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#Im März beginnt die Skisaison

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Im März beginnt die Skisaison

Es war ein langes Warten gewesen für Jörg Wilke, Sprecher des Willinger Skigebiets, bis es am vergangenen Montag um 8.18 Uhr endlich so weit war und sich erstmals in der Saison 2020/21 an einer deutschen Seilbahn ein Drehkreuz für einen Skifahrer öffnete. Jörg Wilke hielt den denkwürdigen Moment auf Video fest. Der Erfolg – entgegen allen Erwartungen doch noch die Genehmigung zur Aufnahme des Skibetriebs zu erkämpfen – hat ihn für die Branche zum Hoffnungsträger und für die unter kaltem Entzug leidenden Wintersportenthusiasten zum Helden gemacht. Und während im März des vergangenen Jahres die Saison früh beendet werden musste, konnten sie in diesem März ziemlich verspätet beginnen.

Und das nicht etwa in den Bayerischen Alpen, sondern im mitteldeutschen Rothaargebirge. Die frohe Botschaft, die der stellvertretende Landrat im nordhessischen Kreis Waldeck-Frankenberg am Freitag zuvor überbracht hatte, sprach sich schnell herum. Die Tickets für das Flutlichtskifahren waren kurz darauf ausverkauft. Im Abendbetrieb beträgt das Kontingent gerade mal 500 Karten, tagsüber lassen die Willinger zunächst 750 Skifahrer auf die sieben geöffneten Anlagen, das entspricht weniger als 15 Prozent der Besucherzahl an Hochsaisontagen. „Genehmigt sind 1000 Gäste“, ergänzt Wilke, „aber wir wollen nicht riskieren, dass sich Menschentrauben bilden und wir gleich wieder zumachen müssen.“

Die Kapazität des K1 Liftes ist begrenzt, da nur jeweils maximal vier der acht Sitzplätze pro Sessel besetzt werden, sie schafft aber trotzdem noch 1500 pro Stunde.


Die Kapazität des K1 Liftes ist begrenzt, da nur jeweils maximal vier der acht Sitzplätze pro Sessel besetzt werden, sie schafft aber trotzdem noch 1500 pro Stunde.
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Bild: dpa

Beim Blick auf das morgendliche Treiben an der Talstation der Sesselbahn K1 scheint diese Sorge unbegründet. Deren Kapazität ist zwar begrenzt, da nur jeweils maximal vier der acht Sitzplätze pro Sessel besetzt werden, sie schafft aber trotzdem noch 1500 pro Stunde. Genug, um im Verbund mit der beschränkten Gästezahl Warteschlangen zu vermeiden. Überdies halten sich alle an Abstandsregeln und Maskenpflicht. Finanziell lohnt sich der Betrieb wegen des erhöhten Personaleinsatzes und der limitierten Gästezahlen kaum. Wilke und seinen Willinger Kollegen ging es eher darum, diesen schneereichen und gerade deshalb für einige so quälenden Winter mit einem guten Gefühl zu beenden, die Mitarbeiter aus ihrer Lethargie zu holen und den Gästen wenigstens noch ein paar Tage Skisport zu ermöglichen. Dafür sind sie bereit, die Extrameile zu gehen: Auf dem Parkplatz sieht man sogar Kennzeichen aus Bayern.

Schnee auf Halde

Um auf den Tag X vorbereitet zu sein, haben die Willinger trotz völlig unklarer Öffnungsperspektiven während der kalten Tage im Februar Schnee auf Halde produziert. Vergangenes Wochenende konnten sie noch zwei Nächte lang nachlegen, so dass sich die Pisten am Köhlerhagen, am Sonnenlift und am Ritzhagen in tadellosem Zustand präsentieren. Die Betreiber im benachbarten Winterberg, das in Nordrhein-Westfalen liegt, gingen dieses Risiko ebenfalls ein – Schnee machen ist schließlich teuer. Sie erhielten am Montagabend grünes Licht. Keine zwölf Stunden später nahmen ein Dutzend Liftanlagen den Betrieb auf.

An der Talstation in Willingen wird auf Abstandsregeln und Maskenpflicht geachtet.


An der Talstation in Willingen wird auf Abstandsregeln und Maskenpflicht geachtet.
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Bild: dpa

Tickets muss man online für festgelegte Zeitfenster kaufen – die Besucherströme sollen überschaubar und kon­trollierbar bleiben. Angesichts der Schneelage rechnet Geschäftsführer Christoph Klante damit, dass noch bis Ende März Skifahren möglich sein wird. Der Schneefall zum Saisonstart am Dienstag war dafür ein gutes Omen.

Und in Bayern? Für die Skigebiete dort ist es eine Schmach, dass nun ausgerechnet in Hessen und Nordrhein-Westfalen die Saison begonnen hat. Angesichts niedriger Inzidenzzahlen in Landkreisen mit hoch gelegenen Skigebieten stellen sich nun viele die Frage, ob Landkreise wie etwa Bad Tölz (Sieben-Tage-Inzidenz 28) nachziehen dürfen. Oder ob Markus Söder das verhindern wird.

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