Iran-Krieg: Jetzt drohen höhere Lebensmittel-Preise!

Iran-Krieg: Jetzt drohen höhere Lebensmittel-Preise!
Der Krieg im Nahen Osten trifft deutsche Verbraucher längst nicht mehr nur an der Tankstelle. Wer in den vergangenen Tagen Sprit gezapft hat, hat es bereits gemerkt: Der Dieselpreis kletterte innerhalb weniger Tage um mehrere Cent. Doch das könnte erst der Anfang sein.

Lebensmittel-Preiserhöhung
Lebensmittel-PreiserhöhungBildquelle: inside digital / KI-generiert / Thomas Kern

Der Grund dafür ist simpel: Krieg kostet Geld und dieses Geld zahlen am Ende die Verbraucher. Egal ob es um den Transport von Waren, die Produktion von Lebensmitteln oder den Betrieb von Lagerhäusern geht, fast alles hängt an Energie. Steigt der Ölpreis, steigen früher oder später auch die Kosten für Logistik, Strom und Gas. Und diese Kosten landen dann auf dem Kassenbon im Supermarkt.

So beeinflusst der Iran-Krieg Iran deutschen Lebensmittel-Preise

Das kennen viele noch aus der Zeit nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs. Damals stiegen die Preise für Butter, Mehl und Speiseöl in Deutschland massiv. Um zu verstehen, wie ein Krieg tausende Kilometer entfernt den Preis für ein Brot in Deutschland beeinflussen kann, muss man sich die globalen Lieferketten vor Augen führen. Ein Großteil des weltweiten Güterverkehrs läuft über den Seeweg. Dabei spielt die Straße von Hormus eine zentrale Rolle. Durch diese schmale Meerenge im Persischen Golf fließt rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels. Wird sie gesperrt oder unsicher, reagieren die Märkte sofort mit Preisaufschlägen.

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Hinzu kommt, dass auch der Flüssiggashandel (LNG) massiv betroffen ist. Katar, einer der größten LNG-Exporteure der Welt, verschifft seinen Großteil des Gases über diese Route. Deutschland bezieht einen Teil seines Erdgases über genau diesen Weg. An der Amsterdamer Gasbörse sprang der Preis nach dem Ausbruch des Konflikts bereits um 25 Prozent nach oben. Für Wirtschaftsforscher wie Michael Grömling vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) steht fest: Die Nahostkrise beeinträchtigt die Rohstoffproblematik und damit die inländischen Produktionskosten. Wann und in welchem Ausmaß sich das auf die Lebensmittel-Preise auswirkt, sei aber noch nicht absehbar.

Welche Lebensmittel zuerst teurer werden könnten

Nicht alle Produkte sind gleich stark betroffen. Handelsexperten unterscheiden dabei zwischen zwei Gruppen. Die erste: Produkte, die direkt aus der betroffenen Region importiert werden. Darunter fallen Datteln, Pistazien, Nüsse, Granatäpfel sowie Gewürze wie Safran. Diese könnten schon kurzfristig und sprunghaft im Preis steigen, weil Lieferungen schlicht ausbleiben oder sich stark verzögern.

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Die zweite, größere Gruppe umfasst Produkte, bei denen die Preissteigerung über den Umweg der Energiekosten kommt. Backwaren, Milchprodukte und verarbeitete Lebensmittel sind besonders energieintensiv in der Herstellung. Denn viele Produktionsprozesse wie Backen oder Trocknen laufen auf Erdgasbasis. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) warnt daher vor spürbaren Kostensteigerungen für die gesamte Branche, sollte sich der Energiepreisanstieg verstetigen.

So hoch ist die Wahrscheinlichkeit für Preisanstiege

Der Handelsverband Deutschland (HDE) gibt Entwarnung, was die globalen Lieferketten des Einzelhandels angeht. So haben Reedereien ihre Routen bereits seit den Houthi-Angriffen 2023 angepasst. Gleichzeitig räumt der Verband ein, dass die wachsende Verunsicherung der Verbraucher Gift für den Konsum sei. Und wenn weniger konsumiert wird, gerät auch die ohnehin schwächelnde Konjunktur in Deutschland weiter unter Druck. Für Experte Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg ist sogar ein Anstieg der Inflationsrate auf drei bis vier Prozent denkbar, sollte die Straße von Hormus dauerhaft gesperrt bleiben.

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  • lebensmittel-preiserhoehung: inside digital / KI-generiert / Thomas Kern

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