbetrieb.
Todesopfer bei Waldbränden in Marokko
Auch der Maghreb ist von den Folgen der Hitze stark betroffen: In Marokko ist nun bei Waldbränden ein Mensch ums Leben gekommen. Hunderte Bewohner der nördlichen Regionen seien unterdessen aus mehreren Dörfern vor den Flammen gerettet worden, berichtete der TV-Sender Al-Dschasira am Samstag.
Die Waldbrände wüten seit Tagen unter anderem nahe der Küstenstadt Larache, wie das marokkanische Nachrichtenportal Hespress berichtete. Hunderte Hektar Wald seien den Flammen bereits zum Opfer gefallen. In Marokko herrschen derzeit hohe Temperaturen von mehr als 40 Grad. Trockenheit und starke Winde hatten laut Medienberichten eine Verbreitung der Brände begünstigt.
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