
Bei einem schweren Erdbeben im Nordosten Afghanistans werden Hunderte Tote und Verletzte befürchtet. Wie die Behörden mitteilten, erschütterte ein Beben der Stärke 6.0 die gebirgige Provinz Kunar. Dem Zentrum für Geoforschung (GFZ) zufolge ereignete es sich um kurz vor Mitternacht in einer Tiefe von zehn Kilometern an der Grenze zur pakistanischen Region Khyber Pakhtunkhwa und zerstörte zahlreiche Lehm- und Steinhäuser. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach Überlebenden.
Laut dem Gesundheitsministerium habe es allein in einem Dorf 30 Tote gegeben. Genaue Opferzahlen aus dem Gebiet mit seinen verstreuten Siedlungen lägen jedoch noch nicht vor. „Die Zahl der Toten und Verletzten ist hoch, aber da das Gebiet schwer zugänglich ist, sind unsere Teams noch im Einsatz“, hieß es in einer Erklärung des Ministeriumssprechers Scharafat Saman. Hunderte Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, erklärte der Informationschef der Provinz, Nadschibullah Hanif. Die Zahlen dürften weiter steigen, sobald Berichte aus den schlecht erschlossenen Gebieten eingehen.
Afghanistan wird immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht, insbesondere in der Hindukusch-Bergkette, wo die indische und die eurasische tektonische Platte aufeinandertreffen. Im vergangenen Jahr kamen bei einer Reihe von Erdbeben im Westen des Landes mehr als 1000 Menschen ums Leben. Die Katastrophe verdeutlicht einmal mehr, wie schutzlos eines der ärmsten Länder der Welt Naturkatastrophen ausgesetzt ist.
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