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„Internet in Deutschland: So schnell ist in 5 Jahren ein normaler Anschluss“

Im Jahr 2016 hat der Breko, ein Verband der zahlreiche Glasfaser-Netzbetreiber in Deutschland vertritt, einen durchschnittlichen Bandbreitenbedarf von 170 Mbit/s für das Jahr 2020 vorhergesagt. Tatsächlich habe die durchschnittliche Bandbreitennachfrage in Deutschland bei neuen Anschlüssen bei 166 Mbit/s gelegen – also nicht weit weg von der Prognose. Zusammen mit dem Telekommunikationsexperten und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Jens Böcker hat der Breko jetzt eine neue Marktanalyse vorgestellt.
Um mehr als 40 Prozent erhöhte sich das durchschnittlich pro Anschluss und Monat übertragene Festnetz-Datenvolumen im vergangenen Jahr. Ein durchschnittlicher Haushalt verbrauchte 2019 im Schnitt noch 142 GB. 2020 waren es schon 200 GB. Allerdings: Der Sondereffekt Corona samt dem Streaming-Boom und arbeiten im Homeoffice dürfte hier nicht unwesentlich dazu beigetragen haben. Für das Jahr 2025 erwartet der Breko dennoch einen Anstieg auf 876 GB pro Anschluss – im Durchschnitt! Mobiles Internet sei trotz der Verbreitung von 5G kein Ersatz für einen Festnetz-Internetanschluss. Knapp 99 Prozent aller Daten pro Anschluss sei vergangenes Jahr über das Festnetz geflossen.
Das ist in fünf Jahren der Breitband-Standard
So, wie der Breko vor fünf Jahren die Prognose der 170 Mbit/s abgegeben hat, so wagt man nun eine neue Aussage. Demnach wird sich die Bandbreitennachfrage in den nächsten fünf Jahren um das fünf- bis sechsfache erhöhen. Bei Privatkunden bedeutet das einen Anstieg auf 845 Mbit/s (Download) und 302 Mbit/s (Upload), bei Geschäftskunden liegt die nachgefragte Bandbreite 2026 demnach bei 1,5 Gbit/s (Download) und 922 Mbit/s (Upload).
Als Treiber für die Nachfrage nach diesen hohen Datenraten sehen die Experten bei Privatkunden vor allem IPTV und Streaming-Dienste. Für Geschäftskunden sei es die Umsetzung von Cloud-Architekturen. Und die Nutzer scheinen schon auf dem Weg in diese Richtung: Ein Drittel aller Kunden buchten 2020 Internetanschlüsse mit einer Datenrate von über 100 Mbit/s. Mehr als eine Million Kunden entschieden sich bereits für Anschlüsse mit Datenraten von 1 GBit/s oder mehr.
Nächstes Jahr schon 11,5 Millionen Glasfaser-Anschlüsse
Für den Breko als selbst ernannten Glasfaser-Verband stehen Glasfaser-Anschlüsse im Kern des Interesses. Der Anteil der Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude und Wohnungen im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Haushalte und Unternehmen ist zu Ende 2020 auf 17,7 Prozent gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 1,9 Millionen auf insgesamt 8,3 Millionen Glasfaseranschlüsse deutschlandweit. Es handelt sich dabei um die Zahl der sogenannten Homes Passed-Anschlüsse. Hier werden auch Wohnungen gezählt, bei denen sich das Glasfaserkabel bislang noch nicht in der Wohnung, aber schon vor dem Haus befindet. Verbunden waren 4,4 Millionen Haushalte, aktiviert waren 1,9 Millionen.
Den größten Teil dieser Anschlüsse realisieren nach Angaben der Studie mit 6,2 Millionen die alternativen Netzbetreiber, also die Wettbewerber der Deutschen Telekom. Für das kommende Jahr prognostiziert die Breko Marktanalyse einen Anstieg auf knapp 11,5 Millionen Glasfaseranschlüsse. Hier würden dann 7,9 Millionen durch alternative Netzbetreiber realisiert. Bis zum Jahr 2024 erfolge dann schon ein Anstieg auf 26 Millionen Anschlüsse, davon 10 Millionen Anschlüsse durch die Deutsche Telekom.
Allerdings: Davon, dass eine Leitung verlegt ist, gibt es noch keinen Kunden. Nur wenn ein Anschluss gebucht ist, bringt er auch Geld. Diese sogenannte Take-Up-Rate liege bei den Breko-Netzbetreibern bei 43 Prozent. Das lässt sich möglicherweise auch dadurch erklären, dass viele Breko-Unternehmen bislang dort ihre Glasfasernetze ausbauen, wo DSL, VDSL und Kabel nicht oder kaum zu haben sind.
Bildquellen
- Videokonferenzen im Homeoffice: Pixabay
- Tablet, Laptop, Internet: Pixabay
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