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In Berlin läuft ein Känguru frei herum. Das klingt nach allem, was man von der Berliner Wildnis hört, in der sich angebliche Löwen, tatsächliche Wildscheine, Füchse oder Waschbären tummeln, unspektakulär. Die Haltung von Kängurus ist in Deutschland übrigens legal, lediglich genehmigungspflichtig, sodass das Bezirksveterinäramt das Gehege absegnen muss.
Wie aber die „Bild-Zeitung“ am Dienstag online schrieb, soll das Känguru bei Jakob Augstein, Verleger der Wochenzeitung „Der Freitag“ und Sohn von „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein, „gewohnt“ haben. Das klingt spektakulärer. Die F.A.Z. fragte bei der Berliner Polizei nach dem Halter des Tiers, die es in Kladow, einem Teil des Bezirks Spandau, suchte. Die Antwort: „Aus datenschutzrechtlichen Gründen können wir dazu keine Angabe machen.“
Das Känguru hatte einen Fluchthelfer
Wie wohnlich es im Hause Augstein ist, weiß man nicht. Das Känguru ist jedenfalls nicht von sich aus auf die Idee gekommen, seinem trauten Heim den Rücken zu kehren. Es hatte wohl einen Fluchthelfer. Von Seiten der Polizei heißt es: „Entsprechend unseres Informationsstandes öffnete eine unbekannt gebliebene Person die Tür zum Gehege.“ Das Tier ist somit, um im Bild der „Bild“ zu bleiben, wohnungslos und streift alleine durch die Großstadt. Erste Sichtungen durch Passanten gab es bereits.
Muss man sich nun Sorgen machen? Um das Känguru, das streng genommen ein Wallaby, also eine Unterart des Kängurus, ein 80 Zentimeter großes, hüpfendes Beuteltier, ist? Oder um die empfindliche Flora und Fauna Berlins, deren Gleichgewicht durch den wohnungslosen Eindringling gestört worden ist? Dazu schreibt die Polizei: „Bei dem Tier handelt es sich um ein Wildtier. Es dürften daher dieselben Gefahren bestehen, wie für andere Wildtiere.“ Das klingt fürs Erste beruhigend.
Aber wie geht es nun weiter mit dem Tier, kommt es irgendwie zurück nach Hause? Die Polizei hat die Suche jedenfalls eingestellt. Und schreibt: „Die Verantwortung, des Tieres wieder habhaft zu werden, liegt zu allererst beim Halter bzw. der Halterin des Tieres. Welche Maßnahmen seitens dieser geplant sind, ist nicht bekannt.“ Augstein selbst wollte sich weder gegenüber der „Bild“ noch dem „Spiegel“ äußern. Auch eine F.A.Z.-Anfrage an Augsteins „Freitag“ blieb unbeantwortet.
Falls sich das Tier aber auf die Suche nach einer Wohnung machen sollte: Bei Betrachtung des Berliner Mietspiegels wird es von allein zurück zu Augstein hüpfen.
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