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Die Zeit um die Menopause bringt für viele Frauen Hitzewallungen, Schlafstörungen, Schmerzen und mentale Probleme mit sich. Wie entstehen diese Symptome? Und was kann man dagegen tun?
Die Wechseljahre sind eine Zeit der Umstellung. Ihr Zentrum ist die Menopause, der Zeitpunkt der letzten Regelblutung im Leben. Diese bekommen Frauen im Mittel zum letzten Mal mit 51 Jahren. Die Jahre vor und nach der Menopause sind oft von Symptomen geprägt, die die Lebensqualität stark einschränken können.
Mehr als nur Hitzewallungen
80 Prozent der Frauen in den Wechseljahren berichten von Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen. Die Hitzeschübe beginnen dabei typischerweise in der Brust, steigen von dort auf und dauern drei bis vier Minuten an. In manchen Fällen gehen den Hitzewallungen Angstzustände und Herzklopfen voraus. Viele Frauen in den Wechseljahren kämpfen außerdem mit Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Depressionen sowie Erinnerungs- und Konzentrationsschwierigkeiten. Weitere Symptome können Schmerzen beim Sex und trockene Schleimhäute im Genitalbereich sein.
Die Wechseljahre dauern insgesamt etwa zehn bis 15 Jahre. Die Wissenschaft unterteilt diese Zeit in Prämenopause (vor der Menopause), Perimenopause (das Jahr der Menopause) und Postmenopause (ab ein Jahr nach der Menopause). Die einzelnen Phasen können von unterschiedlichen Symptomen geprägt sein. Bei den meisten Betroffenen dauern die Hitzewallungen weniger als sieben Jahre an, ungefähr zehn Prozent haben die Symptome länger als zehn Jahre.
Menopause: Hormone im Wandel
Ursache für die Beschwerden ist das Ende des fortpflanzungsfähigen Alters. Der Zyklus aus Menstruation und Eisprung und damit auch die Produktion von Östrogen und Progesteron werden unregelmäßig. Auch der Testosteronspiegel verändert sich. Diese Sexualhormone haben viele Aufgaben im weiblichen Körper. Progesteron ist beispielsweise dafür verantwortlich, Nerven und die Psyche zu entspannen und unterstützt so den Schlaf und die mentale Gesundheit. Bei einem sinkenden Progesteronspiegel am Anfang der Wechseljahre schlafen Betroffene daher oft nicht mehr tief oder werden von Unruhe und Ängsten geplagt.
Östrogen und Progesteron sind zudem zusammen für die Bildung von Knochen verantwortlich. Sinkt ihr Spiegel mit den Wechseljahren, steigt somit auch das Risiko für Osteoporose. Schätzungsweise sind 30 Prozent der Frauen ab 60 Jahren betroffen. Der Knochenschwund zeigt sich beispielsweise durch Rückenschmerzen und schneller auftretende Knochenbrüche.
Östrogenrezeptoren befinden sich darüber hinaus im ganzen Körper. Das Hormon beeinflusst so viele Organe wie Herz und Gehirn. Bei einem Mangel an Östrogen steigt daher das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach der Menopause gleicht sich das Risiko für Herzinfarkte bei Frauen dem männlichen Niveau an. Die Gelenke werden zudem nicht mehr so gut durch Östrogene versorgt und können steif werden.
Testosteron wird bei Frauen zwar generell in kleineren Mengen gebildet als bei Männern. Das Hormon ist aber auch im weiblichen Körper wichtig. Es sorgtfür Muskelaufbau, Libido und Tatkraft. Während der Wechseljahre bleibt der Testosteronspiegel relativ lange stabil und sorgt so dafür, dass manche Frauen in dieser Zeit erst einmal viel Energie haben und sich stärker für ihre eigenen Bedürfnisse einsetzen. Der spätere Testosteronabfall führt dann zu einem Muskelabbau und einem verlangsamten Stoffwechsel.
Therapie mit Ersatzhormonen
Die gängigste Behandlung für die Beschwerden in den Wechseljahren ist eine Hormonersatztherapie. Dabei werden die schwindenden Hormone durch synthetisch hergestellte oder bioidentische Hormone ersetzt. Vor allem bei einer frühen Einnahme können so die Symptome gemildert oder aufgehalten werden. Wegen ihrer möglichen Nebenwirkungen sind diese Medikamente umstritten. Die Gefahr für Brustkrebs, Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall durch die Präparate wurde durch Studien in den letzten Jahren jedoch als gering eingeschätzt.
Im Handel werden auch viele Mittel gegen die Wechseljahrs-Beschwerden angeboten, die sogenannte Isoflavone enthalten. Diese pflanzlichen Östrogene werden beispielsweise aus Soja oder Rotklee gewonnen und ähneln dem menschlichen Sexualhormon Östrogen. Manche Studien beschreiben zwar eine Reduktion von Hitzewallungen durch diese Präparate, aber die Wirkung ist nicht ausreichend belegt. Zudem sind Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich. Viele dieser Produkten übersteigen außerdemdie empfohlene maximale Tagesdosis für Isoflavone, warnt die Verbraucherzentrale.

Pflanzliche Hilfe?
Ergänzend oder als Alternative zu synthetischen Hormonpräparaten werden für Frauen in den Wechseljahren auch Heilpflanzen angeboten. Aber auch bei diesen pflanzlichen Produkte gilt: Eine positive Wirkung konnte bislang nicht wissenschaftlich bestätigt werden. Vor Osteoporose kann die pflanzliche Alternativmedizin nachweislich nicht schützen.
Trotzdem schwören manche Frauen in den Wechseljahren auf diese Heilpflanzen, darunter Mönchspfeffer. Dieser kann den Prolaktinspiegel im Körper senken und so helfen, die aus dem Ungleichgewicht geratenen Hormone Progesteron und Östrogen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen können angeblich Extrakte von Salbei, der Traubensilberkerze oder Frauenmantel helfen. Baldrian, Lavendel und Hopfen beruhigen und können gegen Schlafstörungen wirken. Johanniskraut regt Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin an und wird daher von vielen bei Stimmungsschwankungen und Müdigkeit eingesetzt.
Essen und Sport für die Gesundheit in den Wechseljahren
Infolge der Wechseljahre können Frauen teilweise chronischen Krankheiten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln. Eine ausgewogene und anti-entzündliche Ernährung vermindert das Risiko dafür und verleiht zugleich Energie. Für Frauen zwischen 51 und 70 Jahren wird daher eine Ernährung mit ausreichend komplexen Kohlenhydraten, Proteinen, gesunden Fetten, Ballaststoffen, Vitamin D und Calcium empfohlen.
Auch Bewegung kann so manche Wechseljahrsbeschwerden dämpfen. Denn Sport stärkt Knochen und Muskeln und wirkt sich positiv auf die mentale Gesundheit aus. Besonders der Einsatz von Gewichten oder des eigenen Körpergewichts wie beim Yoga und Pilates wird für Frauen rund um die Menopause empfohlen.

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