„Iran hat 2,4 Kilogramm fast waffentaugliches Uran“
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, Anfang des Jahres in Wien
Bild: dpa
Iran hat 2,4 Kilogramm Uran auf mehr als 60 Prozent angereichert, teilt die Internationale Atomenergiebehörde mit. Über eine Rückkehr zum Atomabkommen von 2015 wird nach wie vor in Wien verhandelt.
Iran hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) inzwischen mehr als 2,4 Kilogramm Uran auf mehr als 60 Prozent angereichert. Das ist ein Anreicherungsgrad, den IAEA-Chef Rafael Grossi kürzlich mahnend als „fast waffentauglich“ bezeichnet hat. Insgesamt hat Iran 3,2 Tonnen angereichertes Uran in seinen Beständen, 16 Mal mehr, als das Atomabkommen von 2015 erlaubt. Hoch anreichern (über 20 Prozent) dürfte Iran demnach gar nicht. Über eine Rückkehr zum Abkommen wird nach wie vor in Wien verhandelt.
Diplomaten rechnen mit einer baldigen Entscheidung, ob diese Wiederherstellung des JCPOA genannten Abkommens gelingt. Zunächst waren die Vereinigten Staaten aus dem JCPOA ausgestiegen, dann hat auch Iran die Bestimmungen zunehmend verletzt. Beide Seiten bekunden jetzt grundsätzliche Bereitschaft zu einer Rückkehr zu der Vereinbarung. Verhandelt wird darüber, wie eine Aufhebung der amerikanischen Sanktionen und eine Rückführung der Uranbestände und technischen Kapazitäten in Iran „sequenziert“, also im wechselseitigen Abtausch vollzogen werden können. Am Montag sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums in Teheran: „Wir sollten nichts überstürzen. Wir haben wesentliche Fortschritte gemacht, aber zentrale Fragen sind offen.“
Der Bericht, den Grossi am Montag wie jedes Vierteljahr den Vertretern der IAEA-Mitgliedstaaten vorlegte, weist nicht nur mahnend auf die Bestände hin, die Iran inzwischen angereichert hat. Grossi nennt auch zahlreiche Einschränkungen, denen die IAEA-Inspekteure inzwischen – ebenfalls entgegen den JCPOA-Bestimmungen – unterworfen seien. So könnten die Inspekteure nicht mehr den Bau von Anreicherungs-Zentrifugen und die Herstellung von Uranerz überwachen, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Zumindest hat Grossi vor einer Woche mit Iran vereinbart, dass die Anreicherungsvorgänge weiterhin technisch aufgezeichnet werden und dass diese Daten vorerst gespeichert und versiegelt aufbewahrt werden – vorerst für einen Monat.
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