#Ich höre jetzt auf!

Inhaltsverzeichnis

„Ich höre jetzt auf!“

Der Schriftsteller Don Winslow gilt als einer der erfolgreichsten Krimiautoren der USA – und als engagierter politischer Aktivist. Seine exzellent recherchierten Romane über den Drogenkrieg und die mexikanischen Kartelle sind weltweit Bestseller. Oliver Stone verfilmte sein Buch „Zeit des Zorns“, weitere Kino- und Serien-Verfilmungen sind geplant. Nach 22 Büchern veröffentlicht Winslow am 24. Mai sein Buch „City on Fire“, den ersten Teil einer Trilogie über den Kampf irischer und italienischer Banden in seiner alten Heimat Rhode Island, dem kleinsten US-Bundesstaat in Neuengland.

Rainer Schmidt

Verantwortlicher Redakteur Frankfurter Allgemeine Quarterly.

Hat Sie wirklich Homers „Ilias“ zu der Trilogie inspiriert?

Vor fast 30 Jahren habe ich die „Ilias“, die „Odyssee“ und andere klassische Werke gelesen, und sie erinnerten mich an Ereignisse in Neuengland, wo ich aufgewachsen bin. Da hatte ich die Idee, eine Krimiserie in drei Romanen über eine Person zu schreiben, die ihr ganzes Leben abdeckt. Mein Hauptdarsteller Danny Ryan ist an die Figur des Aeneas angelehnt, eher eine Nebenfigur in der „Ilias“. Ich wollte Elemente und Charakterzüge aus den alten Epen und der griechischen Mythologie in einen zeitgemäßen Krimi verwandeln – ohne direkte Referenz zu den Vorbildern.

Wo haben Sie die Parallelen zu heute oder zu Ihrer Jugend gesehen?

Der Trojanische Krieg begann einst mit dem Streit über eine Frau, eine ähnliche Geschichte war in Neuengland mal der Beginn eines Bandenkrieges, der mehr als 30 Leben kostete. Und das ist nur eine von vielen Parallelen. In Krimis geht es um Ehre, Loyalität, Betrug, Gerechtigkeit, Liebe, Mord, Rache, Leidenschaft, Korruption – das alles findet man auch in den griechischen Dramen.

Stimmt es, dass Ihre spielsüchtige Großmutter Kontakt zu Mafiosi hatte?

Gelegentlich, ja. Aber eben bloß als Spielerin, sie war nicht Teil von irgendwas, aber als Spielerin traf sie in New Orleans zwangsläufig solche Menschen und kannte einige ein bisschen.

Und Sie haben tatsächlich den ersten Teil von „Der Pate“ mit dem Sohn eines Paten gesehen?

Ja, das stimmt, er war ein Mitschüler auf meiner Highschool. Jeder wusste, was sein Vater machte und wer er war, es war unmöglich, das nicht zu wissen. Unsere Stadt war nicht sehr groß, und das organisierte Verbrechen damals sehr mächtig.

Es geht im ersten Buch Ihrer Trilogie um irische Gangs, um italienische Clans, um Identität, Ehre, Macht und um die einst große Bedeutung der Gewerkschaften in den Docks der frühen Achtzigerjahre. Ist das ein nostalgischer Blick auf die eigene Jugend?

Wenn man unter „nostalgisch“ einen wehmütigen Blick versteht, der sich die Verhältnisse von einst wieder wünscht – auf keinen Fall. Wenn man „nostalgisch“ als ein Gefühl versteht, das wie ein Echo an Ereignisse jener Tage erinnert, dann ja. Dieses Buch habe ich mehr mit Erinnerungen als mit Recherche angereichert.

Sind die starken Herkunftsidentitäten – Iren, Italiener – in Ihrer alten Heimat heute noch zu beobachten?

Als ich aufwuchs, gab es ein sehr ausgeprägtes Bewusstsein für die eigenen Wurzeln, das ist verblasst. Ein gewisser ethnischer Stolz bleibt, aber beide Gruppen gehören jetzt zum Mainstream der Gesellschaft. Als die Iren Mitte des 19. Jahrhunderts kamen, verkündeten Schilder noch: „Kein Zutritt für Hunde und Iren“. Später kamen die Italiener, auch sie waren nicht willkommen. Beide Gruppen erkämpften sich einen Platz in der Gesellschaft durch ehrliche und harte Arbeit. Ein paar wenige aber wählten den Weg des organisierten Verbrechens.

Es gibt auch keine IRA mehr, die von Irischstämmigen unterstützt wird, wie wir das aus so vielen Filmen kennen.

Das waren nicht nur Filme, das können Sie mir glauben, das habe ich fast täglich damals miterleben können, in den Bars und Restaurants.

Das Buch erzählt von massiver Gewalt, Autobomben, Morden, Schießereien. Sie sind bekannt für Ihre ausufernden Recherchen. Wie realistisch sind diese blutigen Szenarien?

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.

Wenn Sie an Foren interessiert sind, können Sie Forum.BuradaBiliyorum.Com besuchen.

Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Nachrichten kategorie besuchen.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert